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RAR!

Das große Heft / Der Beweis / Die dritte Lüge

Romantrilogie in einem Band

Details

Verlag Büchergilde Gutenberg
Auflage/ Erscheinungsjahr 1999
Format 22,0 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Leinen
Seiten/ Spieldauer 451 Seiten
ISBN 3763249273

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Zu diesem Buch

Im ERSTEN Teil (»Das grosse Heft«) der Trilogie wird der Leser mit einer Kriegskindheit konfrontiert, die nichts Idyllisches hat. Da werden zwei - noch namenlose - Zwillingsbrüder von der Mutter wegen der zunehmenden Bombenabngriffe auf die Stadt zur Großmutter aufs Land geschickt. Zwei Dinge schärft sie ihnen ein: Immer weiter zu lernen und um jeden Preis zu überleben.

Niemals zuvor haben die Jungs ihre Großmutter gesehen, die im Städtchen als sonderliche alte Frau, gar als Hexe, verschrieen ist und in einer kümmerlichen Kaute an einem Waldstück nahe der streng bewachten Landesgrenze lebt. Das Leben hier ist so rau wie der Ton der Großmutter. Die Kinder müssen hart arbeiten. Schläge und Ungerechtigkeit sind an der Tagesordnung. Ihre Erlebnisse halten sie in einem Schreibheft fest: Eingetragen wird nur, was sich in einem Aussagesatz festhalten lässt. Das, was wahr ist.

Die Jungen beschließen, sich in immer neuen Übungen abzuhärten, um dieser Welt standzuhalten. Übungen, um den Schmerz auszuhalten, die Beleidigungen, den Hunger, die Kälte, die schönen Erinnerungen und die Sehnsucht nach der Zärtlichkeit der Mutter. Sie lernen zu betteln, zu stehlen, zu schlagen, zu lügen, die eigenen Skrupel zu überwinden, sogar zu töten; sie entwickeln eine eigene Moral des Überlebens, die sie auf ihre Weise wahr und falsch, gut und böse unterscheiden und danach handeln lässt. 

Der ZWEITE Roman (»Der Beweis«) beginnt, wo Agota Kristofs Roman »Das große Heft« endet: Die Zwillinge, jetzt Claus und Lucas genannt, trennen sich - der eine verschwindet über die Grenze. Lucas bleibt im Haus der Großmutter, im stalinistischen Niemandsland, gefangen in der Erinnerung an seinen Zwillingsbruder. Seine Versuche, Liebe zu finden, scheitern in subtiler Einsamkeit.

Im DRITTEN Teil (»Die dritte Lüge«) sehen wir Lucas nach Jahrzehnten in die Stadt seiner Kindheit zurückkehrend. Er erinnert sich an die Jahre der Einsamkeit, getrennt von seinem Zwillingsbruder Claus, an den Krieg, an den gemeinsamen Unterschlupf bei der Großmutter ›Hexe‹. Nun sucht er seinen Zwillingsbruder.

Über die Autorin

Agota Kristof, geboren 1935 in Ungarn, verließ ihre Heimat 1956 nach dem Volksaufstand und ließ sich in der französischsprachigen Schweiz nieder, wo sie im Juli 2011 starb. Sie arbeitete zunächst in einer Uhrenfabrik, wo sie die neue Sprache erlernte, in der sie fortan alle ihre Werke verfasste. Ihr erstes und zugleich berühmtestes Buch, Das große Heft, erschien 1986 und wurde in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt.

»›Schade‹, sagte sie, mehr wollte oder konnte Ágota Kristóf wohl nicht hervorbringen, als sie einmal für einen Dokumentarfilm über sie selbst mit nach Ungarn gereist war und ihren Blick über die Weiten ihres Heimatlandes schweifen ließ. Nur ihre Antwort auf die Nachfrage des Filmemachers ließ den großen Schmerz dieser Frau erahnen: "Dass ich gegangen bin." Insgesamt fünf Worte wählte sie also für den Verlust ihres Lebens. Hätte Ágota Kristóf mehr ausgesprochen, sie wäre nicht die großartige Autorin gewesen, die sie war.

Der Krieg, die Flucht und ihre Folgen waren ihr Lebensthema; die Entwurzelung, die Einsamkeit, die Grausamkeit, den Hass, den Verrat und die Gewalt, die erleiden musste, wer blieb - und die im Gepäck mitnahm, wer ging. Sie selbst war gegangen. (...)

Die ersten literarischen Arbeiten in der Fremde blieben poetische Versuche, die Kristóf später als "sentimentale Gedichte" abtat, verfasst in ihrer Muttersprache, veröffentlicht in einer Zeitschrift für Exilliteratur. In den Siebzigern jedoch begann sie auf Französisch zu schreiben, in der "Feindessprache", die sie sich mühsam hatte aneignen müssen; ab 1962 studierte sie Französisch an der Uni, arbeitete nebenbei in einer Textil - und in einer Uhrenfabrik in der Nähe des Städtchens Neuchâtel.

Wunden in die Haut der Zivilisation reißen

Doch warum ›Feindessprache‹? Weil sie als Autorin genau wusste, dass sie das Französische nie mit annähernder Perfektion beherrschen würde, wie das Ungarische - und zugleich weil das fremde Idiom ›allmählich meine Muttersprache tötet‹, wie sie später einmal sagte.

Fast sprachlos zu sein, sich auf das Wesentliche beschränken zu müssen - was ihr großes Unglück war, war das Glück des Publikums. Kristóf hatte die 50 schon überschritten, als ihr erster Roman erschien; es sollte gleich ihr bestechendster, wahrhaftigster und brutalster sein, denn er brachte all das zur größten Geltung, was Kristóf als Erzählerin auszeichnete. (...)

Eiskalt, präzise und lakonisch schreibt Kristóf, ihre Sätze gleichen chirurgisch gesetzten Dolchstichen, mit sparsam gewählten Worten reißt sie empfindliche Wunden in die dünne der Haut der Zivilisation - und dort, wo sie bewusst schweigt, wird der Schmerz am größten. Wie eine Insektenforscherin blickt sie gnadenlos herab auf ihre Figuren - und auf uns; auch Charakterzeichnungen fehlen, sich um ›das Innenleben der Figuren zu kümmern‹ hielt sie für überflüssig, sogar für falsch. (...)« (aus einem Nachruf von Thorsten Dörting, Spiegel Online, 27.07.2011)

Lieferbarkeitshinweis

Bei der SFB der geradezu bibliophil gestaltete Band in wenigen sehr gut erhaltenen antiquarischen Archivexemplaren. Die typografisch-buchgestalterisch edel gemachte Ausgabe der beeindruckenden Romantrilogie der ungarischen Schriftstellerin AGOTA KRISTOF in der LEINENGEBUNDENEN Ausgabe erschien in der Büchergilde Gutenberg im Jahr 1999. In DIESER feinen Druckvariante RAR und beim Verlag seit Jahren vergriffen.

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