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Begegnungen mit Anne-Marie Sandler

Praxis und Theorie ihrer Behandlungstechnik

Details

Verlag Psychosozial-Verlag
Auflage/ Erscheinungsjahr 04.2019
Format 15,1 × 2 × 21,1 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 170 Seiten
ISBN 9783837928754

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24,90 €


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Zu diesem Buch

Ingo Focke und Bernd Gutmann schildern ihre Begegnungen und ihren langjährigen Austausch mit der britischen Psychoanalytikerin Anne-Marie Sandler (1925–2018) und reflektieren dabei die Bedeutung der persönlichen, mündlichen Weitergabe für die Aneignung der Psychoanalyse. Ausgehend von ihren eigenen Lern- und Identifikationsschritten als Psychoanalytiker beschreiben die Autoren den Verlauf psychoanalytischer Verstehens- und Deutungsprozesse und geben durch die vielen kommentierten Behandlungsvignetten handlungspraktische Anregungen. So entsteht eine vertiefte Untersuchung von Übertragung, Abwehr, unbewussten Prozessen und psychischem Gleichgewicht, wobei stets die praktische therapeutische Arbeit im Mittelpunkt steht.

Abgerundet wird das Buch durch einen Überblick über die Nachkriegsgeschichte der Psychoanalyse in Deutschland und über die Geschichte der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft in den letzten dreißig Jahren.

Aus dem Vorwort der Autoren

"Anne-Marie Sandler ist am 25. Juli 2018 im Kreise ihrer Familie gestorben, sie wurde 92 Jahre alt. Es war ihr vergönnt, bis ins hohe Alter körperlich und geistig aktiv bleiben zu können. Sie arbeitete gern und war eine Psychoanalytikerin mit Leib und Seele, unermüdlich in ihrem Interesse für die menschliche Natur. Sie pflegte freundschaftliche Kontakte zu Analytikern in der ganzen Welt, reiste viel und gern. Sie liebte es, mit Menschen zusammen zu sein, war immer interessiert am Schicksal der Anderen, zugewandt, neugierig und vorurteilslos. Ihre analytische Haltung wurde vielen zum Vorbild.

Sie war eine äußerst gefragte Supervisorin. Sie teilte gern und verkörperte durch ihre Art eine analytische Haltung, die großmütig und fördernd bleibt und es ermöglicht, eigene Mängel anzuerkennen und unangenehme Aspekte der eigenen Person zu ertragen. Taktgefühl, Einfühlungsvermögen und eine immense analytische Erfahrung mit Kindern und mit Erwachsenen kamen ihr dabei zugute. Wie viele andere verdanken wir ihr grundlegende Erfahrungen in der Psychoanalyse. Wir konnten erleben, wie lebendig und offen psychoanalytisches Denken sein kann.(...)"

Inhalt

  • Vorwort

Anfänge und Hintergründe

  • Erste Begegnungen
  • Die persönliche Weitergabe der Psychoanalyse
  • »Was mache ich jüdisches Mädchen hier in Deutschland?«
  • Mind the gap - zwischen Theorie und Praxis

Eine moderne freudianische Behandlungstechnik

  • Übertragung
    Entwicklung des Übertragungsbegriffs
    Ich bin es und ich bin es nicht - eine Fallvignette
    Die Beziehung zwischen Gegenwart und Vergangenheit
    Konflikte in Beziehungen außerhalb der Analyse
    Zum Verhältnis von Rekonstruktion und Konstruktion
    »Die Frau an der Bushaltestelle« - eine unaufdringliche Präsenz
    Übertragung und Beziehung
    Übertragung und Interaktion
    Übertragung, Wiederholung und neue Erfahrung
    Die Interaktion und die Beteiligung des Analytikers
    Was ist aus der Übertragungsneurose geworden?
  • Deuten
    Deutungen, die gehört werden können
    Die kritische Schwester - Diskussion einer Deutung
    Die Deutung der Übertragung unterbricht die freie Assoziation
    Unterschiedliche Deutungsansätze und ihr Hintergrund
    Die zweite Zensur, das Gegenwartsunbewusste und das Infantile
    Einflüsse aus der Kinderanalyse
  • Anna Freud
    Lehrjahre in London
    Das Ich und die Triebe - die Kontroverse mit Anna Freud Die interpersonelle Abwehr
    Fundamentale Unterschiede beim Zuhören und Deuten
  • Triebe - Wünsche - Affekte
    Feeling States
    Repräsentanzen
    Wünsche
    Träume
    Der Einfluss von Joseph Sandlers klinischer Theorie
    Die Regulation in der Stunde - feine Abstimmungen
    Entwicklungskonzept oder Präkonzept
  • Ist es Zauberei? - ein Stundenprotokoll
    Die Stunde
    Kommentierte Version der Zauberei-Stunde
  • Zur Schichtung der Abwehr
    Die Rolle der Zensur
    Annehmbar machen in der Gegenwart -
    Rationalisierung und Rechtfertigung
    Die Manifestation des Charakters in der Stunde
    Die Übertragung von Abwehr und die Abwehr der Übertragung
    Die Bedeutung der Lebensgeschichte in der Gegenwart
    Wo bleibt die negative Übertragung?
  • In die Tiefe gehen - zur Frequenzfrage

Zur Geschichte - institutionelle und persönliche Transformationsprozesse

  • Eine Begegnung mit Hindernissen
  • »Finden Sie, dass das Analyse ist?«
  • Spaltung
  • Das institutionelle Klima nach dem Krieg
  • Die isolierte DPG und die IFPS
  • Die selbstbewusste DPG - konzeptueller Dualismus
  • Ein Generationenkonflikt
  • Aufbruch
  • Exkurs: Warum Stundenprotokolle?
  • In der Fremde
  • Wieder zu Hause
  • Jahre großer Veränderungen
  • Verhandlungen und Kompromisse
  • Die Wiederaufnahme der DPG in die IPV

Stationen im Leben Anne Marie Sandlers

Zusammenfassung

Materialien

  • Anmerkungen zu therapeutischen und kontratherapeutischen Faktoren in der psychoanalytischen Technik
    Anne-Marie Sandler
  • Einige theoretische und klinische Auffassungen der Londoner Contemporary Freudians in Stichworten
  • Bibliografie Anne-Marie Sandler

Literatur

Die Autoren

Ingo Focke, Dr. med., ist Nervenarzt, niedergelassener Psychoanalytiker in Stuttgart und Lehranalytiker. Er hat zusammen mit Bernd Gutmann die kasuistisch-technischen Konferenzen mit Anne-Marie Sandler in Deutschland und die Fallkonferenzen der DPG in London viele Jahre geleitet. Von 2011 bis 2017 war er Vorsitzender der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft.

Bernd Gutmann ist Arzt für Psychiatrie und niedergelassener Psychoanalytiker in Berlin sowie Lehranalytiker. Von 2001 bis 2005 war er Leiter des »Ausbildungsausschuss der DPG«; er hat zur Geschichte der Psychoanalyse veröffentlicht, zu klinischen und behandlungstechnischen Themen vorgetragen, und ist Mitherausgeber eines Buches zur Bion-Rezeption in Deutschland.

Rezensionen

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