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Beeinflussungsapparate

Zur Psychoanalyse der Medien

Details

Verlag Semele-Verlag
Auflage/ Erscheinungsjahr 2008
Format 13,8 × 1,5 × 21,6 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung gebunden
Seiten/ Spieldauer 96 Seiten
ISBN 9783938869161

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Zu diesem Buch

Zu einer Zeit geschrieben, da die elektronischen Massenmedien weder technisch noch gesellschaftlich eine Rolle spielten wie heute, bietet Victor Tausks Studie zu den Beeinflussungsapparaten in der Schizophrenie die wohl ungewöhnlichste Deutung der heraufdämmernden Medienwelt.

Man könnte sagen: Bevor Fernsehen und Radio erfunden wurden, existierten sie schon in der Köpfen der schizophrenen Patienten, und zwar als Beeinflussungsapparaturen. Diese Beeinflussungsapparaturen spiegeln Trugbilder vor, sie rufen Stimmhalluzinationen hervor, suggerieren Empfindungen oder entziehen sie, Vampiren gleich, dem Betreffenden. Hat ihr Innenleben die Form eines Menschen, nur ohne Geschlecht, setzen sie sich in den Kopf des Patienten und beginnen für ihn zu denken und zu empfinden.

Mochten all diese Beschreibungen einem Leser zu Beginn des 20. Jahrhunderts wie Nachrichten aus einer fernen Welt erscheinen, so ist der Witz, dass sich all diese Apparaturen auf wundersame Weise eingelöst haben, ja, dass das, was den Patienten fremdartig und bedrohlich erscheint, längst zu unserer alltäglichen Medienumwelt gehört. Wenn aber, wie Tausk sagt, der ›Verlust der Ichgrenzen‹ ein Charakteristikum der Schizophrenie sein sollte, so wäre die Schizophrenie in der Mediengesellschaft zum Normalzustand geworden.

»Steigen Sie heute, am besten mittags, einmal in die U-Bahn und halten Sie Umschau: Alle, fast alle, sitzen wie von unsichtbarer Hand hypnothisiert im Waggon, zwei Stöpsel im Ohr, schauen gebannt, ja geradezu liebevoll, auf kleine Plastiktafeln in ihren Händen, hämmern mit nähmaschinenflinken Fingern staccato auf dort angebrachte Felder ein, reden, nicht selten mit angestrengter Mine, mit unsichtbaren Wesen über am Ohr befestigte Drähte, und sie schauen nicht links, nicht rechts und verhalten sich so, als ob rings um sie nur Wüste sei … – Für Orson Wells würden derlei Bilder gewiss eindringliche Motivvorlagen für ein Science-Fiction-Dehbuch abgegeben haben …«

Aus dem Text, mit dem das Buch in der Novitätenschau Psychoanalyse und Kulturwissenschaften zuerst vorgestellt worden war

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