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120 Tage von Sodom des Marquis de Sade

13 Aquatinta-Radierungen in einer monstranzähnlichen Stahl-/Glaskassette. (Auf 100 Exemplare limitierte Edition)

Details

Verlag Merlin
Auflage/ Erscheinungsjahr 1971
Format Kassette: 33,5 × 45 × 3,9 cm / Motiv: 18,5 × 11,5 cm
ISBN 3-423-04426-8

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Zu dieser Graphikedition

Die edle Stahl-/Glaskassette im Format von 33,5 × 45 × 3,9 cm birgt 13 farbige Aquatinta-Radierungen des bekannten Hamburger Künstlers Johannes Vennekamps auf Bütten; Motivformat: 18,5 × 11,5 cm, Auflage: 100 Exemplare. Die Grafiken sind jeweils vom Künstler signiert und datiert.

Die Radierungen liegen hinter einem verglasten (Plexiglas) Vorderdeckel unter Passepartout in einer Edelstahlkassette, die als Wechselrahmen zur Präsentation jeweils einer Grafik gedacht und entsprechend verwendbar ist. – Sehr edel.

Zu dieser Arbeit und ihrem Thema

Fast 30 Jahre saß de Sade hinter Gittern – in Gefängnissen und zuletzt in der Irrenanstalt von Charenton. Im 19. Jahhundert totgeschwiegen oder als bloße Illustration psychopathologischer Verirrung abgetan, erfuhr sein Werk erst mit Baudelaire und später mit den Surrealisten literarische Anerkennung. Seine geistesgeschichtliche Bedeutung wurde schließlich von den Vertretern der Frankfurter Schule Horkheimer und Adorno anerkannt.

Gemeinhin gelten de Sades »120 Tage von Sodom« als das wohl veruchteste Werk der Weltliteratur: Vier in jeder Hinsicht der Moral abholde und verderbte Honoratioren der Gesellschaft ziehen sich in ein unzugängliches Schloß zurück und zelebrieren dort die abscheulichsten Verbrechen, die der menschliche Geist zu ersinnen vermag. Das Werk mit seinen detaillierten Schilderungen der in ihrer Verrufenheit linear ansteigenden Ausschweifungen bildet die Vorlage für die dreizehn prachtvollen Radierungen von Johannes Vennekamp, der auf den 13 Bögen die Stationen der Wollust und Gesetzesübertretungen ins rechte Bild zu setzen trachtet.

Aus einer Besprechung dieser Kunstedition

"Die Grafikfolge „Die 120 Tage von Sodom“ umfasst 13 Radierungen von Johannes Vennekamp. Bereits das Titelblatt gibt das gesamte Thema vor: Im ovalen Rahmen sehen wir das Profil eines alten Mannes mit Doppelkinn. Inschriften benennen den Dargestellten als „de Sade“, als „göttlichen Donatien“ und „Genie der Freiheit“. Zwei Kreise in der unteren Hälfte des Blattes zeigen links einen erigierten Penis, rechts eine von einer Hand gehaltene und in Richtung Penis herausragende Nadel. Knapper und präziser ließe sich das Thema Sadismus bildnerisch kaum auf den Punkt bringen.

Daß neben den inhaltlichen Aspekten aber auch die formale Gestaltung des Blattes zum Thema hinführt, erschließt sich erst auf den zweiten Blick, nachdem wir uns mit Donatien Alphonse François Marquis de Sade beschäftigt haben. Seine Romane, vor allem sein 1975 von Pier Paolo Pasolini verfilmter Roman „Die 120 Tage von Sodom“ beschreiben stark formalisierte, ja ritualisierte Abläufe sexueller Orgien.

Vennekamp greift dieses Phänomen in seinen Darstellungen auf. Einerseits zeigt und betextet er die zum
Teil erschreckenden sadistischen Sexualpraktiken. Andererseits verwendet er Ovale, Kreise, Bögen und ein
harmlos wirkendes Farbvokabular, um das Ungeheuerliche zu umschließen und einzugrenzen – zudem
zusammengefasst in einer Stahlkassette. Die im Buch ermüdenden Aufzählungen und Ritualisierungen werden in den Bildern durch geometrische Elemente gespiegelt. Anders ausgedrückt: Den Entgrenzungen, den sexuell-sadistischen Tabubrüchen steht das selbst auferlegte Eingrenzende und Ordnende gegenüber. Es sind Fantasien einer Macht, die nur durch den Machtausübenden selbst, durch seine selbst ersonnenen Rituale begrenzt werden.

Insofern können die Schriften de Sades in Hinblick auf eine Philosophie der Freiheit und des Fesseln
sprengenden Tabubruchs gelesen werden. Aus Sicht der Psychotherapie sind jedoch eher Fragen nach den
individuellen Ursachen zu stellen, die an ein Ausagieren erlittener Traumatisierungen und an die Stabilisierung eines gefährdeten Selbstwertgefühls durch sadistische Fantasien und Handl
ungen denken lassen. Das „Genie der Freiheit“ erscheint aus diesem Blickwinkel als Getriebener."

Dr. med. Hartmut Kraft, in: Deutsches Ärzteblatt, 3/2012

Lieferbarkeitshinweis

Bei der SFB-Kunstabteilung ein sehr gut erhaltenes Archivexemplar. Die dreizehn Originalgrafiken waren noch nie entnommen und gerahmt und sind in bester Erhaltung, die schwere Edelstahlkassette in gleichfalls sehr gutem Zustand; das Plexiglas mit ganz leichten, kaum sichtbaren Kratzspuren. Das begehrte Werk ist im Kunsthandel seit Jahren nicht mehr zu bekommen.

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