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Das Dritte Reich des Traums

Mit einem Nachwort von Barbara Hahn

Details

Verlag Suhrkamp
Auflage/ Erscheinungsjahr 11.09.2016
Format 22 × 14,2 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Gebunden
Seiten/ Spieldauer 173 Seiten
Gewicht 395
Reihe Bibliothek Suhrkamp, Band 1496
ISBN 9783518224960

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22,00 €


Merkliste

»Im Traum, des Gesichts in der Nacht,
wenn der Schlaf auf die Leute fällt, wenn sie schlafen
auf dem Bette, da öffnet er das Ohr der Leute
und schreckt und züchtiget sie.«

Buch Hiob

»Der einzige Mensch, der in Deutschland
noch ein Privatleben führt, ist jemand, der schläft.«

Robert Ley, NS-Reichsorganisationsleiter

Zu diesem Traum-Buch

Charlotte Beradt, die als Journalistin in Berlin arbeitete, wurde ab 1933 nicht mehr beschäftigt, floh 1939 nach England und 1940 weiter nach New York. Charlotte Beradt sammelte Träume, die zwischen 1933 und 1939 geträumt wurden, und befragte dazu Menschen ihrer Umgebung: Schneiderin, Nachbar, Tante, Milchmann, den befreundeten Unternehmer, den Arzt …

Fünfzig „von der Diktatur diktierte Träume“ hat sie in ihren 1966 erstmals erschienenen Klassiker der Traumdokumentation aufgenommen. Eine erste Auswahl, 1943 in einer amerikanischen Zeitschrift erschienen, begann mit den Sätzen:

„Ich erwachte schweißgebadet, mit zusammengebissenen Zähnen. Wieder, wie in zahllosen Nächten davor, war ich in einem Traum von einem Ort zum nächsten und immer weiter gejagt worden – angeschossen, gefoltert, skalpiert. Aber in dieser Nacht kam mir in den Sinn, daß ich wohl nicht die einzige unter Abertausenden war, die durch die Diktatur zu solchen Träumen verurteilt wurde. Was meine Träume beherrschte, mußte auch ihre beherrschen – atemlose Flucht über Felder, Versteck auf schwindelerregend hohen Türmen, Sichverkriechen in Gräbern, die SS-Männer stets auf den Fersen. Ich begann, andere Leute nach ihren Träumen zu befragen.“

Inhalt

  • 1. Kapitel: Das Dritte Reich des Traums – Entstehungsgeschichte
  • 2. Kapitel: Der Umbau der Privatperson oder »Das wandlose Leben«
  • 3. Kapitel: Bürokratische Greuelmärchen oder »Ich finde an nichts mehr Freude«
  • 4. Kapitel: Der Alltag in der Nacht oder »Damit ich mich selbst nicht verstehe«
  • 5. Kapitel: Der Nicht-Held oder »Und sage kein Wort«
  • 6. Kapitel: Der Chor oder »Da kann man nichts machen«
  • 7. Kapitel: Doktrinen machen sich selbständig oder »Die Dunkelhaarigen im Reich der Blonden«
  • 8. Kapitel: Handelnde Personen oder »Man muß nur wollen«
  • 9. Kapitel: Verhüllte Wünsche oder »Endstation Heil«
  • 10. Kapitel: Offene Wünsche oder »Den wollen wir dabeihaben«
  • 11. Kapitel: Träumende Juden oder »Wenn nötig, mache ich dem Papier Platz«

Nachbemerkung

  • Charlotte Beradt: Träume unter der Diktatur
  • Barbara Hahn: »Ein kleiner Beitrag zur Geschichte des Totalitarismus«
  • Nachwort
  • Anmerkungen

Stimmen zu dieser Neuausgabe

»Mit wachem Sinn für die psychosozialen Raffinessen eines Tages, der seine Opfer fordert, bewegt Beradt sich zwischen den Träumern hindurch.«

Eberhard Rathgeb, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Die Autorin

Charlotte Beradt, Journalistin und Autorin, geboren 1907 in Forst (Lausitz), gestorben 1986 in New York. Gab Schriften von Rosa Luxemburg und Paul Levi heraus, veröffentlichte 1969 die Biographie Paul Levi. Ein demokratischer Sozialist in der Weimarer Republik.

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