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Buchstütze ›Eule‹

Original-Art Deko-Buchstütze in Metall, handkoloriert

Details

Verlag Ruppel-Werke
Auflage/ Erscheinungsjahr 1925
Format Höhe 18,8 cm, Breite 7,3 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Metall, lackiert
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-004709_OA

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580,00 €


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Eine frühe Arbeit der weltberühmten Designerin und Bauhaus-Mitarbeiterin Marianne Brandt

Zu diesem Exponat

  • Material: Metall geprägt und handkoloriert
  • Format: Höhe 18,8 cm, Breite 7,3 cm
  • Hersteller: RUPPEL - WERKE, Gotha
  • Entstehungsjahr: ca 1925
  • Besonderheiten: Auf der Rückseite gemarkt "Ruppel"

Erhaltungszustand

Hier die wunderschön ausgestaltete Buchstütze (Einzelstück, kein Pärchen) als ein ausnehmend gut erhaltenes Stück ohne erkennbare Schäden, Kratzer, Rost oder Farbverlust. Ausnehmend seltenes Original!

Über die Künstlerin

"Marianne Liebe verbrachte ihre Kindheit in Chemnitz. Ihre Eltern, der Rechtsanwalt Franz Bruno Liebe (1848–1936) und Clara Franziska Liebe (geb. Hänel 1862–1947) förderten die musischen Interessen der drei Töchter. Der Vater, ein angesehener Rechtsanwalt, war Mitglied der Chemnitzer Kunsthütte und des Theatervereins und reiste oft nach Italien.

Weimar

1911 entschloss sich Marianne Liebe, nach Weimar zu ziehen, wo sie ein Jahr lang die Fürstliche freie Zeichenschule besuchte, die damals unter der Leitung von Hugo Flintzer († 1917) stand. Anschließend bereitete sie sich weiter auf die Hochschule für Bildende Kunst vor, wo sie im März 1913 in die Zeichenklasse aufgenommen wurde. Von der Zeichenklasse wechselte sie in die Naturklasse von Professor Fritz Mackensen und vertiefte ihre Studien sowohl der Landschafts-, Porträt- und Aktmalerei, als auch der Plastik. Expressionistische figurative Werke waren die Exponate ihrer ersten Ausstellung, welche in der renommierten Chemnitzer Galerie Gerstenberger stattfand. Unter ihren Kommilitonen waren Hans Arp, Otto Pankok und Otto Lindig sowie ihr späterer Ehemann Erik Brandt. Nachdem Mackensen die Hochschule zu Beginn des Ersten Weltkriegs verlassen hatte, unterbrach sie ihr Studium.

Oslo

1918 verließ sie endgültig die Hochschule und heiratete 1919 Erik Brandt. Die beiden gingen vorübergehend nach Norwegen und wohnten dort kurzzeitig bei Eriks Eltern, von denen sie allerdings wenig Unterstützung erfuhren. Danach bewohnten beide eine kleine beengte Atelierwohnung und Erik hatte 1920 seine erste Ausstellung im Kunstverein Oslo. Heimisch wurde Marianne Brandt allerdings in Norwegen nicht. Die beiden unternahmen weitere Studienreisen und blieben für ein Jahr in Paris, von wo sie vermutlich zusammen Ende 1921 nach Weimar zurückkehrten. An der dortigen Hochschule nahm Brandt an Bildhauer-Seminaren von Professor Engelmann teil. Ihr Mann ging im selben Jahr zurück nach Norwegen.

Bauhaus

Ab 1924 entschloss sich Marianne Brandt an das Bauhaus zu gehen. Zuvor verbrannte sie ihre gesamten gemalten Bilder. Am Bauhaus studierte sie in der Vorklasse bei László Moholy-Nagy. Zu ihren weiteren Lehrern gehörten Josef Albers, Wassily Kandinsky und Paul Klee. Zwischen Brandt und Moholy-Nagy entwickelte sich ein enges Verhältnis und sie wurde Studentin in seiner Metallwerkstatt, deren Leitung sie ab 1926 stellvertretend innehatte. 1927 verbrachte sie einen Arbeitsaufenthalt in Paris. Nach dem Weggang Moholy-Nagy war sie vom 1. April 1928 bis zur Berufung Alfred Arndts, 1929, kommissarische Leiterin der Metallwerkstatt.

Brandt initiierte und organisierte ab 1926 eine Zusammenarbeit mit der Berliner Beleuchtungsfirma Schwintzer & Gräff sowie mit der Leipziger Firma Körting & Mathiesen, die unter dem Markennamen „Kandem“ Leuchten herstellte. Die Hochschule erhielt monatliche Zahlungen und Lizenzgebühren und das Unternehmen im Gegenzug den „ersten Zugriff“ auf Leuchten-Entwürfe. Auch Beratung, Schulung der Studenten und Überwachung der Produktion gehörten zeitweise zum Umfang der Kooperation. Sie arbeitete am Bauhaus mit anderen Metallarbeitern wie Christian Dell und Hans Przyrembel zusammen.

Leuchten nach Entwürfen von Brandt, aber auch von anderen Bauhaus-Studenten, die in Serie gingen, gehören heute zur Sammlung des Museum of Modern Art in New York, des British Museum in London sowie des Busch-Reisinger Museum in Massachusetts.

Das Grundschema ihrer Konstruktionen setzte sie häufig aus geometrischen Formen Kreis, Kugel, Quadrat und Dreieck zusammen, um Klarheit zu gewinnen und Abstand zum Ornament zu erzeugen. Brandt entwickelte am Bauhaus eine eigene Formensprache im Bereich der Fotografie und Photocollage, beeinflusst durch Moholy-Nagy.

1929 schloss Brandt ihr Studium mit Diplom ab und arbeitete zeitweise im Bau-Atelier von Walter Gropius in Berlin als Innenarchitektin mit, insbesondere für die Siedlung Karlsruhe-Dammerstock. Viele ihrer bekannteren Entwürfe entstanden während Brandts Zeit am Bauhaus und manche, wie z. B. Aschenbecher, Kaffee- und Teeservices und Lampen werden heute noch in unveränderter Form hergestellt. Sie setzte für die Zeit um 1928/29 neuartige Materialien wie Opalglas, geschliffenem Alumnium und vernickeltem Messing ein. Danach wurde sie Leiterin der Entwurfsabteilung der Ruppelwerk GmbH, einer Metallwarenfabrik in Gotha, wo sie einen größeren Teil der für den Massenbedarf bestimmten Produktpalette von Haushaltsgeräten erneuerte. Ende 1932 wurde sie aufgrund der wirtschaftlichen Situation entlassen. Es folgte 1935 die Scheidung von Erik Brandt. Bis 1948 war sie arbeitslos und widmete sich in dieser Zeit wieder der Malerei. In dieser Zeit bot sie dem Kaufhaus Wohnbedarf Lizenzen für ihre Produkte an.

Von 1949 bis 1951 lehrte sie als Dozentin für Holz, Metall und Keramik an der Dresdner Hochschule für Werkkunst. 1951 bis 1954 war sie Mitarbeiterin am Institut für industrielle Gestaltung der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. 1953/54 folgte ein Aufenthalt in China. Sie nahm dort die künstlerische Betreuung der Ausstellung Deutsche Angewandte Kunst in der DDR wahr, die von Oktober 1953 bis März 1954 in Peking und Shanghai gezeigt wurde. 1954 kehrte sie nach Chemnitz zurück und widmete sich dort der freien Kunst und dem Kunsthandwerk. 1983 starb sie in einem Pflegeheim in Kirchberg bei Zwickau.

Rezensionen

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