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Neue Subjektile (Hg.)

Das Gesetz der Mutter

Versuch über das sexuelle Sinthom. (OT: »La loi de la mère. Essai sur le sinthome sexuel« , Eonomica, Paris 2008)

Details

Verlag Turia + Kant
Auflage/ Erscheinungsjahr 03.2017
Format 16,2 × 3,2 × 24,1 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 428 Seiten
ISBN 9783851328202

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39,00 €


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Aus dem Französischen von Anna-Lisa Dieter

Zu diesem Buch

Nach einer klassischen Auffassung in der Psychoanalyse begegnet dem Subjekt mit dem Vater das Gesetz: als Verbot (des Inzests) spricht es sich einigermaßen klar aus. Doch auch die Mutter ist nicht gesetzlos, nur ist ihr Gesetz zweideutig, unklar, spricht eine Sprache von Lust und Leiden in mehrdeutigen Worten, um nicht ein Verbot, sondern eine oft verwirrende Matrix geschlechtlicher Unbestimmtheit einzurichten.

Geneviève Morel untersucht in ihrer Studie dieses mütterliche Gesetz. In einer Kombination aus klinischen Darlegungen und theoretischen Ausführungen arbeitet sie heraus, wie ein Kind sich von diesem Gesetz befreien kann, ohne dass notwendigerweise der Vater dabei ins Spiel kommt.

Morels Buch ist die bislang ausführlichste und klinisch kenntnisreichste Studie zu einem viel zitierten Zentralbegriff des späten Lacan, dem »Sinthom«. Diese meist kreative Version eines Symptoms erlaubt dem Subjekt, die oft erdrückenden Elemente des mütterlichen Gesetzes mit einer lebendigen Positionierung im Sexuellen zu verknüpfen.

»Lacan ersetzte damals einen transzendenten und universellen Signifikanten durch eine Struktur des sprechenden Wesens, die gewiss universell ist, aber keine transzendente oder religiöse Konnotation mehr hat, und nur von Fall zu Fall zugänglich, das heißt Singular ist. Die These des sexuellen Sinthoms verknüpft sich von daher mit der entscheidenden Frage, ob die Psychoanalyse der gegenwärtigen Reflexion eine ernsthafte Alternative zum Namen-des-Vaters vorschlagen kann, um über Filiation und Geschlecht nachzudenken.« (aus der Einleitung)

Aus dem Inhalt

Das Symptom, das Phantasma und die Pathologien des Gesetzes

  1. Das Gesetz der Mutter und das Trennungssymptom
  2. Kritik des Grundphantasmas

Lacan und das Sinthom

  1. Freud'sche Konstruktionen und Lacan'sche Reduktionen
  2. Das Symptom beseitigt das Symbol 
  3. Der junge Mann ohne Ego

Das Sinthom und das Verhältnis zum Anderen. Abstammung, Weitergabe, Sexuierung

  1. Fortführungen des Symptoms
  2. Psychoanalytische Verwendungen des Sinthoms
  3. Sinthom und sexuelle Ambiguität

Der ambige Mann, seine Mutter und sein Sinthom

  1. Gide: Masken und Sinthom
  2.  Drei Fälle von sexueller Ambiguität bei Männern
  • Schluss. Das Sinthom ist sexuell

Über die Autorin

Geneviève Morel ist Psychoanalytikerin in Paris und Lille. Sie lehrt im Rahmen der Gruppierungen »Savoir et Clinique« und ALEPH sowie in der Psychiatrie-Ausbildung der Universität Lille. Als Autorin hat sie u. a. »Ambiguités sexuelles. Sexuation et psychose« (Paris, Anthropos, 2016) veröffentlicht.
Anna-Lisa Dieter ist Literaturwissenschaftlerin und arbeitet derzeit im Exzellenzcluster »Kulturelle Grundlagen von Integration« der Universität Konstanz.

Rezensionen

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