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Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Bände 1–7 und Ergänzungsband "Proust-Handbuch" als Broschur-Studienausgabe

Details

Verlag Reclam, Philipp
Auflage/ Erscheinungsjahr 29.09.2017
Format 19 × 12 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 6080 Seiten
ISBN 9783150300565

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148,00 €


Merkliste

Im Herbst 2016 erschien der siebte, abschließende Band der Neuübersetzung, der ersten Gesamtübersetzung des Romans komplett aus einer Hand.

Jetzt bietet der Verlag das Gesamtwerk zusammen mit dem umfassenden Proust-Handbuch aus der Feder des Übersetzters in einer günstigen Broschurausgabe an. (Die inhaltsgleichen gebundenen Bände der Ausgabe sind gleichfalls lieferbar.) 

Zu dieser Neuübersetzung

Im September 2013, 100 Jahre nach dem Erscheinen des ersten Bandes der »Recherche«, begann bei Reclam mit »Auf dem Weg zu Swann« eine neue Übersetzung des Romanwerks zu erscheinen, die erste komplett aus einer Hand, die erste auch, die von dem erst in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts edierten endgültigen französischen Text ausgeht. Sie stammt von Bernd-Jürgen Fischer, ursprünglich Mathematiker und Linguist, der nach elfjähriger Tätigkeit am Germanistischen Fachbereich der Freien Universität Berlin als freier Autor tätig ist und sein Interesse in den letzten zehn Jahren vorwiegend der französischen Literatur zuwandte. 2002 hat er für DTV das zweisprachige Proust-Lesebuch »Trois places, trois femmes, trois métiers« herausgegeben, über das die Neue Zürcher Zeitung urteilte: »Hoffentlich findet Bernd-Jürgen Fischer den Mut zu einer neuen Übertragung des ganzen Werkes«– er hatte ihn.

Editorische Hinweise

Bis tief ins 20. Jahrhundert wurde die Suche als ein Sittengemälde der Belle Époque gelesen, als ein Schlüsselroman der frivolen Pariser Oberschicht der vorletzten Jahrhundertwende. Aus heutiger Sicht geht es jedoch um Tieferliegendes, um die unaufhebbare Einbindung des Individuums in die Gesellschaft und seine Abhängigkeit von deren Entwicklung. Dabei gibt Proust das Wirken auch der unmerklichsten Einflüsse auf der Ebene des Unter- oder Unbewussten zu erkennen. Das erfordert einen ganz neuen Blick auf den Text. Eine zeitgemäße Übersetzung muss moderne Hilfsmittel der Textanalyse anwenden. Sie muss davon ausgehen, dass Proust sich gern in Etymologien verliert und über das Wirken der Zeit auf die Sprache nachdenkt. Dass er seine Wörter nicht setzt, ohne sich über deren historischen und assoziativen Hintergrund im Klaren zu sein. Aus diesem Grund ist die Übersetzung neben den notwendigen Texterläuterungen mit einem Anmerkungsapparat ausgestattet, der jene historischen und kulturhistorischen Informationen enthält, die der moderne Leser erwartet.

Band 1 Auf dem Weg zu Swann

  • Erster Teil: Combray
  • Zweiter Teil: Eine Liebe von Swann
  • Dritter Teil: Ländliche Namen: Der Name
  • Anhang: Zur Textgrundlage, Anmerkungen, Literaturhinweise, Inhaltsübersicht, Namenverzeichnis.

Band 2 Im Schatten junger Mädchenblüte

  • Erster Teil: In der Welt von Madame Swann
  • Zweiter Teil: Ländliche Namen: Das Land
  • Anhang: Zum zweiten Band der Ausgabe, Anmerkungen, Literaturhinweise, Inhaltsubersicht, Namenverzeichnis.

Band 3 Der Weg nach Guermantes

  • Erster Teil
  • Zweiter Teil: Erstes Kapitel / Zweites Kapitel
  • Anhang: Zum dritten Band der Ausgabe, Anmerkungen, Literaturhinweise, Inhaltsübersicht, Namenverzeichnis.

Band 4 Sodom und Gomorrha

  • Erster Teil
  • Zweiter Teil: Erstes Kapitel / Zweites Kapitel / Drittes Kapitel / Viertes Kapitel
  • Anhang: Zum vierten Band der Ausgabe, Anmerkungen, Literaturhinweise, Inhaltsubersicht,Namenverzeichnis.

In Band 4 erkennt der Erzähler endlich die Homosexualität des Baron de Charlus (die dem Leser nicht so neu sein dürfte) und die Doppelrolle der verfemten und zugleich etablierten »Invertierten«, die Marcel wie eine »Rasse« erscheinen, und zahlreicher als zuvor gedacht. Der Erzähler vergleicht sie mit den Juden; während die in Band 3 vieldiskutierte Dreyfus-Affäre nur mehr ein Thema der Salon-Konversation abgibt. Eine zweite Reise ins Seebad Balbec bringt Erinnerungen an die Großmutter, Liebesnächte mit Albertine, Einblicke in ein Homosexuellenbordell, die Aufnahme Marcels in den sich avantgardistisch gebärdenden Salon Verdurin in der Sommerfrische und – diesen Aussetzer des Herzschlags – die Ahnung von Albertines lesbischen Neigungen.

Band 5 Die Gefangene

  • Erstes Kapitel
  • Zweites Kapitel
  • Drittes Kapitel
  • Anhang: Zum fünften Band der Ausgabe, Anmerkungen, Literaturhinweise, Inhaltsübersicht, Namenverzeichnis.

Nach seinem zweiten Sommer in Balbec, wo er Albertine wiedergetroffen hatte und zu der Einsicht gelangt war: »Eine Heirat mit Albertine erschien mir als eine Torheit«, wenig später jedoch beschlossen hatte: »Es ist absolut notwendig, dass ich Albertine heirate« (mit diesen Worten endet Band 4), ist Marcel wieder in Paris. Er quartiert, während die Eltern noch abwesend sind und Françoise wie gewohnt den Haushalt versieht, Albertine bei sich ein, um sie besser vor ihren dunklen Trieben schützen zu können. Das Zusammenleben gestaltet sich zum Teil heiter-erotisch, so in der anspielungsreichen Passage über Pariser Händlerrufe, teils intellektuell anspruchsvoll, so in den Gesprächen über neuere europäische Literatur; in weiten Teilen dagegen ist es von den psychologisch tiefgründigen, quälenden Nachforschungen des Erzählers über das Tun und Lassen Albertines geprägt, wie man sie schon bei Swanns Ausforschungen Odettes in »Eine Liebe von Swann« (in Band 1) kennengelernt hat, die dann auch in fast vorhersagbarer Weise zur Flucht des angeblich so losen Vogels aus seinem goldenen Käfig führen.

Band 6 Die Entflohene

  • Erstes Kapitel
  • Zweites Kapitel
  • Drittes Kapitel
  • Viertes Kapitel
  • Anhang: Zum sechsten Band der Ausgabe, Anmerkungen, Literaturhinweise, Inhaltsübersicht, Namenverzeichnis

Albertine ist gegangen – damit endete Band 5. Marcel versucht nun, sie mit Hilfe von Emissären und Briefen voller Versprechungen zurückzugewinnen. Das scheint zu gelingen, in ihrem letzten Brief kündigt sie ihre Bereitschaft zur Rückkehr an. Doch wird dieser Brief von einem Telegramm überholt, in dem Albertines Tante dem Erzähler mitteilt, dass ihre Nichte bei einem Reitunfall tödlich verletzt worden ist.Die folgenden Kapitel stehen im Zeichen der Trauer und der Trauerbewältigung. Marcel versucht zunächst, Klarheit über Albertines Homosexualität zu gewinnen, und beginnt erst nach einem allmählichen Prozess des Vergessens, sich für andere Frauen zu interessieren. Bei einem Spaziergang im Bois trifft er seine Jugendgeliebte Gilberte wieder. Sie hat inzwischen reich geerbt und ist als Mademoiselle de Forcheville zum Liebling des Faubourg Saint-Germain geworden. Mit seiner Mutter reist er nach Venedig, wo ihm Albertine schließlich ganz und gar gleichgültig wird. Bei der Heimfahrt erfährt er von der Heirat Gilbertes mit Robert de Saint-Loup. Zurück in Frankreich, macht Marcel einen Besuch bei der nun in Tansonville lebenden schwangeren »Strohwitwe« Gilberte de Saint-Loup, deren Mann noch immer beim Militär ist und der inzwischen ein überraschendes außereheliches Liebesleben führt.

Band 7 Die wiedergefundene Zeit

  • Erstes Kapitel
  • Zweites Kapitel
  • Drittes Kapitel
  • Anhang: Zum siebten Band der Ausgabe, Anmerkungen, Literaturhinweise, Inhaltsübersicht, Namenverzeichnis.

Im Frühjahr 1922 setzt Marcel Proust das Wort ›Fin‹ – Ende – unter seinen Roman. Das Erscheinen von »Le temps retrouvé« 1927 wird er nicht mehr erleben; Proust stirbt am 18. November 1922. Mit der Wiedergefundenen Zeit schließt sein großes Romanwerk, und zugleich schließt sich der Kreis; am Beginn und am Ende steht: die Zeit. Und auch die beiden Seiten – Swanns Seite und die Seite der Guermantes – sind, wie sich herausstellt, nur noch zwei Aspekte ein und derselben Sache.

Band 8 Handbuch zu Marcel Prousts »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit« aus der Feder des Übersetzers Bernd-Jürgen Fischer

Bernd-Jürgen Fischer gibt zunächst einen Überblick über Prousts Leben und den familiären Hintergrund, über die Entstehung der Suche, ihre Struktur, ihre Publikationsgeschichte und Rezeption, Übersetzungen in andere Sprachen, zeitgeschichtliche Hintergründe und vieles mehr.
Ein umfangreiches kommentiertes Gesamtregister mit über 3000 Haupteinträgen gibt Aufschluss über Personen (reale und fiktive), Werke, Motive und Themen in der Suche. Man erfährt etwa, wo und in welchem Zusammenhang der Baron de Charlus auftaucht, welche Rolle Rembrandt, Wagner oder Kaiser Wilhelm II. in dem Werk spielen, welche der Alkohol, die Homosexualität, die Zeit u.a. Vor allem aber erlaubt dieses Register, die Beziehung Marcels zu, beispielsweise, Albertine (und jeder anderen Person) durch die 7 Bände der Suche hindurch im Detail zu verfolgen.

Ein derart detaillierter Leitfaden durch Prousts großes Werk existiert selbst in französischen Ausgaben nicht.

Rezensionen

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