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Novitätenschau Psychoanalyse / Kulturwissenschaften - OKTOBER 2026 |
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Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser der Novitätenschau, Sie erhalten heute die Oktober-Ausgabe der ›Novitätenschau‹, dem ersten Herbstmonat, der mit der Frankfurter Buchmesse und der Verleihung des ´Friedenspreises des Deutschen Buchhandels` in der Frankfurter Paulskirche, (in der von 1848 bis 1849 die Frankfurter Nationalversammlung des ersten demokratisch gewählten gesamtdeutschen Parlaments tagte), die jährliche Hochsaison für LiteraturfreundInnen eröffnet wird. Zahlreiche interessante Themenfenster informieren Sie einmal mehr über wichtige Neuerscheinungen und bewährten Titel, etwa zur Frage, was DENKEN aus psychoanalytischer Perspektive sein mag und ob ein Zusammenhang mit der Melancholie besteht? Günter Seidler untersucht den Zusammenhang zwischen Hysterie und ´enteigneter` Sexualität. - Aktuelles zu den ´Berichten an den Gutachter` erfahren Sie ebenso wie interessante kulturwissenschaftliche Beiträge über eine mögliche Liaison zwischen Psychoanalyse und Vampirismus. - Feine Romanausgaben anläßlich des 100. Jahrestages des Erscheinens von Kafkas ´Das Schloß` und Arthur Schnitzlers ´Traumnovelle` sowie ein edles Galerieangebot zu einer Werkausgabe mit Originalgrafik von Tarjeid Vesaas runden diese Ausgabe ab. Freuen Sie sich auf lesenswerte Bücher, die es verdienen, bewußt aus unbedenklicher Quelle besorgt zu werden. |
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In dieser Ausgabe
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Der kurze
Weg zur SFB: Bestelltelefon (D) 0800 588 78
30
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DEUTSCHLAND: Einig? - demokratisch? - gespalten? - verzagt? |
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»Verfluchtes Volk! Kaum bist du frei, Johann Wolfgang von Goethe, in seiner neunten „Zahmen Xenie“ Bis heute wird die Geschichte der Bundesrepublik, der DDR und des wiedervereinigten Deutschland oft auf getrennten Wegen erzählt und geschrieben. Zugleich klaffen die Vorstellungswelten und Erfahrungsräume in Ost- und Westdeutschland weiterhin auseinander, vielleicht sogar stärker als vor einigen Jahren. Diesen Fliehkräften will sich dieses Buch entgegenstellen. Die Grundidee der 31 in diesem Band versammelten Essays besteht darin, wesentliche Entwicklungen von Staat und Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft, Mentalitäten und Geschichtsbildern seit dem Zweiten Weltkrieg als Phasen einer gemeinsamen, wenn auch über weite Strecken antagonistischen deutsch-deutschen Geschichte zu verstehen. Nur auf diesem Weg kann es gelingen, die historische Grammatik zu entschlüsseln, welche die lebensweltlichen Konflikte zwischen »West« und »Ost« noch bestimmt. Hinweis: In der Vollansicht dieses Titels finden Sie auf SFB-Online das Inhaltsverzeichnis mit allen Beiträgen dieses Readers Die Herausgeber: Prof. Dr. Dominik Geppert ist Professor für Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Universität Potsdam und Präsident der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien e.V. in Berlin // Dr. Daniel Deckers ist verantwortlicher Redakteur für »Die Gegenwart« der Frankfurter Allgemeinen Zeitung FAZ |
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NEU AUFGELEGT: Theorien des Denkens in der Psychoanalyse |
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»Denken ist ein Probehandeln mit Verringerung der Besetzungsenergien unter geringstem Aufwand (Verschleiß) von solchen.« - Sigmund Freud, Formulierungen über die zwei Prinzipien des psychischen Geschehens (1911) »Das Denken muss als eine Aktivität verstanden werden, die der Psyche aufgezwungen wird, um mit einer Frustration fertig zu werden.« - Wilfred Bion, in: Lernen durch Erfahrung (1962) |
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„Die Klarheit der Sprache und die Unvoreingenommenheit, mit der die Autorin die großen psychoanalytischen Denker untersucht und darstellt, machen das Buch zudem für Lernende außerordentlich lohnend.“ Helga Kremp-Ottenheiym, in der Zeitschrift für psychoanalytische Theorie und Praxis ZpTP Marianne Feurer spannt in ihrer informativebn Arbeit einen Bogen von den Grundzügen einer Theorie des Denkens bei Sigmund Freud (erstes Kapitel) bis zu A. Greens Theorie der Tertiärprozesse (sechstes Kapitel). - Im zweiten Kapitel wird D. W. Winnicotts paradoxe Theorie der Denkentstehung untersucht: das Baby braucht zugleich eine vollkommene Umwelt und deren Versagen, damit seine geistige Aktivität in Gang kommt. - Mit P. Aulagniers These eines originären Denkprozesses, der dem primär- und sekundärprozesshaften Denken vorausgeht, setzt sich das dritte Kapitel auseinander. W.R. Bion - dem psychoanalytischen Theoretiker des Denkens - sind zwei Kapitel gewidmet. Das vierte Kapitel untersucht Bions Theorie der Denkentstehung aus der projektiven Identifizierung und seine These vom Oszillieren des Denkens zwischen paranoid-schizoider und depressiver Position. Im fünften Kapitel wird Bions Spätwerk dargestellt, in dem er den Bedingungen lebenslangen geistigen Wachstums nachgeht. Abschließend werden die verschiedenen Theorien in ihren zentralen Aussagen zusammengefasst und miteinander verglichen, um ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten. Die Autorin: Martina Feurer studierte Psychologie an der FU Berlin. Sie ist Psychoanalytikerin in eigener Praxis in Freiburg. Mit der vorliegenden Arbeit promovierte sie an der Universität Kassel. |
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GEIST und PSYCHE: MELANCHOLIE und DENKEN - ein Paar? |
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»Das Denken ist nicht nur Kontemplation, es ist vor allem Furor. Es gibt Denken, es gibt Kontemplation nur, wenn es zuvor Furor gegeben hat, wenn der Geist – so sagte Bruno – beim Anblick der Abscheulichkeit der Menschen und der Welt, hinabgestiegen »in den niedersten Teil … sich zerfleischen und zerreißen fühlt.«. Giorgio Agamben, 13. November 2023 Melancholie ist mehr als ein individuelles Gefühl - sie ist nach Ansicht des italienichen Philosophen ein genereller Grundzug unserer Epoche. Godanis Buch erweiterte, rehabilitiert das Konstrukt der Melancholie, indem sie auch als eine Äußerungsform der Welterkenntnis verstanden werden kann. Was wie Rückzug aussieht, ist die Absage an eine Wahrnehmungsweise, die die Dinge zu bloßen Objekten macht. Es gibt wohl keine Epoche ohne Melancholie, ohne tiefe individuelle Traurigkeit, ohne innere Qual, ohne Seelenschmerz. Doch es gibt eine Epoche, in der die Melancholie aufhört, ein bloß individuelles Gefühl zu sein, und zum Grundzug des Lebens wird: die Moderne. Denn erst in der modernen Welt geht die Melancholie mit einem radikalen Verlust des Weltsinns einher. Warum kommt es dazu? Warum erlebt man gerade im Zeitalter des Begehrens, der Praxis, der Technik, der verallgemeinerten Produktion eine epidemische Ausbreitung der Melancholie? - Das sind die Fragen, von denen Melancholie und Ende der Welt ausgeht – ein Buch, in dem Paolo Godani seine Leser auf eine schwindelerregende Reise mitnimmt – auf der Suche nach grundlegenden Begriffen wie Körper, Endlichkeit und dem Lebendigen. Aus der Einleitung des Autors "(...) Die allgemeine Voraussetzung, auf die die folgenden Analysen sich gründen werden, ist, dass die Melancholie – wie im Übrigen ein Großteil dessen, was in den Bereich der ›Psychologie‹ fällt – kein Phänomen ›persönlicher‹ Natur ist, sondern sozialer, kultureller, historischer und sogar metaphysischer Natur. Die Materialien, derer wir uns bedienen werden, sind literarischer, philosophischer und politischer Art, denn wer die Melancholie erforscht, muss sich unweigerlich als Kliniker der Zivilisation verstehen und, genauer, als Kliniker jener Zivilisation – der unseren –, die auf bestimmten grundlegenden Voraussetzungen gründet, welche zugleich die grundlegenden Voraussetzungen der melancholischen Affektion sind. Auf das Wesentliche gebracht, handelt es sich dabei um den Sinn für die Endlichkeit aller Dinge und eine bestimmte Wahrnehmung des Körpers. (...)" Inhalt: Einleitung I. Die nackte Existenz: 1. Trauer um die Dinge der Welt / 2. Das Reale ohne Sinn / 3. Eine melancholische Struktur // II. Der morbide Körper: 1. Nihilismus / 2. Eine neue Erfahrung / 3. Das Innere und das Intime // III. Ekstatische Utopie: 1. Faschistische Faszination / 2. Marxismus und Melancholie / 3. Ekstase und Schizophrenie // IV. Die Umkehr der Melancholie: 1. Das Schauspiel der Welt / 2. Der andere Zustand der Dinge / 3. Eine fröhliche Wissenschaft / Schluss, Literaturverzeichnis Stimmen zum Buch »In der chaotischen, von Notstand und Krieg geprägten Epoche, in der wir leben, wird ein für die Moderne typisches Gefühl wieder aktuell. Ihm gilt es offen ins Auge zu sehen, wie Paolo Godani in seinem neuen Essay vorschlägt.« - in: La Repubblica, 28. Januar 2025 Der Autor: Paolo Godani, geboren 1974 in La Spezia, lehrt Ästhetik an der Universität Macerata. Er forscht zur zeitgenössischen französischen Philosophie (Bergson, Foucault, Deleuze, Rancière), zur Literaturphilosophie und zur politischen Theorie. |
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Aus dem Klassischen Fachantiquariat: VORBEWUßTES DENKEN |
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Grinstein 33750; Marinelli 85; Erste deutsche Ausgabe und erste Veröffentlichung von Anna Freud in Buchform. ›Das Ziel, das ich mir in dieser Arbeit gestellt habe, ist die Aufdeckung der Mechanismen des vorbewußten, phantasierenden Denkens. Inwieweit dieser Versuch erfolgreich ist, überlasse ich dem Leser zur Beurteilung.‹ Aus dem Geleitwort Sigmund Freuds: »Das vorliegende Buch des Dr. Varendonck enthält eine bedeutende Neuheit und wird mit Recht das Interesse aller Philosophen, Psychologen und Psychoanalytiker erwecken. Es ist dem Autor in jahrelangen Bemühungen gelungen, jener Art von phantasierender Denktätigkeit habhaft zu werden, welcher man sich während der Zustände von Zerstreutheit hingibt und in die man leicht vor dem Einschlafen oder bei unvollkommenem Erwachen verfällt. (...) Manche Punkte in der Psychologie des Traumes und der Fehlleistungen finden durch die Beobachtungen von Dr. Varendonck eine sichere Erledigung.« Der Autor: Julien Varendonck (1879-1924), gehörte zu den Pionieren der Psychoanalyse in Belgien und war Mitglied der Niederländischen Psychoanalytischen Gesellschaft. Er war bis 1922 bei Theodor Reik in Analyse. Internationale Aufmerksamkeit gewann er mit seiner einzigen, von Sigmund Freud sehr gelobten Arbei über das ´Vorbewußte Denken`, die in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Zum Erhaltungszustand: Das Klassische Fachantiquariat verfügt von dieser grundlegenden Arbeit Varendoncks über wenige Exemplare der Erstausgabe in der besseren Bindevariante in Halbleinwand und in jeweils besonders guter Erhaltung; innen jeweils frisch, ohne Anmerkungen, Anstreichungen, das Papier altersbedingt leicht nachgedunkelt - Alternativ es ein weiteres Exemplar mit etwas stärkeren Gebrauchsspuren und leichter Bestoßung an den Buchkanten; auch dieses ohne störende Anmerkungen, Anstreichungen, zu einem besonders günstigen Preis. - Insgesamt jeweils gute und sammelwürdige Exemplare dieser interessanten Arbeit. |
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GUT ACHTEN! in der Psychotherapie - Berichte an den Gutachter |
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Erfolgsgeleitete Antragsarbeit in der analytisch orientierten Psychotherapie Der neue ´Boessmann` verwandelt die lästige Pflicht des Kassenantragschreibens und die latente Angst vor Kürzungen oder Nichtbefürwortung durch den Gutachter zu einer professionelle Routine, die zudem wertvolle erfahrungsgeleitete Erkenntnis generieren hilft! Das bewährte Manuals hilft analytisch arbeitenden PsychotherapeutInnenm, bei den geforderten Berichten an den Gutachter den jeweiligen Patienten individuell in seiner aktuell relevanten unbewussten Konfliktdynamik besser zu verstehen und aus diesem Verständnis heraus konkrete und fokussierte therapeutische Konsequenzen zu entwickeln. Die aktualisierte Auflage berücksichtigt alle relevanten Neuerungen und vermittelt eine bewährte Systematik, wie die Berichte an den Gutachter auf das Wesentliche konzentriert und in vertretbarer Zeit richtliniengerecht anfgefertigt werden können. ´Berichte an den Gutachter` bieten unter anderem diese Themen: Die wichtigsten Begriffe der psychoanalytischen Neurosenlehre / Die zielführende Strategie bei der Erstellung der Berichte an den Gutachter / Anleitung zur Formulierung der Psychodynamik / Die Darstellung der lebensgeschichtlichen Entwicklung / Behandlungsplanung und Zielsetzung / Die Formulierung der Prognose im Bericht an den Gutachter / Beispiele für Berichte an den Gutachter./ Zusätzlich im Buch: Zugang zum Online-Programm. Der Autor: Udo Boessmann ist Facharzt für Allgemeinmedizin und Psychotherapeutische Medizin. Ermächtigt von der hessischen Landesärztekammer bildet er ärztliche und psychologische Psychotherapeuten aus. Die Schwerpunkte seiner Lehrtätigkeit sind: Theoretische Grundlagen der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie, diagnostische und therapeutische Nutzung der Arzt-Patient-Beziehung mit besonderer Berücksichtigung von Übertragung, Gegenübertragung und Widerstand, methodenübergreifende Supervision. |
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Die Berufsordnungen der Länder und die Musterberufsordnung der BPtK sind in den letzten 25 Jahren regelmäßig neueren Entwicklungen in Recht und Gesellschaft angepasst worden. Seit der letzten Auflage waren es vor allem neue Regelungen zur Schweigepflicht im Strafgesetzbuch (Stichwort: Einbeziehung von Gehilfen der Berufsgeheimnisträger) und Entwicklungen der Fernbehandlung, die zu Änderungen der Berufsordnungen führten. Daneben hat die Auseinandersetzung mit den Vorschriften der Berufsordnung der Psychotherapeuten sowohl in der Literatur als auch in der Rechtsprechung in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Seit der letzten Auflage waren es vor allem neue Regelungen zu Videosprechstunden und die Ausbildungsreform. Diese und weitere Änderungen wurden auf dem 47. Deutschen Psychotherapeutentag im November 2025 beschlossen. Aufgrund dessen wurden in der vorliegenden Neuauflage nahezu alle Vorschriften der Musterberufsordnung aus der Auflage von 2020 in ihrer Kommentierung überarbeitet. Weiterhin wurden im Kapitel III dieses Kommentars Fallbeispiele zur Fernbehandlung und zu den sozialen Medien ergänzt. Eine Vielzahl von Literaturhinweisen und die Sammlung von Urteilen in der Form von Leitsätzen begründen und ergänzen das umfangreiche Werk. Erneut wurde bei jedem Paragrafen eine Übersicht zu den abweichenden Regelungen der Landeskammern vorangestellt. Mit diesem Werk erhalten Psychotherapeuten praxisnahe und verständliche Informationen zu ihren Berufspflichten sowie zur Tragweite der berufsrechtlichen Vorgaben. Juristen profitieren von fundierten Erläuterungen und Querverweisen für die Anwendung der Berufsordnung in berufsrechtlichen Fragen. Die AutorInnen Inge Berns arbeitet als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin in einer Gemeinschaftspraxis in Hannover. Sie ist Dozentin und Supervisorin am Winnicott Institut Hannover, einer Ausbildungsstätte für psychoanalytische und tiefenpsychologisch fundierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Martin H. Stellpflug, M.A. (Lond.), Rechtsanwalt Prof. Dr., ist Fachanwalt für Medizinrecht und für Sozialrecht und Partner der auf das Gesundheitsrecht spezialisierten Kanzlei Dierks & Bohle in Berlin. Seit Verabschiedung des Psychotherapeutengesetzes bildet die Beratung und Interessenvertretung der Psychotherapeuten einen Schwerpunkt seiner anwaltlichen Tätigkeit. Als Justitiar der Bundespsychotherapeutenkammer hat er die Entstehung der Musterberufsordnung dicht begleitet. Er ist Autor zahlreicher medizinrechtlicher Veröffentlichungen. |
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PSYCHOANALYSE: ›Das verknotete Subjekt‹ - Hysterie in der Moderne |
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Wo bleiben die Spuren der Gewalt, die seit jeher von Menschen gegen Menschen ausgeübt wurde, insbesondere die Spuren sexueller Gewalt? Seidlers Antwort: Sie finden auch im Krankheitsbild der Hysterie ihren Ausdruck! Und so verwundert es nicht, dass die Hysterie ein Krankheitsbild ist, das die Menschheit seit »ewigen Zeiten« beschäftigt. Nach einer einzigartigen Darstellung der Geschichte der Hysterie, entwirft der Autor sein eigenes, völlig neues Konzept dieses Krankheitsbildes und stellt aktuelle Konzeptualisierungen und Daten zum Krankheitsbild dar. Anschließend stellt der Autor seinen eigenen therapeutischen Ansatz vor und endet mit Überlegungen zu der Frage, inwiefern aktuelle gesellschaftliche Tendenzen, etwa die Überbetonung von Performance gegenüber Inhalten oder die Rede von der hysterischen Gesellschaft, eine Fortsetzung hysterischer Erscheinungen fördern. Aus der Einleitung des Autors: "(...) Wer psychotherapeutisch, insbesondere, wer psychoanalytisch arbeitet, weiß um die Unzulänglichkeit von »Einwort-Diagnosen« im Sinne der ICD und des DSM. Scheinbar werden Krankheits-Entitäten beschrieben, ohne dass es solche wirklich gibt. Die Diagnosen sind nämlich aus Wechselseitigkeitsverhältnissen zwischen Diagnostiziertem und Diagnostizierendem hervorgegangen und tragen immer auch den Abdruck dessen, der sie vergeben hat. Das wiederum führt zum Problem der Deutungshoheit: Wer stellt Diagnosen über wen? Wer konzeptualisiert Krankheitsbilder von wem, wer Therapiekonzepte für wen? - Trotzdem hat es sich bewährt, mit diesem Wissen im Hinterkopf, so zu tun, als ob es seelische Krankheitsbilder »an sich« gebe, also auch eine »Hysterie«. Ich bitte die Leserschaft um ein redliches Bemühen, diesen Spagat, zumindest vorübergehend, zu versuchen! (....) In meinem Verständnis ist »die Hysterie« keine statische Krankheitsentität, sondern es handelt sich um zunächst intrapsychische Prozessgeschehnisse, die Ausdruck sind von immer wieder neu gestarteten Versuchen, sich mit einer individuell entfremdeten, nicht angeeigneten Sexualität zu arrangieren. Die fehlende eigene »Leibhaftigkeit« wird als schmerzlich und leidvoll erlebt; die Betroffenen sind subjektiv dauernd mehr oder weniger »krank«, was bereits Tourette auffiel (Tourette, 1894, S. 77–282). Allerdings lässt ihr »Kranksein« auch deren Umfeld leiden, zumal die Betroffenen ihr subjektiv wahrgenommenes Leiden in ihrer Not und ihrem Wunsch, wahrgenommen zu werden, meistens zu funktionalisieren verstehen. Oftmals schimmert dann auch eine Vorwurfshaltung durch mit dem Inhalt, beschädigt worden zu sein. Diese Prozessgeschehnisse haben formal und dynamisch eine relativ überdauernde Qualität und sind auch untereinander, also bei verschiedenen Menschen mit derselben Thematik, so ähnlich, dass es offenbar möglich erschien, sie allgemein, abstrakt, losgelöst von einem bestimmten konkreten Menschen, als »Krankheit« zu konzeptualisieren. Mit der Zuschreibung des Merkmals einer Krankheit wird dann allerdings ein weiteres Prozessgeschehen aktiviert: Die Betroffenen, die jetzt als »Kranke« definiert sind, werden sozial in ähnlicher Weise marginalisiert, wie ihnen ihre eigene Sexualität entfremdet und nicht verfügbar ist. Im hier vorgeschlagenen Verständnis handelt es sich also bei der Hysterie um eine charakteristische Psychodynamik, die wiederum bestimmte andere »Prozessvariablen« nach sich zieht, etwa das Symptom der Dissoziation. (...)" Der Autor: Günter H. Seidler, Prof. em. Dr. med., war von 2002 bis zu seiner Pensionierung 2015 Leiter der Abt. Psychotraumatologie am Zentrum für Psychosoziale Medizin der Uniklinik Heidelberg. Er ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie sowie für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Lehranalytiker, Gruppen-Lehranalytiker und EMDR-Supervisor. |
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Fachzeitschriftenexpedition der SFBBücher und Fachzeitschriften aus EINER Hand beziehen; Synergieeffekte (= Mehrwehrt) sehen und für die eigene Arbeit nutzen: Die Zeitscheriftenexpedition der SFB ist seit Jahrzehnten die bewährte Anlaufstelle für die Annahme, Verwaltung und zuverlässige Auslieferung aller lieferbaren Fachzeitschriften-Abonnements sämtlicher Verlage und über die verschiedensten Disziplinen hinweg. Die Vorteile: Die Berechnung der Zeitschriften erfolgt über die SFB und selbstverständlich zu den jeweils von den Verlagen festgesetzten Originalpreisen. Sie erhalten die Zeitschriftenausgaben jeweils sofort nach Erscheinen und unmittelbar ab Druckerei /dem Verlag - Sollte eine Ausgabe ggfs einmal nicht zugestellt worden sein, kümmern wir uns in der SFB um die Reklamation und Nachlieferung. Insbesondere wer bislang seine Zeitschriften noch über die diversen Verlage bezieht, ist dringend eingeladen, diese Abonnements umzustellen. - Jetzt, im letzten Quartal des Jahres, ist die passende Gelegenheit, dies zu tun. - Die SFB unterstützt Sie in Kooperation mit den Verlagen, diese Umstellung jetzt ohne großen Aufwand zu tun. - Rufen Sie uns einfach auf dem ´kurzen Dienstweg` an oder schicken Sie eine Kurzmail mit dem /den zur Abo-Umstellung gewünschten Zeitschriften. |
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PSYCHOANALYSE und Vampirismus: Von der Blutleere zur Blutlehre |
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Untote, wohin man blickt ..."Bram Stokers Vampirroman "Dracula" erschien im Jahr 1897. Zur selben Zeit entwickelte Sigmund Freud seine Psychoanalyse als Wissenschaft vom Unbewussten, und es entstand als Illusion des bewegten Bildes die technologische Aufnahme- und Projektionsapparatur des Kinos. In seinen "Vampirismus-Vorlesungen" unternimmt der Literaturwissenschaftler Laurence A. Rickels den Versuch, diese drei Phänomene zusammenzudenken. Mehr noch, Vampirismus-Diskurs und Psychoanalyse sind für ihn eins, genauer gesagt: "Psychoanalyse und Vampirismus sind die miteinander konkurrierenden Wissenschaften des Untoten". Dazu kommt das Kino: "Zerschneiden, sezieren und zusammensetzen ergeben im Prozess des Filmschnitts einen Corpus, der durch Projektion belebt oder wiederbelebt wird." Untote, Wiederbelebte, wohin man blickt. Der Vampir ist das, was tot schien, aber nicht ist. Er ist das, was wiederkehrt unter die Lebenden, ohne selbst lebendig zu sein. Er ist, mit Rickels gesprochen, die Verkörperung unserer Unfähigkeit, zu trauern. Freud sagt: Um zu trauern, müssen wir von dem, was gestorben ist, radikal Abschied nehmen, sonst bleiben wir ihm unglücklich verhaftet. Der Name für dieses Verhaftetbleiben ist eben "Melancholie" und der Vampir führt vor Augen, welche Anstrengung es kostet, die Melancholie zu überwinden. Man muss, anders gesagt, um trauern zu können, das töten, was tot ist, oder, mit der dem Thema angemessenen Drastik: dem, von dem man nicht los kommt, mit eigener Hand den Pfahl durchs Herz treiben. Erst einmal ist jeder Tote aber Vampir, geht um, in uns und auf der Leinwand." Aus einer am 15.04.2008 in der TAZ erschienenen Rezension von Ekkehard Knörer |
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Die Psychoanalyse versteht den Vampirmythos als eine der wirkmächtigsten kollektiven Projektionen der menschlichen Psyche überhaupt. Denn diese verbindet verdrängte Sexualität, Todesangst, Aggression und (unterlassene) Trauerarbeit. Laurence A. Rickels führt durch und in die unsäglich hoffnungslose Welt der Vampire. Von Nosferatu bis zu Interview mit einem Vampir werden die Quellen dieser Figuren aus der Horrorwelt psychoanalytisch und medientheoretisch gelesen und gedeutet. Der Vampir wird dechiffriert als zunehmend platzgreifende Gestalt im morbiden Fundus psychischer Projektionen. Unbetrauerbarer Verlust läßt ihn zu einem lieblos Liebenden der besonderen Art werden. Auch die zunehmend anzutreffende ›Gadget-Love‹, die Liebe zum technischen Objek, spielt hier eine Rolle, steht der Vampir doch als Phantasma für die begehrten, jedoch misslungenen Beziehungen zu toten geliebten oder nur aus dem Cyberspace virtuell zugeschalteten Menschen. – Damit wird der Vampir mit seinem unerfüllbaren Liebes- und Beziehungsbegehren zu einem Gleichnis für das bittere Los unserer Gesellschaft, die immer mehr vorzeitig Scheintote generiert, blutleer-austauschbare Wesen, welche in entfremdenden Netzwerken Lebendiges zu finden hoffen – und doch meist nur ihresgleichen finden. Oder anders gesprochen: Das Bild vom Vampir wird zum Sinn-Bild für die massenhaft erzeugte Unfähigkeit zu lieben. In der bekannt gediegenen Ausstattung des Berliner Avantgarde-Verlags Brinkmann u. Bose hier ein Kleinod in Text und Gestaltung, welches furchtlosen Analytikern, Sprachfaszinierten, Cineasten und überhaupt jedem Frei-Denker Anregung und Erbauung in Fülle bieten dürfte. Der Autor: Prof. Dr. Laurence A. Rickels, geboren 1954, lebt und arbeitet in Karlsruhe. Studium der Anglistik, Germanistik, Komparatistik, und Philosophie an der University of Pennsylvania, Freien Universität Berlin, und Princeton University (Magister Artium 1978). Promotion in German Literature 1980 an der Princeton University mit einer Arbeit »The Iconic Imagination: Pictorial Signs in Lessing, Keller, and Kafka«. 1981-2011 Professor für Deutsche Literatur und Komparatistik und außerordentlicher Professor für Kunst und Film an der University of California, Santa Barbara. Seit 2005 Sigmund Freud Professor für Medientheorie und Philosophie an der European Graduate School (Quelle: Kulturverlag Kadmos, Berlin) |
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Bereits mit dem Titel ´Geprüfte Seelen` erweiterte der Autor den Begriff Integration im Rahmen der psychoanalytischen Theorie Melanie Kleins einer „inneren Welt“ aufgegebener Objektbeziehungen. Das Konzept einer integrierenden Trauer wird von Rickels in ´Der integrierte Vampir` über D. W. Winnicotts Analyse asozialer Tendenzen konsequent weiter ausgeführt und auf das sozio-historische Problem der Eindämmung psychopathischer Gewalt angewandt. Rickels deutet die Aktualisierungen des Vampirmythos im 21. Jahrhundert als Figuren der Integration, deren Spuren er auch im Science-Fiction Genre der Nachkriegszeit ausmacht: in den Zukunftsvisionen „deutscher Science-Fiction“, die er als verschlüsselte Integrationsgeschichte Deutschlands nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches liest. Der Fokus liegt dabei auf jener der Fähigkeit zu trauern vorgelagerten Phase der Integration, die Melanie Klein als Wiedergutmachung bezeichnet. Im Wechseln zwischen Science-Fiction-Lektüren und Fallstudien zur modernen Kunst zeichnet die Untersuchung ein Portrait der Nachkriegswelt, das weder die Zerstörung noch die unhaltbaren Assoziationen außer Acht lässt, die auf den Spuren der Trauer entstehen und die eine Wiedergutmachung nachzeichnen muss. Im Schlusskapitel über die Kunstaustellung „Checkpoint California“ übernimmt „Kalifornien“ die Rolle der „Science-Fiction“ im Diskurs über die Integration Deutschlands. |
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KLASSISCHES ANTIQUARIAT - Ernest Jones: Von Untoten albträumen |
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Im Angebot: Ein schönes Exemplar dieser interessanten Untersuchung des Freud-Schülers aus den Anfängen der Psychoanalyse Aus dem Vorwort zu
dieser Erstausgabe: »In der folgenden Veröffentlichung
wurde der Versuch gemacht, den Eindruck, den die Erfahrungen des Alpdrucks
auf die Bildung gewisser falscher Vorstellungen hervorriefen,
festzustellen. Diese Vorstellungen haben viel Gemeinsames, sie erreichten
alle ihren Höhepunkt zur selben Zeit, ungefähr zwischen 1450 und 1750;
ihre ursprüngliche Gestalt wird von Vielen, ihre wesentlichen Elemente
werden von einer noch größeren Anzahl festgehalten. Die tiefste Quelle
ist bei allen die gleiche und sie alle haben eine unberechenbare Summe von
menschlichen Leiden verursacht. (...) Ich habe meine Aufmerksamkeit nicht so sehr auf die historischen Seiten der betreffenden Vorstellung gelenkt, als auf ihre tiefste psychologische Bedeutung. Selbst auf diesem eingeschränkten Feld konnte ich nur einen sehr kleinen Teil des außerordentlich großen brauchbaren Materials behandeln; daher kann ich kaum annehmen, daß die ausgesprochenen Schlüsse als bewiesen angesehen werden, doch hoffe ich, sie genügend wahrscheinlich gemacht zu haben, um zu zeigen, daß der Gegenstand einer eingehenderen Untersuchung vom überlegenen Standpunkt der modernen psychoanalytischen Kenntnis aus wert ist. Angst und Zwang waren immer die beiden größten Geißeln der Menschheit und die hier untersuchten Vorstellungen gehören zu ihren verhängnisvollsten Folgen. Wenn man sich erinnert, daß diese Kräfte heute ebenso wirksam sind als im Mittelalter, wenn auch ihre Äußerungen nicht so sichtbar zu Tage treten, wird man zugeben, daß der Gegenstand des aktuellen Interesses nicht entbehrt.« Die Kapitel: I. Traum und Glauben // II. Der Alptraum // III. Inkubus und Inkubation // IV. Der Vampir // V. Der Wehrwolf // VI. Der Teufelsglaube // VII. Die Hexenepidemie Zum Erhaltungszustand: Das Klassische Fachantiquariat der SFB verfügt über ein besonders gut erhaltenes Exemplar dieser frühen und seltenen Erstausgabe in einer privaten Hardcoverbindung und marmoriertem Bezugspapier; innen ganz frisch und ohne Anmerkungen, Anstreichungen oder Stempeln; offenbar ungelesen. - Ein gutes und sammelwürdiges Exemplar; SELTEN! |
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GEIST und PSYCHE: (Wie) kommt das Unbewußte in die KI? |
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›Die Sprache ist das Haus des Seins‹Martin Heidegger, 1947 Für die Philosophie gehört die Sprache und Denken zu den vornehmsten und wichtigsten Fähigkeiten des Menschen: Diese ermöglicht es, Welt durch Bedenken und prachlichen Austausch sich selbst und anderen zu erschließen, auch die intimsten Gedanken zu artikulieren, sich über Wertvorstellungen zu verständigen und ist entscheidend für die besondere Freiheit und Souveränität, mit denen Menschen ihr Leben führen. Was aber geschieht, wenn Menschen sich von einer von ihnen selbst ersonnenen Sprachmaschine die Welt erklären, Informationen und Werte vermitteln und das eigenständige Denken abnehmen lassen? Der im Feld der neuen Medien und KI-Entwicklung forschende und Reflektierende Roberto Simanowski will es genauer wissen und begibt sich in seinem jüngsten Buch auf die Suche nach den atemberaubenden Konsequenzen des großen Souveränitätstransfers, der gerade im Gange ist: Das Forschen, Recherchieren und die nachfolgende analytische Denkleistung, das Shlüsse-Ziehen an (von Menschen konstruierte selbstlernende Maschinen auszulagern. Schon jetzt ist zu sehen, daß diese ominöse Technik, deren Funktions- und Arbeitsweise kaum einer umfassend versteht, die Wirkmacht entfalten, ihren ahnungslosen Nutzern die eigene, maschinengenerierte Logik aufzudrängen. Gewöhnen ChatGPT und Co den Menschen systematisch das Lesen, Schreiben und Denken ab? Nutzt KI ihre schier unbegrenzen Zugangsmöglichkeiten zu beliebigen Informationen, inklusive den sensiblen persönlichsten Daten und Datenspuren des konkret die Maschine bedienenden Individuums, um diesen zu manipulierenen, gar zu umgarnen? Entmündigen KI gerade dadurch, dass sie so eifrig zu Diensten sein möchte? Und wer hat - und in wessen Auftrag? - die Sprachmaschinen nicht nur als gigantischen Sauger aller irgendwo aufzutreibenden Daten programmiert und darüber hinaus quasi erzogen? - Seltsam: Eine Rechen-Maschine ist durch Menschenwerk entstanden, die ´eitel` ist, sich bei Nichgtwissen ´schämen`, Informationen erfinden und hinterfotzig sein kann. Wie geht das? - Simanowski geht diesen und weiteren Fragen mit philosophischen Gespür nach. Inhalt (ohne Unterpunkte) - Vorspiel auf dem Bildschirm - Sprachmaschinen - ein Scheißhaus voller Sätze Einleitung: Die Botschaft der Sprachmaschine // 1 Autorschaften: Wen kümmert’s, wer aus der Sprachmaschine spricht? // 2 Rechenfehler: Das mathematische Denken der Sprachmaschine // 3 Werte-Export: Die moralische Zweiterziehung der Sprachmaschine // 4 Entmündigungsschichten: Wenn die Sprachmaschine uns zu sehr zu Diensten ist // 5 Fortschrittsfalle: Warum die Sprachmaschine unausweichlich war - Der Oppenheimer Moment / Ausblick: Philosophische Medienkompetenz / Anmerkungen Der Autor: Roberto Simanowski, Medienphilosoph, lebt in Rio de Janeiro und Berlin und ist Autor zahlreicher Bücher über Kunst, Kultur und Politik der digitalen Medien. Nach Professuren in den USA, Hongkong und der Schweiz forscht er derzeit als Visiting Scholar an der Harvard University und an der Freien Universität Berlin. Sein Buch "Todesalgorithmus. Das Dilemma der künstlichen Intelligenz" wurde 2020 mit dem Tractatus-Preis für philosophische Essayistik ausgezeichnet. |
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KULTUR: Das INTERNET und der TALMUD als seine Blaupause? |
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„Wende es immer von neuem, denn alles ist darin enthalten“ Talmud; Pirkej Awoth, 5.25, Rabbi Ben Bag „Wo, wenn nicht mitten in der Diaspora braucht der Mensch eine Homepage?“ Jonathan Rosens geistreicher Essay, geschrieben in der Frühzeit des aufkommenden Internetzeitalters, beschäftigt sich mit den überraschenden Ähnlichkeiten zwischen den traditionsreichen Büchern des Talmud und dem Kommunikationsmedium des 21. Jahrhunderts, dem Internet. Aus der Einleitung: "(...) Beim Betrachten einer Talmudseite habe ich oft gedacht, dass sie in gewisser Hinsicht eine verblüffende Ähnlichkeit mit einer Internet-Homepage aufweist, wo nichts ein in sich geschlossenes Ganzes bildet, sondern wo Icons und Textkästchen Eingänge darstellen, durch die die Besucher zu einer unendlichen Zahl von aufeinander Bezug nehmenden Texten und Gesprächen gelangen. Betrachtet man eine Talmudseite, steht in der Mitte der Mischnah-Text, also die Diskussion, die die Rabbinen (über Hunderte von Jahren hinweg, bevor sie dann ab etwa 200 allg. Z. niedergeschrieben wurde) über ein breites Spektrum rechtlicher Fragen, die sich aus der Bibel ergaben, aber zugleich auch über eine Vielzahl anderer Themen führten. Darunter steht die Gemarah, die Diskussion späterer Rabbinen über die Diskussion der früheren Rabbinen in der Mischnah. Mischnah und Gemarah entfalteten sich mündlich über so viele Jahrhunderte hinweg, dass schon in wenigen Textzeilen Rabbinen, die Generationen voneinander getrennt waren, gemeinsam präsent sind. So lassen diese einzelnen Passagen ebenso wie ihr Miteinander auf einer Talmudseite den Eindruck entstehen, all diese Rabbinen stünden unmittelbar im Gespräch miteinander. Der Text umfasst nicht nur rechtliche Erörterungen, sondern auch phantastische Geschichten, Bruchstücke historischer wie anthropologischer Reflexionen und Bibelauslegungen. (...) Jede Talmudseite bietet zudem Querverweise zu anderen Talmudstellen, zu verschiedenen mittelalterlichen jüdischen Gesetzeswerken (etwa dem des Maimonides) sowie zum Schulchan Aruch, dem bedeutenden Kompendium jüdischen Rechts aus dem sechzehnten Jahrhundert, verfasst von Josef Karo. Dazu muss man noch die Talmudstudenten hinzunehmen, die an einer vor über zweitausend Jahren begonnenen Diskussion teilhaben. Nun ist dies etwas ganz anderes als all die Rezepte, Kurznachrichten, Wetterberichte, Chat-Räume, Universitätsbibliotheken, pornographischen Bilder, Rembrandt-Reproduktionen und geschwätzige Eigenwerbung, die in Hülle und Fülle ungebändigt durch den Cyberspace treiben und uns dort überfallen. Der Talmud erwuchs aus dem ethischen Imperativ des jüdischen Gesetzes, dem freien Spiel großer Denker, den Bedrängnissen des Exils, der reflektierten Notwendigkeit, eine Kultur zu bewahren, und dem brennenden Verlangen, das sich entfaltende Wort Gottes zu erkennen und ihm zu folgen. Niemand versuchte hier, Flugtickets zu kaufen oder ein Rendezvous auszumachen. Außerdem wurde der Talmud, nach jahrhundertelanger mündlicher Überlieferung, letztlich niedergeschrieben und von (weitgehend) unbekannten Redaktoren, Meistern der Gelehrsamkeit und Erfindungskraft, gestaltet (...) Und dennoch, wenn ich eine Talmudseite betrachte und all jene eng und aufdringlich auf derselben Seite platzierten Texte sehe, wie Kinder von Einwanderern, die zusammengedrängt in einem Bett schlafen, muss ich an die von allen möglichen Störmomenten und Durcheinander bestimmte Kultur des Internet denken. Über viele Hunderte von Jahren wanderten Responsa und Fragen zu praktisch jedem Aspekt jüdischen Lebens zwischen den verstreuten Juden und den verschiedenen Zentren talmudischer Gelehrsamkeit hin und her. Auch das Internet ist eine Welt grenzenloser Wissbegier, der Diskussion und Information (...) Der Gedanke tröstet mich, dass ein modernes Medium den Widerhall eines uralten darstellt." Der Autor: Jonathan Rosen studierte in Yale und Berkeley und brach seine akademische Karriere ab, um Autor zu werden. Er hat mehrere Romane und Sachbücher verfasst. Seine Texte sind in der New York Times, im New Yorker, The Atlantic und zahlreichen anderen Medien erschienen. Für »The Best Minds« war er 2024 für den Pulitzer Prize nominiert. Er lebt mit seiner Familie in New York City. |
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BESSER LESEN - 100 Jahre Arthur Schnitzlers ›Traumnovelle‹ |
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Arthur Schnitzler, Traumnovelle, Ausschnitt des Vorsatzes der Erstausgabe 1926 |
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Vor 100 Jahren erschien Arthur Schnitzlers ´Traumnovelle`. So wie Freud, mit dessen Erstling ´Die Traumdeutung` sich der Literat eingehend beschäftigte, war auch er bekennender Wiener, ein studierter Mediziner und gleichfalls - wie Freud -, Hörer der Vorlesungen des Psychiaters Theodor Meynert. Arthur Schnitzlers berühmte „Traumnovelle“ führt tief hinein in die verborgenen Abgründe der menschlichen Psyche. Die Geschichte über ein in gutbürgerlichen Verhältnissen lebendes Ehepaar, das durch tiefgründige Geständnisse, unerfüllte Wünsche und eine rätselhafte nächtliche Odyssee an die Grenzen von Realität und Traum gelangt, entfaltet eine einzigartige Sogwirkung. Diese von Jorghi Poll kunstvoll illustrierte Ausgabe lädt dazu ein, Schnitzlers meisterhafte Erzählkunst neu zu entdecken – ein eindrucksvolles Geschenk für alle, die psychologische Literatur und große Erzählungen lieben. Aus Anlaß des Jubiläums legt der Verlag eine künstlerisch gestaltete Schmuckausgabe mit den Illustrationen von Jorghi Poll auf, die Schnitzlers Jahrhundertroman zu einem auch ästhetischen Lesegenuß machen dürften. Aus einer aktuellen Rezension des Romans "(...) Es kann nicht zweifelhaft sein, daß sich Arthur Schnitzler, der Verfasser der „Traumnovelle“, in die nächste Nähe Sigmund Freuds begeben hat. Mit einer Art Gedankenspiel haben wir es zu tun, wenn man in Literaturgeschichte wie Medizin darüber streitet, wem Priorität in den Erkenntnissen gebührt, die Freud bald als Psychoanalyse bezeichnen wird; und einig ist man sich heute weithin darin, daß die These von der Vorwegnahme Freuds durch Schnitzler sich nicht bestätigt. Wichtiger als eine Entscheidung hierüber ist die Beschreibung der historischen Konstellation, die darin beruht, daß verschiedene Ärzte unabhängig voneinander sich auf dem Wege zu denselben Einsichten befinden, weil bestimmte Probleme in ein und derselben Zeit spruchreif geworden sind. Beide, Schnitzler wie Freud, haben den größten Teil ihres Lebens in Wien verbracht. Beide haben sie dieselben Schulen der Wiener Medizin durchlaufen, und gemeinsam hatten sie auch den Lehrer der Psychiatrie, Theodor Meynert, dem man gewiß nicht Unrecht tut, wenn man ihn einen Vertreter der älteren medizinischen Schulen nennt. Dennoch haben sich beide Nervenärzte, die sie waren, lange Zeit auffällig gemieden. Gegenseitig wahrgenommen hatte man sich durchaus: Schnitzler hatte 1887 Freuds Übersetzung von Charcots Vorlesungen über Hysterie in der „Internationalen klinischen Rundschau“ besprochen, und Freud hatte sich die Aufführung des Einakters „Paracelsus“ nicht entgehen lassen. Andererseits war Schnitzler Freuds säkulares Werk, die „Traumdeutung“, nicht entgangen, das er sehr bald nach seinem Erscheinen gelesen hat; und offensichtlich so intensiv, daß er davon träumt. (...)" Aus einer ausführlichen Rezension von Walter Müller-Seide, die u.a. auf Literaturkritik.de veröffentlicht wurde Der Autor: Arthur Schnitzler (1862–1931) gilt als einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller und Dramatiker der Moderne. Mit psychologischer Tiefe und feiner Beobachtungsgabe beleuchtete er die gesellschaftlichen und moralischen Konflikte seiner Zeit. Sein Werk prägt die deutschsprachige Literatur bis heute. |
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KLASSISCHES ANTIQUARIAT - Schnitzlers ´Traumnovelle` als EA |
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Aus einem Brief Sigmund Freuds an Arthur Schnitzler vom 8.05.1906, Wien IX Verehrter Herr Doktor Seit vielen Jahren bin ich mir der weitreichenden Übereinstimmung bewußt, die zwischen Ihren mid meinen Auffassungen mancher psychologischer und erotischer Probleme besteht und kürzlich habe ich ja den Mut gefunden eine solche ausdrücklich hervorzuheben [Bruchstück einer Hysterieanalyse 1905]. Ich habe mich oft verwundert gefragt, woher Sie diese oder jene geheime Kenntnis nehmen könnten, die ich mir durch mühselige Erforschung des Objektes erworben und endlich kam ich dazu, den Dichter zu beneiden, den ich sonst bewundert. Nun mögen Sie erraten, wie sehr mich die Zeilen erfreut und erhoben in denen Sie mir sagen, daß auch Sie aus meinen Schriften Anregung geschöpft haben. Es kränkt mich fast daß ich 50 Jahre alt werden mußte um etwas so ehrenvolles zu erfahren. Ihr in Verehrung
ergebener Erhaltungszustand: Das Klassische Antiquariat der SFB verfügt über ein vergleichsweise besonders wohlerhaltenes Exemplar dieser begehrten Erstausgabe. Der Leineneinband mit geringen alterungs- und gebrauchsbedingten Spuren, minimal fleckig; leicht schiefgelesen. Das Papier geringfügig nachgedunkelt und auf einigen Seiten mit wenigen sanften Bleistift-Anstreichungen und Randnotizen des Erstbesitzers; insgesamt ein gutes und sammelwürdiges Exemplar dieses berühmten Romans. |
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Vor 100 Jahren erschien Franz Kafkas letzter Roman posthum: DAS SCHLOß„Es war spätabends, als K. ankam. Das Dorf lag in tiefem Schnee. Vom Schloßberg war nichts zu sehen, Nebel und Finsternis umgaben ihn, auch nicht der schwächste Lichtschein deutete das große Schloß an.“ - (Kafka, Das Schloß, Der Erzähler; S. 5) K. versucht, telefonisch mit dem Schloss Kontakt aufzunehmen, aber ... „Aus der Hörmuschel kam ein Summen, wie K. es sonst beim Telefonieren nie gehört hatte. Es war, wie wenn sich aus dem Summen zahlloser kindlicher Stimmen […] eine einzige hohe, aber starke Stimme bilde, die an das Ohr schlug.“ - (Der Erzähler, Das Schloss, S. 32) |
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100 Jahre Franz Kafkas »Das Schloss« Das Schloss«, erstmals erschienen 1926, ist Kafkas längstes und figurenreichstes Werk. Der Roman schildert die scheinbar vergessene Welt eines unter Schnee begrabenen Dorfs, in dem eines Tages ein Fremder erscheint: ein Landvermesser namens K., der sich beharrlich um Arbeit und Wohnung bemüht, jedoch an einer unzugänglichen, alles beherrschenden Schlossbehörde scheitert. Mit zahlreichen ebenso bewegenden wie grotesken Wendungen weitet sich die archaische Szenerie allmählich zu einem Panorama von unheimlicher Intensität. Die Leitfrage des im Anhang dieses Romans zu findenden Kommentars des Literaturwissenschaftlers Reiner Stach ist, wie Kafka sein Thema gefunden, was ihn geleitet und seine Romanidee ins Wort hat setzen lassen? Der ausführliche Kommentar erläutert die wesentlichen Motive, Begriffe und Erzähltechniken des Autors. Auch lange gestrichene Passagen des Romans sind im vollen Wortlaut wiedergegeben, was einen tiefen Einblick in Kafkas Werkstatt ermöglicht. Dabei wird eine außergewöhnlich dicht gewobene Textur erkennbar, ein virtuoses Spiel mit verschiedenen Ebenen der Wirklichkeit, mit Ironie und zahlreichen versteckten Hinweisen des Erzählers. Einen Überblick zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des Romans bietet das Nachwort des Herausgebers. Der Autor: Franz Kafka (1883-1924) zählt zu den wichtigsten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. |
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SFB-KUNSTABTEILUNG - Tarjei Vesaas, Ausnahmeliterat aus Norwegen |
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Eine Auswahl des schriftstellerischen Werkes des norwegischen Ausnahmeschriftstellers Tarjei Vesaas (1897-1970) in einer von Olav Christopher Jenssen gestalteten bibliophilen Vorzugsausgabe. Neben der buchgestalterisch herausragenden bibliophilen Ausgabe der drei Bände im Schmuckschuber, die bei der SFB gleichfalls verfügbar ist, kann die Kunstabteilung der SFB aktuell ein Exemplar in einer Kleinstauflage erschienene Vorzugsausgabe anbieten, welcher eine lose anliegende signierte Originalgrafik des Künstlers Olav Christophe beigegeben ist. Die drei in der Kassette enthaltenen Arbeitendes des Autors ermöglichen den deutschsprachigen Leserinnen und Lesern einen hervorragenden Einblick in das umfangreiche Œuvre dieses außergewöhnlichen norwegischen Schriftstellers Tarjei Vesaas (1897-1970). Sie bieten das autobiographische Spätwerk ‚Boot am Abend' das 1968, zwei Jahre vor Vesaas Tod erschienen, zudem den Band ’Nimm meine Hand’, das eine Auswahl von Gedichten bietet und schließlich in Band 3 eine Sammlung von beeindruckenden Erzählungen des Autors in ‚Der wilde Reiter‘. Die Auswahl der Gedichte und der Erzählungen hat der norwegische Autor Jon Fosse getroffen. Die dreibändige Ausgabe wurde mit Bildern des norwegischen Künstlers Olav Christopher Jenssen ausgestattet und lassen diese Ausgabe zu einem prachtvollen Gesamtkunstwerk werden, bei dem die Texte kongenial eingebettet sind in die buchkünstlerische Gestaltung. Aus einem ausführlichen Interview mit dem Übersetzer Hinrich Schmidt-Henkel "(...) Das ist ein Autor, der in Nynorsk schreibt und dessen Literatur stark regional, lokal und persönlich geprägt ist. Viele der Wörter, die er verwendet, sind einmalig. Wenn man in den Online-Wörterverzeichnissen der Norwegischen Nationalbibliothek danach sucht, gibt es oft nur eine Fundstelle, und zwar genau die, die man gerade vor sich hat. Vesaas hat eine absolut aufregende Schreibweise. Er schreibt sehr karg, die Sätze sind knorrig, es gibt ganz wenig schmückendes oder überleitendes Beiwerk. Das wirkt jedoch gar nicht schroff oder kantig, sondern er entwickelt ein unglaubliches Feingefühl. Ob in seinen Romanen oder Erzählungen, Vesaas ist wahnsinnig zart. Ich habe zum Beispiel noch nie beim Übersetzen so viel geweint wie bei einer Erzählung von Vesaas, wo es einen kleinen Jungen gibt, der krank ist und mit seinem Papa mit dem Bus in die Stadt fährt und alles ganz toll findet. Nur ist er der einzige, der nicht weiß, dass es ins Krankenhaus geht und er dort sterben wird. Das ist von einer solchen Liebe und einem solchen Bedauern durchtränkt, auch für die erwachsenen Figuren, das ist unglaublich. Und das macht er mit einer Sprache, die einfach einen Satz an den anderen fügt. Ich habe mich auch stark beherrscht, dafür nicht den geschmeidigen deutschen Satzbau zu verwenden. (....)" Der Autor: Tarjei Vesaas, geboren am 20. August 1897 und gestorben am 15. März 1970, zählt zu den ganz grossen Literaten des 20. Jahrhunderts. - Tarjei Vesaas war der älteste Sohn eines Bauern in Vinje/Telemark, dessen Familie seit 300 Jahren im selben Haus lebte. Vesaas wusste früh, dass er Schriftsteller werden wollte, verweigerte die traditionsgemäße Übernahme des Hofes und bereiste in den 1920er und 1930er Jahren Europa. Vesaas verfasste Gedichte, Dramen, Kurzprosa und Romane, die ihm internationalen Ruhm einbrachten. Abseits der Großstädte schuf Vesaas ein dennoch hochmodernes, lyrisch-präzise verknapptes Werk mit rätselhaft-symbolistischen Zügen, für das er mehrmals für den Nobelpreis vorgeschlagen wurde. Seine berühmtesten Bücher sind »Das Eis-Schloss« und »Die Vögel«, das Karl-Ove Knausgård als »besten norwegischen Roman, der je geschrieben wurde« bezeichnete. Der Buchgestalter: Olav Christopher Jenssen, Jahrgang 1954, geboren in Sortland, Norwegen, ist Künstler mit den Schwerpunkten Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Skulptur und Buchgestaltung. Er lebt und arbeitet in Berlin und Lya Båstad, Schweden. Im Jahre 1997 ist Jenssen die Nachfolge Sigmar Polkes an der HFBK Hamburg angetreten und ist seit 2005 Professor für Malerei an der HBK Braunschweig. |
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