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Charakteranalyse

Techniken und Grundlagen für Studierende und praktizierende Analytiker [Erstausgabe]

Details

Verlag Sexpol-Verlag, Kopenhagen
Auflage/ Erscheinungsjahr 1933
Format 16 × 23,5 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Olwd. mit Rücken- und Deckeltitel
Seiten/ Spieldauer 288 Seiten
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-006742_AQ

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Zu dieser Ausgabe

Als 1933 nach der "Funktion des Orgasmus" (1927) Wilhelm Reichs zweites bedeutendes Werk "Charakteranalyse" erschien, begrüßten viele Psychoanalytiker die Arbeit als »das Beste und Durchdachteste, was über die Psychotherapie gesagt worden ist.«

Kurz darauf jedoch wurde die Verbreitung des Buchs im faschistischen Deutschland verboten. 1934 schloß auch die Internationale Psychoanalytische Vereinigung Reich in einem - in der Rückschau betrachtet - fragwürdigen Akt der ´Selbstreinigung` aus ihren Reihen als Dessident aus. Moniert wurde, daß Reich seine Einsicht in die sexualökonomische Struktur der Neurosen und Psychosen immer konsequenter verfolgte und auch methodisch begründet hatte.

Mit dem Ausschluß Wilhelm Reichs wurde das Buch aus dem Sortiment des Internationalen Psychoanalytischen Verlages genommen, und der Autor übernahm einen Teil der Auflage. Diese Exemplare gelangten nach Kopenhage, wo sie in das Sortiment des kleinen, von W. Reich und Freunden gegründeten Exilverlages SEXPOL integriert wurden. Der Verlagsname Internationaler Psychoanalytischer Verlag auf dem Schmutztitel ist in diesen wenigen nach Kopenhagen gelangten Exemplaren von Hand überklebt worden mit der neuen Verlagskennung. - Exemplare aus dieser Exilvariante sind sehr selten.

Heute ist die Rezeption der Arbeitsergebnisse Reichs auch für die deutsche Psychoanalyse unvermeidlich geworden.Das Sensationelle an Reichs Charakteranalyse ist, daß sie die Charakterkonzeption von den gewohnten moralischen Implikationen befreit und zum Gegenstand exakter wissenschaftlicher Arbeit macht. Reich stellte fest, daß das, was sich in der Analyse als »Charakter« zeigt, immer ein neurotisches Abwehrsystem ist, in dem sich Defensivangst seit der Kindheit in verschiedenen Entwicklungsschichten verfestigt hat.Die von Freud übernommene Deutungsanalyse veränderte er deshalb zur Widerstandsanalyse, die nicht nur das Assoziations- und Traummaterial interpretiert, sondern auch das Verhalten des Patienten zum Ansatz der Therapie macht. Das ermöglichte zum erstenmal die erfolgreiche Behandlung auch schwierigster Zwangsneurosen. Die neue Behandlungstechnik setzte mit der Lösung muskulärer Verkrampfungen immer auch sexuelle Energie frei, die zur Wiederherstellung der orgastischen Potenz führte. Aus dieser klinischen Erfahrung entwickelte Reich sein gesellschaftskritisches Programm und später das biologische Modell der vegetativen (sexuellen) Strömung, das die Basis seiner Biopsychiatrie oder Orgontherapie wurde.

Aus dem Inhalt

I. Teil Technik

  1. Einige Probleme der psychoanalytischen Technik
  2. Der ökonomische Gesichtspunkt in der Theorie der analytischen Therapie 
  3. Zur Technik der Deutung und der Widerstandsanalyse
  4. Zur Technik der Charakteranalyse
  5. Indikation und Gefahren der Charakteranalyse
  6. Zur Handhabung der Übertragung.

II. Teil Theorie der Charakterbildung

  1. Die charakterliche Überwindung des kindlichen Sexualkonfliktes
  2. Der genitale und der neurotische Charakter
  3. Kindliche Phobie und Charakterbildung
  4. Einige umschriebene Charakterformen
  5. Der masochistische Charakter
  6. Einige Bemerkungen über den Urkonflikt Bedürfnis - Außenwelt

Über den Autor

Wilhelm Reich, *1897 geboren, wurde nach Auseinandersetzungen mit der *KPD *auf der einen Seite, der Freud-Schule auf der anderen 1934 aus der KP und der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung ausgeschlossen. 1939 Emigration in die USA, wo er 1957, verfolgt wegen seiner unkonventionellen Heilmethoden, in einem Gefängnis starb.

Zum Erhaltungszustand

Hier als ein ausnehmen gut erhaltenes Exemplar der ersten Exilausgabe im Jahr der Erstausgabe 1933 in der Original-Leinwandbindung und mit montiertem Rückentitel aus Leder. Insgesamt (sehr) gutes Exemplar mit nur geringen Alters- /Gebruchsspuren; innen textfrisch und ohne anmerkungen, anstreichungen o. ä. - Sehr selten

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