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Novitätenschau Psychoanalyse / Kulturwissenschaften - MAI 2026 |
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Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser der Novitätenschau, Die Mai-Ausgabe der ›Novitätenschau‹ bietet ihren Leserinnen und Lesern eine hochkarätige Auswahl neuer und aktueller Fachbücher im Feld der psychotherapeutischen Arbeit in Theorie und Praxis, zu aktuellen gesellschaftlichen Diskursen und empfehlenswerten Literaturen. Die seit über 20 Jahren von der SFB edierte ›Novitätenschau‹ hat dreierlei zum Ziel: Sie ist Kompetenzausweis, sie ist das eindrückliche Plädoyer für den Erhalt einer unabhängigen und leistungsstarken Fachbuchhandlung im Feld psychoanalytischer Literaturen aller Schulen und den Kulturwissenschaften und sie fungiert als literarische ´Speisekarte`, die zum Eintritt in unser elektronisch betriebenes Kulturkaufhaus auf SFB-Online und zur regen Zusammenarbeit einlädt. Freuen Sie sich auf gute Bücher, die es verdienen, aus unbedenklicher Quelle bezogen zu werden. |
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In dieser Ausgabe
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Der kurze
Weg zur SFB: Bestelltelefon (D) 0800 588 78
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SAISONAUFTAKT - PsychoanalytikerInnen im Tagungsfieber |
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Den Reigen der Frühjahrstagungen der psychoanalytischen Fachgesellschaften eröffnete zum Monatsbeginn die DPV (Deutsche Psychoanalytische Vereinigung) und die VAKJP (Vereinigung für analytische und tiefenpsychologisch fundierte Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie), deren Tagungsthema in diesem Jahr ´Verlust` (DPV) und ´Grenzen` (VAKJP) lautete. Ihre ´kleine`Jahrestagung wird die DGIP (Deutsche Gesellschaft für Individualpsychologie) Ende Mai in Königswinter zum Thema ´Zwischen Übertragung und Algorithmus. Psychotherapie und Beratung im Zeitalter der KI` abhalten Und die DPG (Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft) lädt zu ihrem Jahreskonvent Mitte Mai nach Berlin ein und befasst sich dort mit dem ´Drama im Feld`, was mit naturkundlichen und ökosystemischen Fragen eher nicht gemeint sein dürfte. Soeben ist der Reader mit den Vorträgen der DPG.Frühjahrstagung 2025 ›Zwischen Aufbruch und Abwehr‹ erschienen. - Dieser Reader ist, wie auch die vier vorangegangenen, bei der Sigmund-Freud-Buchhandlung zum gebundenen Ladenpreis und für DPG-Mitglieder zum Vorzugspreis bestellbar. VeranstalterInnen von derlei Tagungen, die ihren Mitgliedern und Gästen eine ausgezeichnete Tagungsbuchhandlung zu bieten wünschen, können sich jederzeit auf SFB-Online mit dem Konzept und den Voraussetzungen für von der Sigmund-Freud-Buchhandlung besorgte Büchertische vertraut machen. - Zu unserer Handreichung gelangen Sie HIER |
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Seelische Veränderung ist ambivalent: Einerseits besteht oft der Wunsch nach Veränderung, andererseits wird dieser Prozess stets von Ängsten begleitet. So kann die Aufgabe einer alten Identität oder einer Beziehung zu einem inneren Objekt gefürchtet werden. Auch bei Psychotherapeut*innen können bewusste oder unbewusste Ängste und Unsicherheiten verhindern, dass Aufbruch und Veränderung im psychotherapeutischen Prozess zuversichtlich gewagt werden können. Die Autor*innen beschäftigen sich mit verschiedenen Formen der Abwehr gegen Veränderungen wie Rückzug, Spaltung oder Identitätswiderstand. Sie werfen einen Blick auf das aktuelle psychodynamische Behandlungsverständnis und setzen es in Beziehung zum Veränderungspotenzial und den damit verbundenen Hindernissen. So wird das Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen von Veränderung auch für die Bewältigung der multiplen gegenwärtigen Krisen und Konflikte nutzbar gemacht. Die Beiträge (in Auswahl): Vorwort Eckehard Pioch: »I put a spell on you«. Wenn die Angst vor dem Zusammenbruch den Aufbruch verhindert / Bernd Nissen: Verändert Verstehen? Bemerkungen zu prädeterminierten und eingekapselten Zuständen / Annemarie Laimböck: Das Setting im Kontext der Szene / Dana Amir: Wenn Sprache auf traumatische Lücken trifft. Die metaphorischen, metonymischen und psychotischen Formen der Aussage / Sarit Kreutzer: Wenn die Analyse zum Bunker und Veränderung wie eine Rakete gefürchtet wird. Über die psychoanalytische Behandlung dissoziativer Zustände bei Patienten mit kampfbedingten Traumata / Magdalena Lechner: Zwischen Schweigen und Aufbruch. Schuld, Selbstverrat und Übergänge im psychoanalytischen Dialog / Dietmut Niedecken: Szenen der Gewalt. Über Gemeinschaftsgefühl und Destruktivität / Anahit Kehayan: Black Mirror. Digitalisierung und Zunahme psychischer Erkrankungen bei jungen Erwachsenen / Indra Ropinski: Wagnis Desillusionierung? / u .a. |
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PSYCHOSOMATIK - Therapieerfolge durch Nachsorge sichern |
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Jährlich werden in Deutschland ca. 180.000 psychosomatische Rehabilitationsbehandlungen durchgeführt. Kostenträger ist die Deutsche Rentenversicherung (DRV). Die berufliche Orientierung und der Erhalt der Erwerbsfähigkeit stehen im Fokus. Im Anschluss an die Rehabilitation haben Patienten*innen die Möglichkeit der psychosomatischen Reha-Nachsorge, um ihre guten Vorsätze aus der Zeit ihres Klinikaufenthaltes danach auch im Alltag zielstrebig umzusetzen. Psychosomatische Reha-Nachsorge gibt es seit über 20 Jahren, und ihre Wirksamkeit ist gut belegt. Trotzdem wird sie leider zu wenig genutzt. Nachsorge findet überwiegend in Gruppen mit einem Kontingent von 25 Gruppensitzungen statt. Geleitet werden diese Gruppen von durch die DRV zugelassene Psychotherapeuten*innen. Allgemeine Ziele der Nachsorge beschreibt die DRV in ihrem Rahmenkonzept. Darauf abgestimmte Weiterbildungsangebote oder anschauliche Beispiele aus der Praxis von Nachsorge Gruppen gibt es bislang kaum. Diese Lücke möchte dieses ganz an der Praxis orientierte Manual schließen helfen. Das ressourcenorientierte Selbstmanagement mit dem ZRM® (Zürcher Ressourcenmodell) wird in diesem Zusammenhang als besonders geeignet für Reha-Nachsorgegruppen vorgestellt. Keine andere Nachsorgeform hat die Intensität und Dichte, wie die ressourcenorientierte Gruppentherapie. Die zahlreichen Geschichten von Patienten*innen im Verlauf der verschiedenen Phasen des Gruppenprozesses verdeutlichen das. Die lebendig erzählten Fallvignetten zeigen eindrucksvoll, welches Potential zur Veränderung und persönlichen Entwicklung ressourcenorientierte Reha – Nachsorgegruppen haben. Das Buch wendet sich sowohl an Nachsorgetherapeut*innen als auch an Psychotherapeuten*innen mit Interesse an ressourcenorientiertem Arbeiten. Patienten*innen in der psychosomatischen Rehabilitation als auch Interessierte an Gruppentherapie werden dieses Praxisbuch ebenfalls mit Gewinn für sich nutzen können. Der Autor: Dieter Olbrich, Dr. med., war nach seiner Facharztausbildungen in Psychotherapie, Neurologie, Psychiatrie und Psychosomatischer Medizin viele Jahre in der Rehabilitation und zuletzt als Klinikleiter engagiert. Sein besonderer Schwerpunkt war die Analyse beruflicher Problemlagen und deren Berücksichtigung in Therapie und beruflicher Reintegration. Hierzu sind neben der Diagnostik körperlicher und seelischer Beeinträchtigungen von Menschen auch das Erfassen von psychosozialen Belastungen und der Umgang mit Anforderungen in Arbeit und Beruf gleichermaßen bedeutsam. Psychosomatische Medizin und Psychotherapie wurden so eine „Herzensangelegenheit“ und die Begleitung von Menschen in ihrem beruflichen Umfeld der Arbeitsschwerpunkt von Dr. Olbrich. Nach der Begegnung mit Maja Storch und dem ressourcenorientierten Selbstmanagementtraining mit dem ZRM® im Jahr 2007, begann er ab 2008 damit das ZRM®-Training in die medizinische Rehabilitation und Prävention einzuführen. |
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Sigmund-Freud-Vorlesungen: NEID und GEIZ + Über die EHE |
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Die Sigmund-Freud-Vorlesungen widmen sich in diesem Jahr zwei der sogenannten »Sieben Todsünden«, einem Kanon von Affekten, die eine Stigmatisierung als besonders verabscheuungswürdig und gefährlich erfahren haben. Am Neid mit seinen Spielarten und Nuancen entzündeten sich in der Psychoanalyse grundlegende Diskussionen und ebenso große Differenzen. In den Beiträgen dieses Bandes werden Geschichte, Konzepte, innerpsychische Auswirkungen, klinische Schwierigkeiten und gesellschaftliche Implikationen der Gefühle »Neid« und »Gier« (eng verwandt mit Habgier, Habsucht, Geiz) untersucht. Aus dem Editorial der Herausgeberinnen: "Neid kennen wir alle und wollen ihn bei uns selbst meist nicht wahmehmen - denn kaum ein Affekt ist ähnlich schambesetzt. Neid ist nach Friedrich Nietzsche der »Schamteil unserer Seele«. - Schilderungen und Bilder von Neid begleiten die Kulturgeschichte der Menschheit - der »Neid der Götter« und seine schrecklichen Folgen werden von Ovid in Tausenden Versen seiner Metamorphosen geschildert. In der Bibel ist Abel das Opfer des ersten »Neid-Mordes«. Der Neid als Todsünde begegnet uns in unzähligen Darstellungen von Neid, Gier und Eifersucht in Literatur und Kunst. Speziell Nietzsches Analyse der Zusammenhänge von Neid, Ressentiment, Verachtung und Scham ist für uns als Analytiker bis heute relevant geblieben. (....)" Die Beiträge des Bandes (in Auswahl): Beate Hofstadler: Neid säen / Liana Giorgi: Objektbeziehungen in Gier und Neid. Eine psychoanalytische Betrachtung des Romans Der Sündenbock von Daphne du Maurier / Claudia Frank: Blind vor Neid. Zur (Des-)Orientierung an trügerischen Vorstellungen / Christine Garfath: »Ach, wie gut, dass niemand weiß ...« - Neidphänomene in der psychoanalytischen Ausbildung / Ulrike Benal: Expansion oder Wachstum. Die verschiedenen Seiten der Gier / Franz Oberlehner: Gier und Neid in Finanzwirtschaft und Politik / Daniel Barth: »Perfektion ist nicht gut genug«. Gedanken zur Gier / Moira Atria: Ein Gegenmittel gegen die zerstörerische Wirkung des Neids / Andreas Rechling: Unheilvolle Komplizenschaft: Destruktiver Neid und Idealisierung / Georg Augusta: Gier und Neid als destruktive Aspekte von Introjektion und Projektion / Dominik Rainer: Gebämeid und Hexenwerk / Ulrike Kadi: Gebärneid einst und jetzt u. a. // Autorinnen und Autoren Die Herausgeberinnen: Sabine Schlüter, Mag.a phil., Studium der Geschichte, Publizistik und Philosophie, Psychoanalytikerin mit Lehrbefugnis (WAP/IPA) in freier Praxis. / Rainer Gross, Dr. med., ist Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin, Psychoanalytiker (WPV/IPA). |
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Freud hat als Psychoanalytiker viel über Fälle ungewöhnlicher Objektwahl zu sagen, etwa über Menschen, die sich selbst als Liebesobjekt wählen, oder über Männer, die sich in Frauen verlieben, die sie an ihre Mütter erinnern. Aber er sagt wenig über das, was wir die normale Objektwahl nennen könnten, wie seine eigene Wahl Marthas – eine Wahl, die zu einer Ehe, Schwiegereltern, Kindern und schließlich Enkelkindern führt; eine Wahl auch, die einerseits zu immer größerer wechselseitiger Zärtlichkeit führen kann oder andererseits zu einer neurotischen Wiederholung kindlicher Ressentiments. Dabei handelt es sich zweifellos um die folgenreichste bewusste Wahl, die ein erwachsener Mensch in seinem Leben trifft, sofern es tatsächlich eine bewusste Wahl ist. "Weder in seiner wissenschaftlichen Arbeit noch in seiner Beziehung zu Martha (Freud, geb. Bernays) zeigte Sigmund Freud großes Interesse an den geistigen Dimensionen der Ehe. Persönlich kann man ihm das nicht vorwerfen, aber es bleibt zu bedauern, dass der Begründer der Psychoanalyse die Disziplin nie in diese Richtung gelenkt hat. Unter den vielen Aspekten der Ehe nenne ich zwei, denen Freud seine Aufmerksamkeit hätte widmen können: Was zeichnet die Menschen aus, in die wir uns verlieben (»Objektwahl«), und wie funktioniert Eifersucht (»normale Eifersucht«, wie er es nennt)? Trotz seiner soliden humanistischen Ausbildung kommt es Freud nicht in den Sinn, auf das Denken von Platon, Aristoteles und den Stoikern zu solchen Fragen aufzubauen. Ebenso enttäuschend ist seine Loslösung von den zeitgenössischen Bewegungen in Kunst und Literatur sowie der Revolution in sexuellen Beziehungen, die sich um ihn herum vollzog. Viel hätte er von seinem jüngeren Wiener Zeitgenossen Robert Musil lernen können. (...)" Der Autor: J. M. Coetzee wurde 1940 in Südafrika geboren und absolvierte seine Ausbildung in Südafrika und den Vereinigten Staaten. Er arbeitete unter anderem als Professor an der Universität von Kapstadt und der Universität von Chicago. Zu seinen vielen Auszeichnungen zählen der Booker Prize (zweimal) und der Nobelpreis für Literatur 2003. Alle lieferbaren Titel dieser vom Sigmund Freud-Museum, Wien, organisierten Veranstaltungen entdecken Sie auf SFB-Online HIER |
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GEIST und PSYCHE - FREUD: Nach Strich und Faden |
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1899 veröffentlicht Sigmund Freud ›Die Traumdeutung‹. Darin notiert er seine eigenen Träume akribisch und analysiert sie anhand sorgsam ausgewählter biografischer Details. Und legt gleichzeitig den Grundstein für eine Deutungstechnik und Kulturtheorie, die heute dank unzähliger Ausgaben und Übersetzungen weltweit rezipiert wird. Mehr als hundert Jahre später stellt sich die Frage, wie sich dieser klassische Autor gegen den Strich lesen lässt, um verborgene oder verdrängte Anteile der Geschichte der Psychoanalyse freizulegen. Mit seinen historisch-philologischen Essays verfolgt Andreas Mayer exemplarisch die prägenden Wechselbezüge zwischen modernen und antiken Methoden der Traumdeutung ebenso wie die Nachwirkungen der Galton’schen Mischfotografien auf Freuds Analyse von Traumbildern. Er folgt auf unerwarteten Pfaden den Spuren der berühmten Gradiva-Figur und den Anfängen der freien Assoziation im Spaziergang sowie den umkämpften Übersetzungsgeschichten, in denen die Frage nach der Unübersetzbarkeit von Traumlogik und Sprachwitz auf dem Spiel steht. Aus den Vorbemerkungen des Autors »Interessant wird Freud erst werden, wenn er lange Zeit völlig vergessen war«, notierte Elias Canetti 1992, gewissermaßen als Resümee zu dessen zählebiger Dauerpräsenz in der Alltagskultur des 20. Jahrhunderts. Nicht als boshafte Wunschvorstellung eines unerbittlichen Kritikers der Psychoanalyse, der sich in jungen Jahren Karl Kraus zum Vorbild erkoren hatte, sollte man diese Bemerkung lesen, sondern als Aufforderung zur Distanz gegen über der unheimlichen Vertrautheit, die Freuds Lehren und Begriffe nicht nur in der westlichen Welt gewonnen haben. Zugleich erinnert Canettis Wort auch an das ältere Diktum Alfred North Whiteheads, die übermäßige Erinnerung an den Begründer einer Wissenschaft könne ihren künftigen Erkenntnissen nur abträglich sein: »Eine Wissenschaft, die zögert, ihre Begründer zu vergessen, ist verloren. (....)" Die Kapitel: Vorbemerkung / 1 Jenseits der biographischen Illusion / 2 Traumbücher als Wissensmedien: Artemidors Erbe / 3 Familienähnlichkeiten: Galtons. Mischphotographien, Freuds Traumfiguren / 4 Logik des Beins: Mourly Volds Wissenschaft vom träumenden Körper / 5 Gradiva rediviva: Archäologie und Übertragung / 6 Die Ambivalenz des Übersetzers / Anmerkungen / Abkürzungsverzeichnis / Abbildungsverzeichnis - Dank und Nachweise / Personenregister Der Autor: Andreas Mayer, 1970 in Wien geboren, ist seit 2014 Directeur de recherche am Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) und lehrt an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales in Paris. 2019 bis 2020 war er Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin und seit 2021 arbeitet er am Centre Marc Bloch in Berlin. Zahlreiche Publikationen zur Geschichte der Humanwissenschaften und der Psychoanalyse. |
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FREUD / LACAN: Sprechen und Sprache in der Psychoanalyse |
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Aus dem Vorwort des Herausgebers Jacques-Alain Miller: „Der kleine Unterschied“ – das Verhältnis der Geschlechter; lange Zeit und noch bis in die neuere Psychoanalyse hinein pflegte man dieses durch Komplementär- oder Entsprechungsverhältnisse innerlich zu befrieden und in diesem Sinne normativ Einfluss zu nehmen. Lacan bereitet dem im vorliegenden Seminar aus dem Jahr 1971-72 mit zunehmender Radikalität ein Ende. „Es gibt kein Geschlechtsverhältnis“ bricht nicht nur mit allen Vorstellungen einer natürlichen, gott- oder menschgewollten grundsätzlichen Harmonie zwischen Mann und Frau, sondern bestreitet auch sämtliche Maßeinheiten und Verrechenbarkeit im Sinne übergreifender Verhältnisse, seien sie physiologisch oder psychologisch angelegt. Dem phallischen Genießen wird ein genuin weibliches Genießen gegenübergestellt, ohne dass das eine aus dem anderen zu entwickeln wäre. Weitere Konsequenzen daraus zieht Lacan zum einen für die klassische Philosophie, die bis hin zu Heidegger die Frage der Differenz der Geschlechter immer einem fundamentalen Universalismus unterordnete, zum anderen für die Mathematik, nämlich für die Konstruktion des Einen und der Eins, sprich: der Einheit als All-Einheit oder Totalität und der Einheit der spezifischen Differenz und folglich auch der Abzählbarkeit. Angesichts der differenzierten Überlegungen Lacans erscheint die gegenwärtige Sex-Gender-Debatte als teilweise geradezu unterkomplex; man wird vom alten Lacan noch viel lernen können. - Aus der Einleitung des Mitherausgebers Jacques Lacan hielt dieses Seminar in den Jahren 1971-1972: die Übersetzung von Hans-Dieter Gondek wurde durch Natalie Wülfing und Jérôme Lecaux für diese Ausgabe leicht modifiziert und verändert. Jacques Lacan (1901–1981), französischer Psychoanalytiker, interpretierte die Schriften Sigmund Freuds neu und radikalisierte dessen Ansätze, u.a. unter Rückgriff auf die Philosophie. |
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VOILÀ: Nischenverlage im Feld von PSYCHOANALYSE und KULTUR |
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Verlag Neue Deutsch-Französische Jahrbücher Der Verlag der Neuen Deutsch-Französischen Jahrbücher wurde von Jan Philipp Weise und Moritz Herrmann 2019 in Frankfurt am Main gegründet. Er sieht seine Aufgabe darin, sich dem geteilten intellektuellen Raum zwischen Frankreich und Deutschland zu widmen. Dieser Raum beschränkt sich nicht auf die Grenze, die ihn durchzieht; er ist erst recht kein übergreifendes Territorium. Vielmehr soll damit eine gemeinsame Anstrengung bezeichnet sein, die als solche nicht für eine Gegebenheit gehalten werden kann. Was sich heute und jetzt, hier und dort, erzeugt, entsteht aus dem unsteten Herüber und Hinüber zwischen zwei nationalen Situationen und ihrem jeweiligen Bewusstsein. In den Bereichen Politik, Psychoanalyse und Philosophie geht der Verlag dieser Bewegung nicht nur nach, sondern trägt sie – anders – fort. |
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Unübersehbar greift in unserer Gegenwart eine Endzeitstimmung um sich. Noch vor nicht allzu langer Zeit war vergnüglich vom »Ende der Geschichte« die Rede, das ganz den Anschein eines Happy Ends erweckte: Nach dem Zusammenbruch des Realsozialismus, so hieß es, lebten wir in der besten aller möglichen Welten. Doch dieses Ende erwies sich als endlos – als ein Ende, das nicht enden will. Was wir in den vergangenen Jahren erleben, ist das Ende vom Ende der Geschichte und die damit einhergehende Wiederkehr apokalyptischer Erwartungen: Die Geschichte setzt von Neuem ein, beschleunigt sich rasant und scheint auf die Katastrophe zuzusteuern. Was tun angesichts der politischen, moralischen, wirtschaftlichen und ökologischen Katastrophen der Gegenwart, die sich zu einer immer bedrohlicheren »Polykrise« verdichten? Wie lässt sich jener Zustand überwinden, in dem wir zwischen nüchterner Furchtlosigkeit und lähmender Angst schwanken? Und wie können wir einen Zustand erreichen, der uns wieder das Fürchten lehrt – nicht um uns zu lähmen, sondern um den Mut zu fassen, all dem etwas entgegenzusetzen und für eine andere Zukunft, eine andere politische, soziale und ökologische Ordnung zu kämpfen? Die Essays dieser Sammlung erkunden das »Ende des Endes« in all seinen Erscheinungsformen: der Ideologie des Endes, der Politik des Endes und dem Ende in der Kunst – in der Malerei Francis Bacons als einer Kunst nach dem Ende der Kunst und in einem Film von Preston Sturges als dem Ende der Komödie. Entlang dieser drei Achsen entfaltet die Autorin ein vielschichtiges Panorama des Endes – als Denkfigur, Symptom und Möglichkeit eines Neubeginns. Die Autorin: Alenka Zupančič ist Professorin für Philosophie und Psychoanalyse an der European Graduate School und Mitglied des Instituts für Philosophie der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste. |
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PSYCHOPATHOLOGIE: Wenn Narzissten das Ruder übernehmen |
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»Die Psychopathen sind immer unter uns. In kühlen Zeiten begutachten wir sie – in heißen Zeiten regieren sie uns.«Der Psychiater Ernst Kretschmer (1888-1964), zitiert nach Arno Gruen, aus: „Den destruktiven Realismus der Mächtigen abbauen“, in: Scheidt, Jürgen vom: Konzepte für die Zukunft. Bonn 1990, S. 101 |
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Otto Kernberg reiste im vergangenen Spätherbst, mit 97 Jahren, zu einer Vortragsveranstaltung nach Köln, hellwach und klar. Sein Thema: Narzissmus und Politik(er) "Der Saal ist bis auf den letzten Platz gefüllt, einige Zuhörer müssen stehen. Das Publikum im Dominikus-Brock-Haus des Kölner Alexianer-Krankenhauses besteht überwiegend aus Psychologiestudierenden und Therapeutinnen, für sie ist der Vortragende ein Superstar: Otto Kernberg gilt als der bekannteste und wohl auch älteste lebende Psychoanalytiker der Welt. ´Er sieht erstaunlich gut aus für sein Alter`, flüstert eine Besucherin, als Kernberg seinen knallroten Rollator abstellt und die Bühne betritt. Dass er Ende Oktober 2025 mit seinen 97 Jahren noch aus den USA nach Köln gereist ist, mag auch daran liegen, dass sein Thema drängend ist: "Problematische Persönlichkeiten als Herrscher der Welt." Denn weltweit gelangen immer mehr Menschen mit narzisstischer Persönlichkeit an die Macht – und das nicht ohne Folgen: Erstmals seit 20 Jahren gibt es einer Bertelsmann-Studie zufolge mehr Autokratien als Demokratien. (...)" Aus einem Bericht über diese Veranstaltung in der Zeitschrift chrismon von Monja Stolz, veröffentlicht am 18.11.2025 Schon fünf Jahre zuvor, Weihnachten 2020, gab Otto Kernberg dem Deutschlandfunk Kultur ein ausführliches Interview, er sagte an einer Stelle: „Ich bin im Prinzip dagegen, psychiatrische Diagnosen über Politiker zu stellen. Wir können nicht sicher sein, dass das öffentliche Verhalten eines Menschen wirklich die Persönlichkeit gut darstellt, denn da ist so viel manipuliertes Verhalten. Deshalb habe ich mich immer geweigert Trump zu diagnostizieren. Obwohl ich natürlich sein Verhalten als sehr entsprechend von einem Symptom sehe, das wir in meinem Institut studiert haben und dass ich als Erster beschrieben habe. Und zwar das des bösartigen Narzissmus.“ |
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Vom Sonnenkönig zum BURGER-KING ...Alexander habe Achill nachgeahmt und Caesar den Alexander – doch wen haben sich die starken Männer der Gegenwart zum Vorbild genommen? Caligula, Napoleon III., Mao? »Be careful what you wish for«, so ein englisches Sprichwort: Vielleicht hätten die Heutigen vorsichtiger sein sollen, als sie sich in den postpolitischen Jahren Staats- und Regierungschefs mit mehr Charisma wünschten. »I am the chosen one«, wusste Donald Trump 2019 über sich zu berichten. Seit Wiederamtsantritt lebt er die Madman-Theorie aus, die ein moderner Machiavelli erdacht haben könnte: Wer als unkalkulierbar gilt, macht die besten Deals. Auf der anderen Seite der Erdkugel sammelt der »Überragende Führer« Xi Zar Putin und Narendra Modi um sich, der einem Vorbild die höchste Statue der Welt errichten ließ. Ein Fürst, der sich behaupten wolle, statuierte Machiavelli, müsse lernen, nicht gut zu sein. Diese Lektion haben die neuen Autokraten gelernt. Peter Sloterdijk schwingt sich nicht zu ihrem Berater auf, sondern erweist sich als so kühler wie hellsichtiger Analytiker des neuen Typs Fürst. In ihm reaktualisiert sich für Sloterdijk die Frage, ob die moderne Welt über die im Königtum gefundene Lösung für die Verkörperung der Macht in Einzelpersonen hinausgekommen sei. Aus den Vorüberlegungen des Autors "Warum wieder vom »Fürsten« reden ? Von den zahlreichen Fragen, die seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts das zeitgenössische Publikum an vielen Denk- und Brennpunkten der Welt beunruhigen, scheint keine sich leichter beantworten zu lassen als diese. Die Fürsten, so möchte man meinen, sind vielerorts wieder da, manche schon an der Macht, andere auf dem Sprung, förmlicher Krönungen nicht bedürftig, von Unterwürfigkeit getragen wie seit frühen Zeiten, der Schwäche ihrer Gegner allzu bewußt. Jede einfache Antwort jedoch, sieht man näher zu, erweist sich als Eingang zu einem Labyrinth aus unbequemen und abstoßenden Folgerungen. Die einfachste Auskunft ergibt sich aus dem Hinweis auf die Existenz von politischen Figuren wie Vladimir Putin und Donald Trump. Die bloße Tatsache ihrer zeitweilig synchronen Präsenz auf der Weltbühne bedeutet einen Skandal für all jene, die überzeugt waren, moderne Gesellschaften seien lernende Systeme, die irgendwann aus dem imperialistischen Trotzalter herauswachsen sollten. Auch durch Gestalten wie Xi Jinping, Narendra Modi, Recep Tayyip Erdoğan und zahlreiche andere Akteure auf den Szenen der Tyrannei – neuerdings etwas vornehmer als »Autokratie« betitelt – reaktualisiert sich auf breiter Front die Sorge, die zeitgenössische Welt sei nicht wirklich entscheidend hinausgekommen über die vormals im Königtum gefundene Lösung der Aufgabe, (...)" Der Autor: Peter Sloterdijk, geboren 1947, Philosoph, war langjähriger ist Rektor der Karlsruher Hochschule für Gestaltung und Moderator des Philosophischen Quartetts (ZDF). 2005 wurde er mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa ausgezeichnet. |
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Eine Auswahl der wichtigsten Standardwerke zu den Themen Borderline, pathologischer Narzissmus und Schweren Persönlichkeitsstörungen sollten in keiner noch so überschaubar bestückten Handbibliothek des praktizierenden Psychoanalytikers fehlen, etwa: |
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Ein ´DUNKLER KONTINENT`? - Psychoanalyse und Kolonialismus |
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Sally Swartz, in Südafrika lebende und wirkende Psychoanalytikerin, führt ihre Leser*innen in die frühen Verflechtungen der psychoanalytischen Theorie mit dem Kolonialismus ein und zeigt, wie diese zu lang anhaltenden Auswirkungen auf die Psychoanalyse geführt haben. Psychoanalyse und Kolonialismus berücksichtigt eine Vielzahl von Quellen und einen breiten historischen Zeitraum von den Anfängen der Psychoanalyse bis hin zu aktuellen Theorien und Praktiken. Es wird untersucht, wie die Freud’sche Theorie die Idee des Primitiven in den Mittelpunkt der Kartierung der ungezähmten Gebiete des Unbewussten stellte, und zwar über Vorstellungen von der Zähmung triebhafter Exzesse, der Zivilisierung des Primitiven und der Eroberung und Ordnung der Wildheit. Der Text beschreibt den Einfluss des Kolonialismus auf das Denken von Freud und Jung und widmet sich antikolonialen Stimmen wie Césaire, Mannoni, Memmi und Fanon sowie deren Beitrag zur psychoanalytischen Theorie. Es folgen Überlegungen zu den Herausforderungen der Dekolonialisierung der Psychoanalyse. Stimmen zu diesem Buch: »In Psychoanalyse und Kolonialismus zeigt Sally Swartz eine Perspektive, die einzigartig ist für jemanden, der unsere Welt von außerhalb des europäischen oder nordamerikanischen kulturellen Kontexts ›sieht‹. Als psychoanalytische Psychotherapeutin, die in Afrika ausgebildet wurde und dort praktiziert, bietet Swartz eine detaillierte historische Perspektive auf die politischen Ideen und Vorgehensweisen, die der Psychoanalyse zugrunde liegen. Dieser Rückblick auf unsere Vergangenheit und Gegenwart ist ein unschätzbares Hilfsmittel für alle, die sich interessieren für den sich entfaltenden Wert der Psychoanalyse angesichts der neuen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Konfigurationen, in die wir eingebettet sind.« Dr. Steven Knoblauch, PhD., klinischer außerordentlicher Professor für Psychoanalyse an der New York University Die Autorin: Sally Swartz ist praktizierende psychoanalytische Psychotherapeutin und emeritierte außerordentliche Professorin an der University of Cape Town. Ihr besonderes Forschungsinteresse gilt den Themen Kolonialismus und Dekolonialisierung in der psychoanalytischen Theorie. Sie ist Autorin von Homeless Wanderers: Movement and Mental Illness in the Cape Colony in the Nineteenth Century (2015) und Ruthless Winnicott: The Role of Ruthlessness in Psychoanalysis and Political Protest (2019). |
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SFB-KUNSTABTEILUNG: Horst Antes und der Stamm der HOPIS |
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Der in der Kurzform ›Hopi‹, mit vollem Namen ›Hopituh Shinumu‹, genannte Indianerstamm, was übersetzt „friedfertiges Volk“ bedeutet, zählt zu der Gruppe der Pueblo-Indianer. Sie leben im Nordosten von Arizona im Südwesten der Vereinigten Staaten, die Mehrheit der Hopi ist Teil des Hopi Tribe of Arizona, dessen 12.600 km² großes Reservat heute inmitten der Navajo Nation Reservation der Navajo (Diné) am Rande der Painted Desert liegt. Weitere Hopi sind seit 1945 Teil der Colorado River Indian Tribes (Mohave, Chemehuevi, Hopi und Navajo) im Grenzgebiet von Arizona und Kalifornien. Der im südhessischen Heppenheim 1936 geborene Künstler Horst Antes verneigt sich mit seinem Grafik-Zyklus »The Year of the Hopi« vor diesem und vor allen anderen drangsalierten, längst zu Schatten ihrer selbst gewordenen indianischen Schwesterstämmen in den USA. Sieben Original-Grafiken des Künstlers, gedruckt auf Rives-Bütten, Papierformat jeweils Auflage 200 Exemplare, jeweils nummeriert und handsigniert. – Die Folge dieser beeindruckenen Arbeiten des Künstlers umfasst sieben Bögen: Das erste Blatt ist die “Inhaltsangabe”. Es ist links nummeriert und rechts handsigniert. Die weiteren sechs Bögen bilden zusammen einen Fries: Der erste Bogent des Frieses ist links nummeriert und das letzte Blatt des Frieses ist rechts handsigniert. Die Bögen des Frieses II bis V sind jeweils auf der Rückseite handsigniert und nummeriert, so daß – werden sie zusammen als Fries gehängt - wie bei einem Einzelblatt links die Nummerierung und rechts die Signatur zu sehen ist. Detail zu dieser Edition
Der Künstler: Horst Antes wurde 1936 in Heppenheim geboren. 1957 – 1959 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei HAP Grieshaber. Antes erhielt schon in jungen Jahren die wichtigen deutschen und internationalen Kunstpreise, u. a. 1961 Kunstpreis Junger Westen, Recklinghausen. 1962 Villa-Romana-Preis, 1963 Villa-Massimo-Preis. Teilnahme an der documenta III, IV und VI. 1965 – 1967 und 1984 - 2000 Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe. Lieferbarkeit: Bei der SFB Kunstabteilung ist dieses begehrte Mappenwerk in zwei galeriefrischen Exemplar verfügbar. |
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KLASSISCHES FACHANTIQUARIAT - Wenn WEIßE zu denken meinen ... |
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Erstausgabe mit dem nur in dieser Variante enthaltene Kapitel „Hundert Rorschachtest von Leuten aus Sanga und Umgebung“ (S. 393-445) »Die Weißen denken zuviel und dann machen sie viele Sachen, und je mehr sie machen, desto mehr denken sie. Und dann verdienen sie viel Geld, und wenn sie viel Geld haben, machen sie sich Sorgen, daß das Geld verlorengehen könnte. Dann denken sie noch mehr und machen noch mehr Geld und haben nie genug. Dann sind sie nicht mehr ruhig. So kommt es, daß sie nicht glücklich sind.« Ein Dorfchef aus Mali im Gespräch mit Paul Parin Insgesamt sechs Afrika-Expeditionen haben die Autoren unternommen, um mit Hilfe einer aus der Psychoanalyse entwickelten Gesprächstechnik das Seelenleben westafrikanischer Völker zu untersuchen. In diesem Band sind es die Dogon, ein Volk in Mali, dessen fremde, ferne und märchenhafte Welt aus den Gesprächen mit den Autoren unmittelbar zu uns spricht. Die Verfasser, die als Psychoanalytiker in Zürich arbeiteten, haben auf ihren Afrikareisen versucht, mit den Menschen dort ins Gespräch zu kommen und sie gebeten, frei heraus zu erzählen, wie ihre Einschätzungen über ihre Gemeinschaften, das Leben sind und wie und was sie als Mtglieder ihres Stammes fühlen und denken. Das Buch gibt dreizehn dieser Gespräche wieder, die sich jeweils über viele Stunden erstreckten. In einem weiteren Teil des Buches bieten die Autoren Hintergrundinformationen an, die dem Leser das ›Verstehen‹ dieser Gespräche erleichtern sollen. Die Weißen denken zuviel ist legendäres Kultbuch und Fachbuch in einem: Erstmals 1963 erschienen, danach vielfach wiederaufgelegt, ist dieser ethnologische Reisebericht zugleich das erste Zeugnis einer wissenschaftlichen Methode, die das Denken und Forschen einer ganzen Generation von Psychoanalytikern und Ethnologen beeinflussen sollte. Zum Erhaltungszustand: Im Klassischen Fachantiquariat der SFB ist diese begehrte Erstausgabe aktuell in zwei besonders gut bis sehr gut erhaltenen Exemplaren verfügbar, das eine scheint allenfalls angelesen und im Bücherschrank verwahrt worden zu sein; das andere Exemplar mit nur minimalen Lese- und Gebrauchsspuren. Beide Exemplare sind ohne (Namens-)Einträge, Anmerkung, Unterstreichungen o.ä. Auch der meist fehlende, von Fritz Morgenthaler selbst gestaltete Schutzumschlag ist bei beiden Ausgaben vergleichsweise besonders gut erhalten; nur minimal gebrauchs- und lagerungsspurig. |
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SFB - MEHR als Bücher |
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Professionell werden - professionell arbeiten - professionell bleiben: Die Sigmund-Freud-Buchhandlung unterstützt Sie gerne dabei
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us-amerikanische LITERATIN von Rang: Harper Lee (1926-2016) |
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»Gleiche Rechte für alle, besondere Privilegien für keine.«Harpe Lee, die Ende April 2026 100 Jahre alt geworden wäre |
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Die Spottdrossel, Wappenvogel etlicher Südstaaten der USA, welche die Autorin gewiss nicht unbedacht für den Titel ihres Romans gewählt hat, wurde in der deutschen Übersetzung - und den späteren Auflagen unverändert - zur «Nachtigall». Und dieser droht im deutschen Titel, «gestört» zu werden, während im Original der Spottdrossel ihre Tötung in Aussicht gestellt wird; endlich den Schnabel halten! Nur, in diesem Roman, erzählt aus der Perspektive von Kindern, geht es um bei weitem mehr als nur um eine bedauerliche ´Betriebsstörung`; er handelt von gewaltbesetzten Beziehungen unter Menschgruppen, von Vorurteilen, die Ressentiments, ausufernden Rassenhass und schreiendes Unrecht entstehen lassen, welche die ländliche Idylle zu einem Albtraum gerinnen läßt. - Was hat das Lektorat, was hat den renommierten Rowohlt Verlag einst wohl dazu bewogen, den Titel dieses Romans so zu verfremden- und das bis heute nicht zu ändern? Denn dieser Roman handelt von Unrecht und Gerechtigkeit, von Rassismus und Fremdheit und ist ein flammendes Plädoyer für die Gleichheit aller Menschen.1960 in den USA erschienen, wurde dieser in den USA selbst umstrittene und heftig kontrovers dieskutierte Romana zu einem internationalen Erfolg. Die Autorin beschreibt in diesem Roman den Zauber und die versponnene Poesie einer Kindheit tief im Süden der Vereinigten Staaten und die für die betroffenen Kinder und ihre Familien gleichzeitig so verstörenden gesellschaftlichen Verhältnisse des Rasswenwahns in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, die bis heute nicht wirklich verschwunden sind. Die Geschwister Scout und Jem Finch wachsen in einer äußerlich idyllischen Welt heran, erzogen von ihrem Vater Atticus, einem menschenfreundlichen Anwalt. Auf den weiten Rasenflächen des fiktiven Örtchens Maycomb, Alabama, auf denen weiße Villen und tropische Bäume stehen, erfahren sie die Abenteuer, Geheimnisse und Überraschungen des Heranwachsens. Doch durch die Gesellschaft, die Gemeinden des Südens ziehen sich tiefe Risse: zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Arm und Reich. Als Scouts Vater, der Anwalt, die Verteidigung eines schwarzen Landarbeiters übernimmt, der ein weißes Mädchen vergewaltigt haben soll, erfährt die Achtjährige staunend, dass die Welt der Erwachsenen viel komplizierter ist und viele dabei so verstörend einfallslos sind, indem sie für sich denken lassen. Scout beobachtet aus ihrer kindlichen Perspektive diese seltsame Erwachsenenwelt und hat sich längst die demokratischen Gerechtigkeitsideale ihres Vaters zueigen gemacht; sie bewundert ihn, und sie selbst gerät in Gefahr. Der Übersetzer Nikolaus Stingl hat für diese Ausgabe Claire Malignons deutsche Übersetzung von 1962 vollständig überarbeitet und aktualisiert. Die Autorin: Harper Lee, geboren 1926 in Monroeville, studierte Jura an der University of Alabama, zog nach New York und begann zu schreiben. Sie war befreundet mit Truman Capote, der ihr Kindheitsfreund war und dem sie bei den Recherchen für «Kaltblütig» half. Nach dem Welterfolg ihres in 40 Sprachen übersetzten Romans «Wer die Nachtigall stört…», für den sie 1961 den Pulitzerpreis erhielt, zog sie sich aus dem literarischen Leben und weitgehend auch aus der Öffentlichkeit zurück. Harper Lee starb 2016 in ihrer Heimatstadt Monroeville in Alabama. |
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BESSER LESEN - Eine Psychoanalytikerin und ihr Beziehungsgerüst |
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Im Jahr 2019 muß Anna, eine Psychoanalytikerin, eine erlittene Fehlgeburt mit all den sich in diesem Zusammenhang stellenden Fragen verarbeiten. Ihr Mann David nimmt einen Job in London an, und die daheim gebliebene Anne verbringt, quasi als Bewältigungsstrategie des Verlustes ihres Kindes die Zeit damit, wie besessen die Küche zu renovieren. Dabei freundet sie sich mit einer jüngeren Frau namens Clémentine an, die gerade in das Mehrpareienhaus eingezogen ist und die einem radikal-feministischen Kollektiv namens les colleuses angehört. Auch Florence und Henry renovieren ihre Küche. Florence beendet gerade ihr Psychologiestudium und hofft, schwanger zu werden. Aber Henry ist sich nicht sicher, ob er für die Vaterschaft schon bereit ist und sie wirklich für sich wünscht. - Beide Paare stehen vor den Herausforderungen der Ehe, der Frage, was ´Treue` heute bedeutet und ob sie gemeinsam Kinder haben und für diese die nächsten zumindest 16 Jahre Verantwortung übernehmen können und wollen. Ein bemerkenswerter Roman über die Bindungen, die alle Menschen eingehen, ob diese nun gelingen oder nicht, und über die Schwierigkeit, sie einmal lösen zu müssen; über die Art und Weise, wie Menschen, die wir einst gekannt haben, in uns weiterleben; und auch über die Häuser, die sie bauen, über Erinnerungen und Geschichten, die als Ballast mitgeschleppt - oder analytisch bearbeitet werden. Die Autorin: Lauren Elkin ist die Autorin mehrerer Bücher. Ihre Essays über Kunst, Literatur und Kultur sind unter anderem in der London Review of Books, der New York Times, Granta, Harper's, Le Monde, Les Inrockuptibles und Frieze erschienen. »Fassaden« ist ihr Debütroman. |
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Der Garten ist nicht nur ein Ort sinnlicher Genüsse, in dem sich friedliche Blumisten an Rosen und Schnittlauch freuen, sondern auch Stätte geheimer floraler Ausschweifungen und schwärzester Gefühle. »Was wissen wir schon von den Kampfversammlungen der Gladiolen …«, fragt Paulus Böhmer. Und was von den geheimen Brautbetten, in die Carl von Linné die Blumen legte? Rausch und Rache, die heiklen Nachbarn, sind das Leitmotiv dieser höchst lesenswerten Anthologie; - und der Garten erweist sich darin als ein irdisches Paradies, aus dem man im Handstreich vertrieben werden kann. Der auch handwerklich fein gemachte Band versammelte Texte bekannter und weniger bekannter AutorInnen, dazu viele schwar-weiß Fotos und Illustrationen. Inhalt: Mr. Mole: Männer in Gärten / Gartenkunst / Der Maulwurf in der Literatur / Landhausporno Nähe: Paulus Böhmer: NahBlütenNah / Fernando Pessoa: Ich fahre nur selten aufs Land / Renate Just: Rettichbitzer und Stachelbörscht Ferne: Fiedrich Rückert: Mit der dampfenden Pfeife / Philippina Migeot: Der Blumenkönig von Schweden / Michel Houellebecq: Lanzarote / Elsemarie Maletzke: Wenn ich ein Schmetterling wäre Rausch. Barthold Hinrich Brockes: Wirkung des Frühlings / Bernd Fritz: Garten im Glas / Charles Joseph de Ligne: Die einzige Leidenschaft / Fritz Deppert: Löwenkopf und Sommerliebe / Paula Almqvist: Die Männer mit den Scherenhänden / Eugen von Vaerst: Mitunter ein empfehlenswertes Räuschchen / Diane Ackerman: Glühwürmchen im Haar / Sarah Hart: Zyklamenfieber / Andreas Maier: Mit Äpfeln und Trompeten / Alex Dreppec: Likör aus Eierbechern Rache: Karla Schneider: Schlingknöterich / Elke Loewe: Rettet John! Vor Viola Refugium: Ulrich Ladurner: Superblumen! / Burkhard Spinnen: Garten-Coaching / Elsemarie Maletzke: Ich bin etwas, was du nicht siehst / News from Mr. Potter: Me and my Shed, oh Remis: Peter Knorr: Morning Glory / Beate Taudte-Repp: Das große Gefressenwerden / Christian Golusda: Ottilies Männertreu / Samuel Beckett: Die ganze miese Geschichte (Endlich) Ruhe: Barthold Hinrich Brockes: Die Herde Kühe. Tiere, die endlich Ruhe geben / Günther de Bruyn: Vergißmeinnicht / Heinz Erhardt: Winter Mr. Moles Lesefrüchte: Alain Claude Sulzer: Weggeworfene Blumen / Elsemarie Maletzke: Gärten mit Musik / Elsemarie Maletzke: Lust auf Gartenkunst / Mara Mauermann: Aha bis Zwerg / Elsemarie Maletzke: Lavendel und Spritzgurke Die Herausgeberin: Elsemarie Maletzke, geboren in Schotten, im oberhessischen Vogelsberg, ist freiberufliche Autorin und Journalistin. Sie hat mehrere Biographien englischer Schriftstellerinnen verfaßt: "Die Schwestern Bronte", "George Eliot" und "Jane Austen". Lieferbarkeit: Bei der SFB gibt es dieses gärtnerische Kleinod in verlagsfrischen und folienverschweißten Archivexemplaren und zum Angebotspreis; beim Verlag vergriffen. |
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TagungskalenderUnser überregionaler Kalender zu Tagungen, Konferenzen und Symposien aus dem Bereich der Psychoanalyse |
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