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Berggasse 19

1914 eine Affäre in Wien - Roman

Details

Verlag Kirchheim, P
Auflage/ Erscheinungsjahr 27.09.2014
Format 20,8 × 14 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung gebunden mit Schutzumschlag
Seiten/ Spieldauer 152 Seiten
Gewicht 292
ISBN 9783874101318

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18,95 €


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Zu diesem Buch

Die Stimmung ist angespannt. Wenige Monate bevor der Krieg ausbricht, hat sich Franz Kafka in Wien eingemietet, in demselben Haus, in dem auch Dr. Sigmund Freud praktiziert. Man kommt miteinander langsam ins Gespräch. Im Kaffeehaus hat Franz eine gewisse Josefine kennengelernt, und gerade jetzt hat den ersten Satz seines neuen Romans hingeschrieben: „Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet“. - Aber wie weiter?

Armin Kratzert erfindet in seinem Roman den Moment, da Franz Kafka begann, den ‚Prozess’ zu schreiben. Er versetzt den Prager Versicherungsangestellten und Schriftsteller nach Wien, wo er sich in der Berggasse 19 über Sigmund Freuds Wohnung und Praxis eingemietet hätte. Kafka hat Wien gelegentlich besucht, aber nie dort gelebt, schon gar nicht im Haus von Sigmund Freud. Kafka und Freud sind sich also nie begegnet.

Worüber hätten Kafka und Freud, zwei der Erfinder der sogenannten Moderne und nun Nachbarn in der Berggasse 19, wohl geredet, wenn sie sich wirklich begegnet wären? Über das Wetter in Wien? Eine Premiere im Burgtheater? Über den bevorstehenden Krieg?
Wie wäre es Franz Kafka, der sein Leben lang in Prag gewohnt und dort auch die Anstellung bei der Arbeiter-Unfall-Versicherung nie aufgegeben hat, in Wien ergangen, in der glanzvollen Hauptstadt des Kaiserreichs, ohne die Freunde, die Familie, den Vater? Wie hätte er sich gefühlt als freier Schriftsteller?
Wie ging Kafka mit all den Zumutungen um, die das Leben für ihn bereithielt? Dem Alltag, der Krankheit, der Liebe, die sich zu einer Josefine einschleicht – und dem heraufziehenden Ersten Weltkrieg?
Und bei all dem: Wie schrieb Franz Kafka? Wie fühlte er sich dabei? Was tat er, wenn ihm nichts einfiel? Wie dachte er?

Die Welt taumelte ins 20. Jahrhundert, in diesem Sommer 1914, Sigmund Freud betrieb seine Praxis, und Franz Kafka schrieb ein Buch, in der Berggasse 19.

Leseprobe

»Kafka schreibt. Er sitzt in der Küche und hat die Schuhe ausgezogen. Zwei leere Bierflaschen stehen im Ausguss. Auf dem Tisch ein Schinkenbrot. Die Zeitung. Eine Handvoll Haselnüsse. Liebe Felice, schreibt er. Zwar geht es mir gut in Wien. Ich habe eine schöne Wohnung. Die Arbeit schreitet voran. Im Hof blüht eine Rose. Doch du fehlst mir. Das ist wahr. Du wolltest nicht mit mir nach Wien. Ich konnte nicht in Prag bleiben. Berlin ist mir fremd. Aber wir sollten miteinander sprechen. Eine Liebe ist nicht selbstverständlich. Sie bedeutet Arbeit. Das habe ich gelernt. Wenn wir es wollen, können wir zusammen leben. Daran glaube ich. Wir müssen kleine Schritte machen. Reden. Uns ansehen. Zuhören. In den letzten Monaten war viel Stille um uns. Das ist nicht gut. Lass uns diese Welt gemeinsam anschauen. Ich will deine Stimme hören. In deine Augen blicken. Deine Haut riechen. Franz. Kafka faltet den Brief und schreibt die Adresse auf den Umschlag. Felice Bauer, Berlin. - Nur ein bisschen Papier. Kafka kommt es vor, als hätte er ein Stück von sich selbst hineingepackt. [...]

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