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Das Andere im Gleichen

Über Trauer, Witz und Politik

Details

Verlag Klett-Cotta
Auflage/ Erscheinungsjahr 1999
Format 21,8 × 14,2 × 2,2 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung gebunden
Seiten/ Spieldauer 158 Seiten
ISBN 9783608941760

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Zu diesem Buch

Was findet auf der eigentlich textuellen Ebene psychoanalytischer Werke statt – jenseits dessen, was ihr Autor »sagen wollte«? Unter Rekurs auf die Schriften Jacques Lacans, dessen Schüler Turnheim war, aber auch auf außeranalytische Autoren wie Hegel und Derrida gelangt Turnheim zu Positionen, die es erlauben, sich ganz widersprüchlichen Einflüssen auszusetzen.

Während Freud einerseits die Konfrontation mit der Alterität des andern als allgemeines Phänomen präsentiert, wird sie an anderer Stelle einzig dem pathologisch trauernden Melancholiker angelastet. Die damit angeschnittene und nicht ausgeschöpfte Frage nach dem »Anderen im Gleichen« erweist sich auch auf anderen Gebieten als geeignet, eine intensivierte Freud-Lektüre zu betreiben.

So kann man z. B. der von Freud vertretenen pessimistischen Ansicht, daß nur jene, die uns gleichen, unsere Liebe verdienen, Lacans auch politisch relevante Ansicht gegenüberstellen, wonach das Verhältnis zur Alterität des andern den eigentlichen Kern der Nächstenliebe bildet. Auf dem scheinbar entlegenen Gebiet des Witzes zeigt sich schließlich, daß Freuds Theorie der ›Überrumpelung‹ (»wir wissen fast niemals, worüber wir lachen«) zwar mit den rationalistischen Vorstellungen seiner Zeitgenossen bricht, daß er aber zugleich versucht, die für den Witz wesentliche Funktion des Zufalls – als in den Text einbrechende Alterität - streng abzugrenzen. Auf diese Weise gelangt Turnheim zuoriginellen Überlegungen über das Verhältnis von Witz, Zufall und Erkenntnis.

Über den Autor

Michael Turnheim (* 22. Oktober 1946 in Wien; † 27. November 2009 in Paris) war ein österreichischer Psychoanalytiker und Supervisor in Paris und Wien.

Leben und Werk: Turnheim hat eine psychoanalytische Ausbildung bei Jacques Lacan absolviert (von dem er das Seminar «Die Psychosen» übersetzt hat). Er arbeitete in Wien und Paris als Psychoanalytiker, war promovierter Mediziner, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, hielt Vorlesungen über Freud, Lacan und Derrida an der Medizinischen Fakultät der Universität in Wien, die ihn 2009 zum Universitätsprofessor ernannte. Turnheim war Abteilungsleiter einer Tagesklinik für psychotische und autistische Kinder. Er hat die Schriften des Psychoanalytikers Herbert Silberer herausgegeben und selbst zahlreiche Titel veröffentlicht zu klinischen und historischen Fragen der Psychoanalyse.

Der Buchtitel Mit der Vernunft schlafen ist eine Anspielung auf ein Gemälde von de Goya. Wichtig für seine Arbeit war eine kritische Erneuerung der Psychoanalyse, wo er sich weigerte, etwas absolut zu setzen und stets eine kritische Haltung einnahm. Er griff die Strömung seiner Zeit auf, den Strukturalismus und Derrida im Besonderen: Ein Text sei in seiner eigentlichen Bedeutung und auch in seiner Rezeption zu verstehen, auch Widersprüche (Aporien) sind zu zulassen. Eine Interpretation des Alien-Hand-Syndroms bei Schlaganfallpatienten ist, dass das prinzipielle Fremde des eigenen Körpers (vgl. Partialobjekte) in einer gesunden Entwicklung erfolgreich zu eigen gemacht wird, bei Verletzungen tritt die Fähigkeit wieder zurück. Beim Autismus wird die Gewalttätigkeit der Sprache offensichtlich, Turnheim arbeitet hier erfolgreich mit Zeichnungen und Maltherapie.

Turnheim hat in seinen Schriften entdeckt, das sich Freuds Interpretation von Trauer gewandelt hat. 1917 schlägt Freud vor, durch erfolgreiche Trauerarbeit könne das verlorene Objekt restlos ersetzt werden, die Libido werde wieder frei und beweglich. Der späte Freud hat einen bleibenden melancholischen Rest als Möglichkeit gesehen, dass die Liebe weiter bestehen bleibt."

Quelle: Wikipedia

Lieferbarkeitshinweis

Bei der SFB als verlagsfrischer Archivbestand zum Angebotspreis; beim Verlag vergriffen.

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