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Das Begehren als ethischer Imperativ

Kann die Psychoanalyse revolutionär sein?

Details

Verlag Turia + Kant
Auflage/ Erscheinungsjahr 2017
Format 18 × 24 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 278 Seiten
ISBN 9783851328622

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32,00 €


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Zu diesem Buch

Kann der philosophische Gedanke noch eine prägende Rolle für die Ethik, die Politik, die Herausbildung der Subjektivität spielen?

Zur Beantwortung dieser Frage wirft das vorliegende Buch ein Augenmerk auf die Schwelle, die Philosophie und Psychoanalyse nicht nur trennt, sondern auch verbindet. Auch wenn beide Disziplinen nicht oft zusammengearbeitet haben, teilen sie doch die eng miteinander verbundenen Begriffe des Begehrens, der Negation und des Mangels. Die Arbeit der Negation, die Hegel beschrieben hat und die für Freud und Lacan bei der Verdrängung und der Sublimierung zum Zuge kommt, bleibt die Grundlage der Subjektivität; aus der Negation geht aber auch der Mangel hervor, von welchem sich der Mensch zwar befreien möchte, dies aber nicht kann, weil sonst das Begehren schwinden würde. In der heutigen Konsumgesellschaft ist das Begehren das einzige Mittel, über das der Mensch verfügt, um sich dem Exzess des Genießens, das ihn entsubjektiviert und die Gesellschaft verbürgerlicht, zu widersetzen.

Inhalt

I. DIE BEGIERDE UND DAS SELB ST BEWUSSTSEIN

  • 1. Begierde - Zwischen Gier und Begehren
  • 2. Die Begierde und die Arbeit der Negation
  • 3. Die Dialektik der Anerkennung
  • 4. Der Übergang von der Natur zum Geist durch die sexuelle Begierde
  • 5. Die dialektische Negation und die Natur bei Hegel und Kojeve '
  • 6. Der Einbruch des Begehrens ins Gebiet des Wissens bei Kojeve

II. BEGEHREN UND SUBJEKTIVATION '

  • 1. »Hegels geniale Intuition, mich in meinem Sein vom Anderen abhängen zu machen«
  • 2. »Das Ego ist nicht Eigentümer des Bewusstseins, es ist dessen Objekt«
  • 3. Der Körper und das sexuelle Begehren
  • 4. Das existenzielle Begehren und die Wahl
  • 5. Die Notwendigkeit des Allgemeinen und die Freiheit des Singulären
  • 6. Der Petit Decalage
  • 7. Das unbewusste Phantasma

III. EINE NEUBESTIMMUNG DES BEGRIFFS WAHRHEIT

  • 1. Die Beständigkeit des Subjekts bei Lacan
  • 2. Das Subjekt des Unbewussten als epistemisches Subjekt. .
  • 3. Von der psychoanalytischen Wahrheit
  • 4. Moi, la verite, je parle - Die Psychoanalyse als Wissenschaft der Wahrheit
  • 5. Das Subjekt der Wissenschaft und VHomme du desir

IV: LACANS ATHEISMUS - DER VERLUST DES URSPRUNGS

  • 1. Die Grenze und die Endlichkeit als konstitutive Bedingungen des Subjektes
  • 2. Der tote Vater und der Verlust als Ursprung
  • 3. Der Phallus und der Name-des-Vaters: Signifikanten ohne Signifikat
  • 4. Ein unmöglich wiederzufindendes Objekt
  • 5. Das Ding: Ein kausales Nichts
  • 6. Die Untersagung des Genießens

V. DIE TRENNUNG DER ETHIK VOM GUTEN

  • 1. Die Auffassung vom Nützlichen als dem Guten
  • 2. Das Gute als Barriere gegen das Begehren und den todbringenden Genuss
  • 3. Das Lustprinzip als Regulation des überschießenden Genießens
  • 4. Freud und das Gebot »Du sollst den Nächsten lieben wie dich selbst«
  • 5. Das Genießen als Gratifikation des Todestriebes
  • 6. Die zwei Imperative des Über-Ichs: Das kantische »Du sollst!« und das Sade'sche »Genieße!«
  • 7. Das Gebot des Über-Ichs als Sein-Sollen

VI. DIE ETHIK UND POLITIK DER PSYCHOANALYSE

  • 1. Antigone und die Schwelle zwischen Begehren und Tod
  • 2. Das Nachträgliche und die Krise des Prinzips vom ausgeschlossenen Widerspruch
  • 3. Die Verwandtschaft zwischen Mehrlust und Mehrwert
  • 4. Marx und der Signifikant
  • 5. Die repressive Entsublimierung und die befreiende Sublimierung
  • 6. Freuds Unbehagen in der Kultur und Marcuses utopische Lehre der Befreiung
  • 7. Die entsubjektivierende Macht der Demokratie

NACHWORT
BIBLIOGRAPHIE

Über die Autorin

Barbara Marte (1965) studierte Philosophie in Neapel und in Basel und besuchte anschließend mehrere Jahre lang das Centro Lacaniano di Studi Psicoanalitici in Neapel. Ihre Forschungsinteressen liegen im Grenzbereich von Philosophie und Psychoanalyse. Sie hat außerdem zum deutschen Idealismus und Kojèves Rezeption von Hegel in Frankreich, zu Sartres Existenzialismus sowie zu Freud und Lacan gearbeitet.  Barbara Marte schreibt für philosophische Fachzeitschriften, ist als Übersetzerin von philosophischen Texten tätig und arbeitet zur Zeit als Italienisch-Lehrerin an der Universität Neapel.

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