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Amann, Klaus (Hg.)

Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus

Details

Verlag Wallstein
Auflage/ Erscheinungsjahr 04.07.2016
Format 12 × 20
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Hardcover
Seiten/ Spieldauer 140 Seiten
ISBN 9783835319677

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16,90 €


Merkliste

Christine Lavant verarbeitet ihren Aufenthalt in der Psychiatrie literarisch: eine Lektüre, die unter die Haut geht.

Zu diesem Buch

Sechs Wochen verbrachte Christine Lavant als Zwanzigjährige in der 'Landes-Irrenanstalt' Klagenfurt, nachdem sie einen Suizidversuch mit Medikamenten unternommen hatte. Elf Jahre später, im Herbst 1946, schrieb sie über diese Erlebnisse mit Patientinnen, Pflegerinnen und Ärzten in der Institution Psychiatrie. Vor allem aber: über ihre Selbstwahrnehmungen, die Zustände des eigenen Bewusstseins und Unterbewusstseins in dieser existenziellen Situation. Überscharf und mit höchster Intensität setzt die Autorin konkrete Situationen ins Bild, den Klinikalltag, die Behandlungen und die implizite Gewalt, und alles ist durchdrungen von apokalyptischen Phantasien.

Anfang der fünfziger Jahre plante Christine Lavant mit ihrem damaligen Verleger eine Veröffentlichung, allerdings konnte die Autorin sich schließlich doch nicht dazu durchringen: Der Verleger war offensichtlich begeistert, hatte jedoch einen 'frommen Schluss' verlangt. Zu Lebzeiten wurde der Text auf Deutsch nie veröffentlicht. Lediglich eine ins Englische übersetzte Funkerzählung sendete die BBC 1959. Dass der deutsche Text überhaupt erhalten ist, verdankt sich der Übersetzerin Nora Wydenbruck, in deren Nachlass man ihn Mitte der neunziger Jahre fand. 2001 wurde er erstmals publiziert; jetzt liegt er in einer Neuausgabe vor.

Pressestimmen

»Christine Lavant spürt Geschichten auf, die von archaischer Wucht sind und doch ganz gegen wärtig.« Carola Wiemars, Deutschlandradio

Über die Autorin

Christine Lavant geboren 1915 in St. Stefan im Lavanttal (Kärnten), wuchs in ärmlichsten Verhältnissen als neuntes Kind eines Bergmanns auf. Ihre Schulausbildung musste sie aus gesundheitlichen Gründen früh abbrechen; sie litt seit früher Kindheit an schwersten Erkrankungen, die sie lebenslang beeinträchtigten. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie mit Stricken. Christine Lavant begann schon in den 1930er Jahren mit dem Schreiben, ihre ersten Veröffentlichungen erschienen ab Ende der 1940er Jahre. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielt sie 1954 und 1964 den Georg-Trakl-Preis für Lyrik und 1970 den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur. Christine Lavant starb 1973. Ein beträchtlicher Teil ihres literarischen Nachlasses ist noch unveröffentlicht.

Über den Herausgeber

Klaus Amann, geb. 1949, studierte Germanistik und Anglistik an der Universität Wien, war bis 2014 Professor für Geschichte und Theorie des Literarischen Lebens und Leiter des Robert Musil-Instituts Klagenfurt. Er publizierte u.a. Bücher über Adalbert Stifter, Robert Musil und Ingeborg Bachmann und ist Mitherausgeber der kommentierten digitalen Gesamtausgabe von Robert Musil.

Rezensionen

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