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4.0 oder Die Lücke die der Rechner lässt

Details

Verlag Merve
Auflage/ Erscheinungsjahr 11.06.2018
Format 17 × 12 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Buch
Seiten/ Spieldauer 276
Gewicht 200
ISBN 9783962730123

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22,00 €


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4.0 Das Buch handelt von der vierten Medienepoche der Menschheitsgeschichte, der Epoche der elektronischen und digitalen Medien. Drei frühere Epochen gingen ihr voraus, 1.0, die Epoche der Mündlichkeit, 2.0, der Schriftlichkeit, und 3.0., des Buchdrucks.

Zu diesem Band

Auf das Projekt der Moderne, die Inklusion der Gesamtbevölkerung in politische, rechtliche, wirtschaftliche, pädagogische und kulturelle Prozesse der gesellschaftlichen Teilhabe aller, folgt jetzt das Folgeprojekt der Digitalisierung; die Transformation analoger in diskret abzählbare, binär codierte, statistische auswertbare, maschinell berechenbare Prozesse in immer umfassenderen Netzwerken und Systemen.

Nicht wenige erhoffen sich von letzterem, dass die global Rundumvernetztung der Wirtschaft und des Alltags, des Öffentlichen und des Privaten, die Gewähr bieten wird, das alte Projekt der Moderne fortführen und optimieren zu können, indem es die Instrumente bereitstellt, die den Zugang aller zu allen Bereichen der Gesellschaft ermöglichen. Diesen optimistischen oder auch blauäugigen Erwartungen und Wünschen stehen jene entgegen, die Grund zu der Annahme haben, dass Digitalisierung mit seinen einschneidenden Auswirkungen auf alle Lebensvollzüge eben jenes Projekt der Moderne auf perverse Weise schlichtweg beenden und beerdigen wird, indem die Teilnahme aller an Gesellschaft nicht mehr eine Frage der individuellen Entscheidung, sondern der kollektiv verordneten Erfassung aller erreichbaren Daten ist.

Die vom Autor vorgelegten Überlegungen können und wollen diese Kardinalfrage nicht entscheiden. Sie möchten vielmehr das Problembewußtsein diesbezüglich schärfen helfen, indem die hier involvierten Stellschrauben näher in den Blick genommen werden, als dies in der populären debatte um Fragen der Digitalisierung gemeinhin geschieht. Die Automatisierung der Industrie, die politischen Möglichkeiten der Überwachung, die massenmediale Bereitstellung von gewinnorientierten Plattformen für Arbeit, Konsum und Unterhaltung, die wissenschaftliche Erforschung von Welt und Gesellschaft durch die umfassende Verteilung von Sensoren in Stadt und Land, Wasser und Luft sind wichtige Teilaspekte einer technologischen Transformation durch elektronische und digitale Medien, die nur angemessen zu würdigen ist, wenn man das Stichwort der Digitalisierung der Gesellschaft in der Ambivalenz des Genitivs ernst nimmt. In der Formulierung von der Digitalisierung der Gesellschaft steht die Gesellschaft sowohl im genitivus subiectivus als aktives Subjekt der Digitalisierung wie auch im genitivus obiectivus als passives Objekt der Digitalisierung. Um zu verstehen, was der Gesellschaft passiv widerfährt, indem sie sich aktiv verändert, muss man die Gesellschaft verstehen.

Der Autor

Dirk Baecker, Prof. Dr., studierte Nationalökonomie und Soziologie an den Universitäten Köln und Paris-IX (Dauphine); Promotion und Habilitation an der Universität Bielefeld. Nach Lehrtätigkeit an der Universität Witten/Herdecke ist Baecker Inhaber des Lehrstuhls für Kulturtheorie und -analyse an der Zeppelin University, Friedrichshafen. Arbeitsschwerpunkte: soziologische Theorie, Theorie der Gesellschaft, Wirtschafts- und Organisationssoziologie.

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