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Soeben erschienen

Bindungstraumatisierungen bei Kindern und Jugendlichen

Ein Leitfaden für Betreuungspersonen

Details

Verlag Kohlhammer
Auflage/ Erscheinungsjahr 10.08.2021
Format 23,2 × 15,5 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 198 Seiten
Abbildungen 19 Abb., 2 Tab.
Gewicht 213
ISBN 9783170371866

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36,00 €


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Zu diesem Buch

Kinder und Jugendliche, die von ihren frühen Bindungspersonen traumatisiert worden sind, erleben Beziehungen als bedrohlich und fragil. Wer im späteren Leben dieser Kinder für sie sorgt und ihnen neue Bindungsmöglichkeiten bietet, wird mit den weitreichenden Auswirkungen des frühen Bindungstraumas konfrontiert: Regulierungs- und Bindungsprobleme, negative Bilder vom Selbst und von Anderen, Symbolisierungs- und Verarbeitungsprobleme und Identitätsverwirrung.

Das vorliegende Buch gibt mit Beispielen aus einer traumasensiblen Therapiepraxis wertvolle Anregungen, wie man in neuen Bindungssituationen mit diesen Verletzungen umgehen kann. Pflege- und Adoptiveltern, Pädagogen, Lehrer, Erzieher, Psychotherapeuten sowie andere Begleitpersonen finden in diesem Buch wichtige Perspektiven und Handlungsempfehlungen für die Betreuung dieser Kinder.

Inhalt

Vorwort von Dr. phil. Marianne Rauwald
Vorwort der Autor*innen zur deutschen Version
Vorwort von Dr. med. Peter Adriaenssens
Danksagung der Autor*innen und Anerkennung

  • Einleitung

Entwicklung im Schatten eines komplexen Traumas

  • Einleitung

1 Außergewöhnliche Kinder, außergewöhnlicher Versorgungsbedarf

  • 1.1 Jedes Kind ist anders
  • 1.2 Kinder mit Gebrauchsanweisung
  • 1.3 Über das frühe Trauma nachdenken können und dürfen
  • 1.4 Definition der Traumatisierung
  • 1.5 Die komplexe Traumatisierung
  • 1.6 Von der Verletzung zur Narbe

2 Ein kurzer Einblick in die Entwicklungspsychologie

  • 2.1 Ein von Fürsorge abhängiges und sozial orientiertes Kleinkind
  • 2.2 Von der gemeinsamen Regulierung am Anfang des Lebens zur späteren Selbstregulierung
  • 2.3 Der Aufbau von Erinnerungen und dem Gefühl einer eigenen Lebensgeschichte
  • 2.4 Was passiert, wenn Kinder nicht beruhigt und getröstet werden?
  • 2.5 Die Bedeutsamkeit davon, den Kontakt wieder herzustellen
  • 2.6 Komplexes Trauma: Ein Rucksack voll überwältigender Erlebnisse
  • 2.7 Wie frühe Stresserfahrungen die Gehirnentwicklung beeinflussen
  • 2.8 Jedes Kind ist einzigartig: Die Symphonie der Entwicklung eines Kindes

3 Die Relevanz der Bindungsentwicklung für den Aufbau der Persönlichkeit

  • 3.1 Von der Regulierung bis zur Bindung
  • 3.2 Bindungsentwicklung als ein lebenslanger Prozess von Wachstum und Reifung
  • 3.3 Die versorgende Person: Von einer sicheren Basis zum Hafen, der Erholung bietet
  • 3.4 Eine sichere Bindungsbeziehung als Grundlage für eine gesunde emotionale Entwicklung
  • 3.5 Bindung im Kontext eines komplexen Traumas: Entwurf einer inneren Welt voller Angst und Misstrauen
  • 3.6 Eine neue Landkarte?

4 Notwendigkeit reflektierender und haltender Eltern und Umgebungen

  • 4.1 Über die eigene Innenwelt nachzudenken, wird innerhalb einer »normalen« Familienkonstellation erlernt
  • 4.2 Mentalisierung: ein Psy-Wort für den sorgsamen Umgang mit Kindern
  • 4.3 Eltern wird man ohne Ausbildung oder Gebrauchs-anweisung: Auf der Suche nach einem Kompass
  • 4.4 Ein Kind findet sich in den Spiegeln, die versorgende Personen ihm vorhalten
  • 4.5 Kinder mit einem komplexen Trauma sind schwerer zu lesen
  • 4.6 Die elterliche Mentalisierung unter Druck
  • 4.7 Wie hält man als Eltern dann im Sturm noch den Kurs?
  • 4.8 »Außergewöhnlich gute Eltern« gesucht: Verletzte Kinder benötigen Eltern mit besonders ausgeprägten Reflexions-fähigkeiten
  • 4.9 lt takes (more than) a village to raise a child (with complex trauma): Ein traumasensitiver Kontext für Eltern
  • 4.10 Traumasensible Hilfestellung

Behandlung: Von der Verletzung zur Narbe

Einleitung

  • Ein Beratungsrahmen, ein dreiteiliges Angebot Kinderpsychotherapie im Therapiezimmer: spielen, malen und erzählen
  • Was Psychotherapie bei Kindern mit einem komplexen Trauma bedeutet

5 Das Spielzimmer als Ort des sich Wiederfindens

  • 5.1 Spielen, Malen und Erzählen bei Kindern mit einem komplexen Trauma
  • 5.2 Narrative Entwicklung: die ersten Geschichten im Leben sind »Co-Constructions« (gemeinsame Konstruktionen)
  • 5.3 Wenn die bisherigen Erfahrungen zu intensiv sind und zu früh auftreten, um in Worte gefasst zu werden
  • 5.4 Traumatrigger: Traumaspuren als Störsender beim Spielen, im Verhalten und in der Kommunikation
  • 5.5 Spielen ist wichtig, um zu wachsen und zu verarbeiten
  • 5.6 Auf der Suche nach Wörtern und Bildern
  • 5.7 Eine Schublade, eine Schachtel und ein Zeichenblock als »Container« für Erfahrungen
  • 5.8 Regisseur der eigenen Geschichte werden: Das Spielen und Erzählen als Wiederholen, Meistern und >ln-den-Griff-bekommen<
  • 5.9 Gemeinsam Sprache und Bilder für Erfahrungen in der Psychotherapie finden
  • 5.10 Zum Abschluss dieses Kapitels

6 Von der emotionalen Achterbahnfahrt zu neuen Erfahrungen der Regulierung

  • 6.1 Das Regulationssystem von Kindern mit einem komplexen Trauma: Eine Innenwelt, die schnell dereguliert ist
  • 6.2 Hypervigilanz und erhöhte Stressempfindlichkeit: Die biopsychosoziale Falle
  • 6.3 Das Kontinuum der Erregung bei Kindern mit einem komplexen Trauma
  • 6.4 Traumatrigger — Reize, die an das Trauma erinnern
  • 6.5 Erste Hilfe bei Störungen: Co-regulierende Erwachsene, die tief durchatmen und ruhig nachdenken
  • 6.6 Bilder, Worte und Sprache als Grundlage für Regulierung und Kontrolle
  • 6.7 Vom »Eigenbrötler« bis zum »Ausflippen«: Metaphern, die helfen, sich selbst zu verstehen
  • 6.8 Über Löwen, Rehe und Kaninchen: Die Beute eines primitiven fight-, flight- oder freeze-Modus
  • 6.9 Wiederherstellung des Körpervertrauens
  • 6.10 »Stop and rewind«: Von fight, flight und freeze zum gemeinsamen Spielen, Sprechen und Nachdenken
  • 6.11 Abschließend

7 Inseln des Vertrauens in einer Erfahrungswelt unzuverlässiger Versorgung

  • 7.1 Komplexes Trauma ist auch ein »Bindungstrauma«: Eine innere Welt, die auf einem grundlegenden Gefühl des Misstrauens beruht
  • 7.2 Internale Arbeitsmodelle: Ein »Skript« für Beziehungen - eine Landkarte der sozialen Welt
  • 7.3 Das Spielzimmer als Labor für soziale und emotionale Erfahrungen/Entwicklung
  • 7.4 Brückentester: Die Kraft von und der ewige Kampf mit einer tief verwurzelten Verlassensangst
  • 7.5 Intermezzo
  • 7.6 The witching hour: Gelegentlich überwältigt von grausigen »I-lexen«-Gefühlen gegenüber anderen
  • 7.7 »Gespensterstunde-Erfahrungen im Kleinen«
  • 7.8 Außen wütend, Innen zerbrechlich: Wutanfälle als Tarnung der Angst
  • 7.9 Sich verstecken, um gefunden zu werden: Erstes vorsichtiges Vertrauen
  • 7.10 Im Spielzimmer noch mehr Wechselseitigkeit und Vertrauen üben
  • 7.11 Zum Abschluss des 7. Kapitels

8 Ein Selbstnarrativ aufbauen und sich in neuen sozialen Beziehungen engagieren als Fundament der eigenen Identität

  • 8.1 Das komplexe Trauma, der Bindungsabbruch und die Identitätsentwicklung: In einem Labyrinth aus schwierigen Erfahrungen kann man sich auch selbst verlieren
  • 8.2 Eine betäubte Innenwelt Niemand weiß, wie lange Sprösslinge auf Regen warten können
  • 8.3 Die Quelle der Vitalität anbohren und den Keim unter einer Kappe schützen
  • 8.4 Verliert man sich selbst, verliert man den inneren Kompass
  • 8.5 Kollidieren mit neuen Bezugspersonen und Konflikte suchen, um ein Selbstgefühl neu aufzubauen und Keime eines inneren Kompasses (wieder) zu finden
  • 8.6 Identitätsentwicklung: Schrittweise ein neues Narrativ mit verschiedenen Versionen oder Kapiteln des Selbst entwickeln
  • 8.7 Eine Lebensgeschichte mit Lücken, Sprüngen und Inkonsistenzen
  • 8.8 Trauer und Verlust betrifft mehr als nur eine versorgende Person
  • 8.9 Die unvermeidlichen Seelennarben als Teil des Selbst akzeptieren
  • 8.10 Zum Abschluss

Als Fazit:

  • Ein Zehn-Punkte-Programm für eine traumasensible Gesellschaft

Literatur

Die AutorInnen

Prof. Dr. Nicole Vliegen und Prof. Dr. Eileen Tang sind als psychodynamische Kinderpsychotherapeutinnen im Arbeitsbereich Klinische Psychologie der Universität Leuven tätig. Prof. Dr. Patrick Meurs gehört als Direktor der klinisch psychologischen Abteilung der Geschäftsführung des Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt/Main an. Er lehrt am Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Kassel als Professor für Psychoanalyse.

Rezensionen

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