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Baubo

Die mythische Vulva

Details

Verlag EVA Europäische Verlagsanstalt
Auflage/ Erscheinungsjahr 1981
Format 18,5 × 12,0 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 201 (1) Seiten
Gewicht 145
Reihe 38 s/w-Abb. im Text und auf Tafeln
ISBN 978-3-434-46063-3

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»So Ehre denn, wem Ehre gebührt!
Frau Baubo vor! und angeführt!
Ein tüchtig Schwein und Mutter drauf,
Da folgt der ganze Hexenhauf.« (Goethe, Faust I, Walpurgisnacht)

Zu diesem Buch

Georges Devereux geht es um die "Rehabilitierung" eben der Vulva, deren kulturgeschichtliche Bedeutung aufgrund der ausschließlichen Beschäftigung mit den männlichen Sexualorganen nicht zur Kenntnis genommen wurde. Der griechische Mythos der Baubo, der personifizierten Vulva, und vergleichbare Mythen bei anderen Völkern bilden den Ausgangspunkt für eine Untersuchung, die Licht auf die Symbolik der weiblichen Sexualorgane wirft.

Aus dem Inhalt

Baubo: die personifizierte Vulva

  • Historische Anmerkung
  • Die Gebärde von Baubo
  • lakchos = Vulva
  • Die Vulva und der Kindskopf
  • Äquivalente für Baubo
  • Baubo in Ägypten
  • Die etruskische Baubo-Gorgo
  • Baubo in Japan
  • Baubo, Aphrodite und die Heilige Jungfrau
  • Die Rolle des Klanges und anderer Stimuli
  • Baubo: ihre Etymyologie
  • Baubo = Bau-bau
  • Baubo, die thrakische Sklavin

Deutung des Baubo-Mythos

  • Der neurotische Exhibitionismus
  • Die Wirkungen der zur Schau gestellten Vulva
  • Die Anreizung zur Sexualität
  • Baubo: Auslöser der Sexualität
  • Trauer und Sexualität
  • Demeter: Mutter oder Liebende in Trauer?
  • Zurschaustellung von Schwangerschaft und Geburt
  • Anhang zum zweiten Teil. Die Zurschaustellung des Anus beim Mann 

Vulva und Penis

  • Die Phallus-Frau
  • Baubo = Phallische Menschenfresserin
  • Der zerstörerische Godemiche
  • Schamhaar und weiblicher Phallus
  • Die Reziprozität von Vagina und Penis
  • Die Vaginalisierung des Penis
  • Die Implantation eines Penis
  • Der Röhrenmann und die verstopfte Frau

Gesicht und Genitale

  • Der Unterleib als Gesicht
  • Freuds Aufsatz
  • Die Konvertierbarkeit der Brustknospe
  • Typologie der Skulpturen vom Baubo-Typ
  • Anhang zum vierten Teil. Die doppelte Aussage

Pressestimmen

»(...) Wenn man in Ruhe die Abbildungen der Baubo-Figuren in Devereux’ Buch betrachtet: All diese Frauen, die ihre Vulva entblößen, die keinesfalls an jene Bilder vom ›kleinen Mädchen, dem der Penis fehlt‹, erinnern, – sie sind mächtig, ihr Geschlecht ist vollkommen, von einer solchen Kraft, daß es Angst erzeugen kann –, wenn man also diese Bilder betrachtet, fällt es einem wie Schuppen von den Augen, welche Kraft verlorengegangen ist, als der Frau das Bewußtsein der Macht ihres Geschlechts gestohlen und sie schleichend und allmählich über die Jahrtausende hinweg mit einem ›Penisneid‹ ausgestattet wurde. Da war die Angst des Mannes, gefressen, verschlungen zu werden von dieser Kraft, die Angst vor der ›vagina dentata‹, der mit Zähnen bewaffneten Vagina.

Dem Ethnologen Devereux verdanken wir die ›Ausgrabung‹ der Kraft unseres Geschlechts, müssen aber gleichzeitig sagen, daß ihm bei der Ausdeutung seiner Fundstücke selber unterläuft, was er den Feministinnen vorwirft: die ›phallokratische Mentalität‹. Zu schnell nämlich will er hinaus auf die ›erlebte Erfahrung der Reziprozität‹ von Vagina und Phallus, zu schnell das ›oszillierende Gefühl der Verschmelzung‹ besingen (›Die Frau spürt, daß das Glied, das in sie eindringt, Teil ihres Körperbildes ist‹); zu schnell will er weg von der Provokation, die das Geschlecht der Frau für den Mann bedeutet. Er ist vom Kontakt der Geschlechter zu Recht fasziniert. Aber diese Faszination berechtigt ihn nicht, seinen Ausgangspunkt zu vergessen: den Mythos. Im Mythos haben die Frauen sich allein durch ihre eigene sexuelle Kraft ihrer selbst versichert, haben miteinander gefeiert, einander getröstet. Der Sprung zu dem Teil des Freudschen Werkes, der ein Dogma ist, zum Penisneid-Theorem, ist da einfach schizophren.«

(Karin Struck | Der Spiegel, Ausgabe 34/1981)

Über den Autor

Georges Devereux entstammt einer Familie bürgerlicher ungarischer Juden. Sein Vater György Dobó war Rechtsanwalt und Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, seine Mutter Margarethe Deutsch, zu der er ein eher schwieriges Verhältnis hatte, kam aus Budapest. Prägend für Devereux’ Kindheit und Jugend war seine Beobachtung der fast durchgängigen Unaufrichtigkeit der Erwachsenen und ihres „Mangel an Achtung gegenüber der kindlichen Welt“. Seinen Wunsch, Pianist zu werden, konnt sich Devereux nach einer misslungenen Operation am rechten Handgelenk nicht erfüllen. Nach dem Suizid seines jüngeren Bruders ging Devereux 1926 nach Paris und studierte ein Jahr lang Physik und Chemie bei Marie Curie und Jean Perin. Devereux suchte die „objektive Wahrheit“ in der Physik und die „subjektive Wahrheit“ in der Musik. Nach einer schweren Erkrankung kehrt er in seine alte Heimat zurück und entschloß sich bald, nach Leipzig zu gehen, um dort eine Verlagsbuchhändlerlehre zu machen. Nach Abschluß dieser Ausbildung zog Devereux wieder nach Paris und studierte an der École des langues orientales zuerst nur aus Verlegenheit die malaiische Sprache. Das Studium entfachte sein Interesse für die Völkerkunde, was ihn bewog, bei Marcel Mauss, Lucien Lévy-Bruhl und Paul Rivet seine Studien fortzusetzen. Dank eines Rockefeller-Stipendiums ging Devereux 1932 zur Vorbereitung von Feldforschungen bei den Mohave-Indianern in die USA, wo er 30 Jahre verbrachte und bedeutende Forschungsresultate erzielte. Er betrachtete diese Zeit als die glücklichste seines Lebens. Die Mohave schenken ihren Träumen große Aufmerksamkeit, sie haben „mich zu Freud bekehrt“ (Devereux 1982, S. 20). Später ließ sich Devereux von Marc Schlumberger (1900-1977) und Robert Jokl (1890-1975) analysieren. Seine eigene analytische Ausbildung schloss er 1952 an der Menninger-Klinik (Topeka, Kansas) ab. Von 1953 bis 1955 war er in einer privaten psychiatrischen Klinik für Kinder und Jugendliche tätig, ab 1956 lebte er in New York. Devereux war Mitglied der American Psychoanalytic Association sowie der Société Psychanalytique de Paris. (Quelle: nach WIKIPEDIA u. a.)

Lieferbarkeitshinweis

Bei der SFB in zwei Varianten - als Paperback (21,8 x 15 cm) und als Paperback-Taschenbuch (18,5 x 12 cm) - als Archivexemplare; beim verlag vergriffen.

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