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Novitätenschau Psychoanalyse / Kulturwissenschaften - MÄRZ 2026 (korrigierte Fassung) |
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Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser der Novitätenschau, In den Wochen vor Ostern bescheiden sich gläubige Christen beim Essen; ebenso halten es viele Muslime im gerade laufenden Fastenmonat Ramadan. Die Mäßigung bei oral zugeführten Leckereien kann dem Sich-selbst-Innewerden, der Selbstreflexion, durchaus zuträglich sein. Wenn die Sigmund-Freud-Buchhandlung in ihrer März-Ausgabe der ›Novitätenschau‹ dazu einlädt, an eine so üppig bestückte Büchertafel mit frühjahrsfrischen neuen (Fach-)Büchern zu aktuellen Diskursen im Feld der psychotherapeutischen Arbeit in Theorie und Praxis zu treten und fleißig zuzugreifen, konterkariert diese gehaltvolle Alternative einer ›Hirnkost‹-Tafel mit ihrer gebotenen Fülle anregend-bekömmlicher Literaturen den Fastengedanken eben gerade nicht; im Gegenteil: Alles, was Ablenkung, Abflachung, regressiv getönte Ersatzbefriedigungen einzuhegen, zu mäßigen vermag und Frei-Räume für wesentliche Dinge schafft, begrüßen wir und findet die Unterstützung der SFB. Freuen Sie sich auf gute Bücher, die es verdient haben, aus bekömmlicher Quelle bezogen zu werden. ► Neben allen Fachtiteln bietet die SFB im Onlineshop auf ihrer Webseite die vollständige Datenbank des deutschsprachigen Buchhandels (VLB) mit mehr als 2.500.000 liefer- und bestellbaren Büchern |
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In dieser Ausgabe
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Der kurze
Weg zur SFB: Bestelltelefon (D) 0800 588 78
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Fragile Psychotherapien - ›Von schwierigen Passagen‹ |
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Die Ausbildungen der verschiedenen Psychotherapieschulen vermitteln Kenntnisse für die Arbeit in klar strukturierten Therapiesettings mit Patient:innen, die sich an die vereinbarten Regeln halten können und mit denen in verbaler Form kommuniziert wird. Doch was tun, wenn diese Voraussetzungen nicht gegeben sind und bewährte Konzepte an ihre Grenzen stoßen? In diesem Buch schildert der Psychoanalytiker Udo Rauchfleisch auf Grundlage seiner über fünfzigjährigen Berufserfahrung Situationen, in denen er sich unerwartet mit völlig anderen Dynamiken und Entscheidungen konfrontiert sah. Ist eine Umarmung aus einer Situation großer Nähe und emotionaler Intensität heraus zulässig – entgegen der Regel körperlicher Abstinenz? Wie reagieren, wenn sich ein suizidaler Patient vor den Augen des Therapeuten mit einem Messer verletzt? Bei schweren psychischen Störungen, bei provokativen oder manipulativen Verhaltensweisen von Patient:innen, bei Interaktionen mit einer stark präverbalen Komponente helfen die üblichen Therapiekonzepte meist nicht mehr weiter. Udo Rauchfleisch zeigt mit großem Einfühlungsvermögen und professioneller Klarheit, wie wichtig es ist, in Grenz- und Extremsituationen flexibel zu denken, Menschlichkeit zuzulassen und manchmal Wege zu gehen, die außerhalb des Gelernten liegen. Inhalt (die Kapitel mit beispielhaften Unterpunkten) Kapitel 1: Therapeutische Grundlagen: 1.1 Überlegungen zum Beziehungskonzept / 1.2 Was verstehen wir unter »Psychotherapie« und wie wirkt sie? / 1.3 Die den therapeutischen Prozess definierenden Beziehungsformen / 1.3.1 Die Realbeziehung / 1.3.2 Die Übertragungsbeziehung / 1.3.3 Die Gegenübertragungsbeziehung / 1.3.4 Die Arbeitsbeziehung / 1.3.5 Interaktionen zwischen den verschiedenen Beziehungsaspekten / 1.4 Welche Interventionen verwenden wir in der Psychotherapie und wie wirken sie? / 1.5 Welche Rolle spielen der Kontext der Behandlung und die Art der Erkrankung bei der therapeutischen Beziehungsgestaltung? Kapitel 2: Therapeutische Grenzsituationen: 2.1 »Sagen Sie mir jetzt noch Ciao?« / 2.2 »Eine Indiskretion könnte verheerende Folgen auf seinen Zustand haben!« / 2.3 »Hat Herr Rauchfleisch seine Verletzung behandeln lassen?« .... / 2.4 Das Zirkuskind / 2.5 »Darf ich Sie umarmen?« / 2.6 Opfer oder Täter oder beides? / 2.7 »Hören Sie doch auf mit Ihrem Psycho-Blabla! - Aber alles wäre gut, wenn ich 24 Stunden täglich mit Ihnen zusammen wäre.« (...) Kapitel 3: Gibt es Gemeinsamkeiten der therapeutischen Grenzsituationen? // Kapitel 4: Schlussfolgerungen und Handlungsoptionen Aus dem Vorwort des Autors: "Psychotherapie an Grenzen (...) Schon lange hat mich der Wunsch bewegt, solche therapeutischen Grenzsituationen, auf die ich in meiner inzwischen 58-jährigen Tätigkeit als Psychotherapeut gestoßen bin, darzustellen und zu analysieren, was sie zu solchen Ausnahmesituationen gemacht hat und warum sie eine so große Herausforderung darstellten. Es sind Situationen, die mich emotional belastet und mich in Zweifel gestürzt haben, hoch emotionale, mitunter gefährliche Begegnungen mit Patient:innen, die selbst in einem Ausnahmezustand waren und mich durch ihr Verhalten ebenfalls in einen Ausnahmezustand gebracht haben, aber auch Situationen, denen ich ratlos gegenüberstand und die mich herausgefordert haben, in der Behandlung unübliche Wege zu gehen. Manche dieser Grenzerfahrungen haben mich emotional auch in positiver Weise tief berührt. (...) Das Gemeinsame dieser Grenzerfahrungen ist, dass ich auf diese Situationen praktisch nicht vorbereitet war. Dadurch sind sie vielfach für mich zu großen Belastungen geworden. Das hat zu dem Entschluss geführt, dieses Buch zu schreiben. Meine Hoffnung ist, durch die Darstellung solcher therapeutischer Grenzerfahrungen das Augenmerk von Kolleg:innen auf diese Situationen lenken zu können, sodass sie davon vielleicht weniger überrascht werden, als ich es war, und sie als weniger belastend erleben. (...)" Der Autor: Udo Rauchfleisch, Prof. em. Dr. rer. nat. , Diplom-Psychologe, Fachpsychologe (FSP/SVKP), Psychoanalytiker (DPG, DGPT), lehrte Klinische Psychologie an der Universität Basel und ist als Psychotherapeut in privater Praxis tätig. |
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Jahrbuch der Psychoanalyse - ›Von ZEIT, RAUM und ZEITRÄUMEN‹ |
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Aus dem Editorial der Herausgeber "´Was ist »Zeit«? Was ist »Raum«? Was ist »Zeitlichkeit«? Was »Zeitlosigkeit«? Hat chronologische Zeit eine Richtung? Unterliegt Zeitlichkeit logischen und kausalen Gesetzen? Zeitlosigkeit keinen Gesetzen? Was ist »Räumlichkeit«? Ist Räumlichkeit ausgedehnt? Ist »Raum« auch ohne Körper? Oder braucht Raum Körper (Plural!)? Ist »Ort« als ausgedehnter Raum oder als unausgedehnter Punkt zu denken? Können »Zeit« und »Raum« getrennt gedacht werden? Existiert »RaumZeit« im menschlichen Dasein? Werden im Bewussten und Vorbewussten, bzw. im Ich die psychischen Vorgänge chronologisch-vektoriell zeitlich und euklidisch räumlich geordnet, im Unbewussten bzw. im Es zeitlos und raumlos, oder nur ohne euklidische, chronologische Ordnung? Sind Zeit und Raum Folge des Realitätsprinzips und des Sekundärprozesses oder umgekehrt, oder handelt es sich um einen wechselseitig konstituierenden Prozess? (,,,)" Mit diesen und weiteren erkenntnistheoretischen Fragen befassen sich diesmal die Beiträge des Jahrbuchs, die im nachfolgenen Band 93 ihre Fortsetzung finden sollen. Die Beiträge (in Auswahl): Didier Houzel: »Psyche ist ausgedehnt«, Vorbedingung für eine Wissenschaft der Seele // Udo Hock: Einige Anmerkungen zur Zeitlosigkeit und Halluzinationsfähigkeit des Unbewussten // Dominique Scarfone: Das Dazwischen. Anmerkungen zu Zeit, Raum und dem psychischen Apparat von Sigmund Freud // Gerhard Dahl: Aporie der Nachträglichkeit und regressive Temporalität. Zur Erschließung des nicht-verdrängten Unbewussten // Clarisse Baruch: Das Vorbewusste: Ein Raum für Zeit und Humor // Eckart Leiser: Der Körper und die Konstruktion der Zeit // Riccardo Lombardi: Hass und Zeit // Michael Diercks: »Dem Unbewussten vertrauen?« - Zum paradoxen Kern der psychoanalytischen Methode u. a. - Forum, mit weiteren Themen und Beiträgen Bezugshinweis: Das zweimal im Jahr erscheinende ›Jahrbuch der Psychoanalyse‹ bietet die SFB alternativ für AbonnentInnen zu einem günstigeren Fortsetzungspreis an. AbonnentInnen erhalten in dem Fall die jeweils aktuelle Ausgabe automatisch bei Erscheinen - im Frühjahr und Hernst eines Jahres von der SFB ausgeliefert. (Vorangegangene Ausgaben gibt der Verlag nach Wunsch der Herausgeber inzwischen nur noch zum regulären Preis ab.) - Zur Fortsetzungsbestellung gelangen Sie HIER |
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Homo psychoanalyticus - Handwerkskünstler oder Scharlatan? |
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"Wir müssten uns mit den „absurden Missdeutungen, Übertreibungen oder anderen Missbräuchen“ des Spiegelkonzepts FREUDs auseinandersetzen. Dieses werde von manchen als „Rationalisierung für passive Grausamkeit“ benutzt oder „in unkritischer Begeisterung als der Buchstabe des Gesetzes“ angesehen ,." Leo Stone, 1961, S.38). "Möglicherweise ist die geringe Bedeutung, die
man der Persönlichkeit des Analytikers beigemessen hat, zum Teil auf die
Furcht zurückzuführen, man könnte J. Klauber (1967): ”Der Psychoanalytiker als Person”, in: J.v.SCHEIDT (Hg.): ”Psychoanalyse.Selbstdarstellung einer Wissenschaft” „Das ist wohl eine überraschende Entdeckung. Was wir bewusst bei unseren Kandidaten zu erreichen beabsichtigen, ist doch vielmehr, dass sie ein starkes Ich entwickeln, das fähig ist, erhebliche Belastungen zu ertragen, das frei ist von unnötigen Identifikationen, von automatischer Übertragung und Denkschablonen. Ganz im Gegensatz zu diesem bewussten Ziel (..) läuft unser Ausbildungssystem darauf hinaus, dass es beim Kandidaten unweigerlich zu einer Schwächung dieser Ich-Funktionen und zur Bildung und Festigung einer ganz speziellen Über-Ich-Form kommt“. Michael Balint,(1947): ”Über das psychoanalytische Ausbildungssystem”, in ”Die Urformen der Liebe” |
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BERUFUNG oder BERUF? Wer / was gestattet, sich PsychoanalytikerIn zu nennen und Mitmenschen zu ´therapieren? Die Beiträge dieses Readers verdanken sich einer Tagung der ´Psychoanalytischen Bibliothek Berlin, Ort für Forschung und Praxis nach Freud und Lacan e. V.`, die dort im April 2023 gehalten und diskutiert wurden. Kann der »unmögliche Beruf« der Psychoanalytikerin oder des Psychoanalytikers gelehrt, über Akte der Selbstermächtigung vom Adepten angeeignet werden? Warum sollte die Bildung der Berufenen, nicht ihre Ausbildung im Zentrum der Überlegungen stehen? - Was bereitet auf die Fähigkeit vor, zu analysieren? Gibt es anerkannte Kriterien, welche die Befähigung zur Ausübung dieses Berufes in Abrede stellen? Aus der Einleitung der HerausgeberInnen "(...) Wir möchten das Exposé, mit dem im April 2023 zur Tagung eingeladen worden war – als Ausgangspunkt für das, was daraus geworden ist – hier wiedergeben: »Die Frage Was erlaubt Psychoanalyse zu praktizieren? stellt sich sowohl konkret – nach den Besonderheiten der Länder, den Statuten der verschiedenen Schulen, dem Institutionsverständnis und dem biografischen Hintergrund jedes Einzelnen – als auch auf theoretischer Ebene in grundlegender Weise: Was stellt die notwendige Basis dar, von der her sich jemand Psychoanalytiker/in nennen kann und darf ? Uns interessieren die Schlussfolgerungen, die jede/r Einzelne aus den eigenen Erfahrungen und Lektüren zieht: Was befähigt dazu, Psychoanalyse zu praktizieren? Was autorisiert dazu, den Platz des Psychoanalytikers einzunehmen und für andere zu behaupten? Unsere Fragestellung knüpft unter anderem an die Relektüre von Freuds Schrift Zur Frage der Laienanalyse an, in der Freud sich nachdrücklich (wenn auch nicht erfolgreich) bemüht hat, die Psychoanalyse als eine eigene, unabhängige Disziplin – sui generis wie er einmal sagt – aufzustellen. Er reagiert mit ihr auf die Anklage gegen Theodor Reik, dem vorgeworfen wurde, als Nicht-Arzt die Psychoanalyse zu praktizieren und damit gegen das österreichische Kurpfuschereigesetz zu verstoßen. Während der Prozess zugunsten Reiks ausging, wurde Freuds grundlegende Bemühung von seinen Schülern bekanntlich höchst kontrovers aufgenommen. Man konnte sich (bis auf Ausnahmen) nicht dazu durchringen, die psychoanalytische Praxis aus dem Feld der Medizin – und wie man heute ergänzen muss der Psychologie – wirklich herauszulösen." Die Beiträge des Bandes Camilla Croce, Sophia Léonard, Karl-Josef Pazzini, Katrin Seifer; Mai Wegener: Zur Einleitung // Karl-Josef Pazzini: Im Inneren von Regularien haust das Reale // Claus-Dieter Rath: Die Arroganz des Laien // Monique David-Ménard: »Unbewusstes Wissen«. Analytischer Akt und Institution // Roni Weissberg: Auf den Hund gekommen // Feng Li: Ist die psychoanalytische Praxis in der chinesischen Kultur möglich? // Iracema Dulley: Fremdsprache(n) Unbewusst // Edith Seifert: Dr. S. oder: Wie ich lernte, das Unbewusste zu lieben // Elisabeth Leypold: Eine eigene Passage zum Analytiker // Annie Tardits: Das referenzielle Wissen und sein Status // Mai Wegener: Zum Begehren der Analytikerin // Beatrice Patsalides Hofmann: Zwischen Schurken und Heiligen. Analytiker:in werden und bleiben // Katrin Becker: »Es geht nichts anderes zwischen ihnen vor, als daß sie miteinander reden« // Lutz Goetzmann: Analytiker*in sein/bleiben // Susanne Hübner: »Was beliebt ist auch erlaubt …«. Eine Annäherung ans Sujet der Tagung über Wilhelm Busch // Marc Levy: Témoignage et compagnonnage - Bezeugung und Gesellenschaft // Thomas Diesner: Hören ermöglicht …- Vom Hören in der Psychoanalyse // Sophia Léonard: Verlegenheit und Verlust. Oder: »ein auf Hochglanz gebrachtes Begehren« - Kleine Lesehilfe |
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KLASSISCHES FACHANTIQUARIAT - ›Von Laien und ihren Analysen‹ |
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Meyer-Palmedo/ Fichtner 1926e / Grinstein 10458; Erste Ausgabe Freud diskutiert in dieser grundlegenden Schrift in einer auch didaktisch genial konzipierten Form eines Zwiegespräches, welches zwischen ihm, Freud, und einem ´Unbeteiligten` geführt wird, was Auftrag psychoanalytisch-therapeutischer Arbeitens sei, ob diese Tätigkeit sinnvollerweise als Unterdisziplin in der Medizin anzusiedeln sei oder ob es (auch ) Nichtärzten, den "Laien", erlaubt werden sollte, Psychoanalysen durchzuführen? - Freud beschreibt so klar und einprägsam wie an keiner anderen Stelle seine Ansicht in dieser grundlegenden Frage, wobei er sich zum Zeitpunkt der Abfassung dieser Arbeit bewußt war, daß die Mehrheit seiner analytischen Fachkollegen zu dieser Zeit längst eine andere Position vertraten: namentlich die us-amerikanischen Vertreter, die mehrheitlich bereit waren, wesentliche Teile des psychoanalytischen Ansatzes, insbesondere dessen kultur- und gesellschaftsbezogenen Teile - unter den Tisch fallen zu lassen, um in ihrem Grundberuf als Ärzte ´Psychoanalysen` anbieten zu können. Textprobe - Aus der Nachrede "(...) Mit der Formel »Weltliche Seelsorge« könnte man überhaupt die Funktion beschreiben, die der Analytiker, sei er nun Arzt oder Laie, dem Publikum gegenüber zu erfüllen hat.(...) Wir Analytiker setzen uns eine möglichst vollständige und tiefreichende Analyse des Patienten zum Ziel, wir wollen ihn nicht durch die Aufnahme in die katholische, protestantische oder sozialistische Gemeinschaft entlasten, sondern ihn aus seinem eigenen Inneren bereichern, indem wir seinem Ich die Energien zuführen, die durch Verdrängung unzugänglich in seinem Unbewußten gebunden sind, und jene anderen, die das Ich in unfruchtbarer Weise zur Aufrechterhaltung der Verdrängungen verschwenden muß. Was wir so treiben, ist Seelsorge im besten Sinne. Ob wir uns damit ein zu hohes Ziel gesteckt haben? Ob auch nur die Mehrzahl unserer Patienten der Mühe wert ist, die wir für diese Arbeit verbrauchen? Ob es nicht ökonomischer ist, das Defekte von außen zu stützen, als von innen zu reformieren? Ich kann es nicht sagen, aber etwas anderes weiß ich. In der Psychoanalyse bestand von Anfang ein Junktim zwischen Heilen und Forschen, die Erkenntnis brachte den Erfolg, man konnte nicht behandeln, ohne etwas Neues zu erfahren, man gewann keine Aufklärung, ohne ihre wohltätige Wirkung zu erleben. Unser analytisches Verfahren ist das einzige, bei dem dies kostbare Zusammentreffen gewahrt bleibt. Nur wenn wir analytische Seelsorge treiben, vertiefen wir unsere eben aufdämmernde Einsicht in das menschliche Seelenleben. (...)" Zum Erhaltungszustand: Das Klassische Fachantiquariat der SFB verfügt über ein besonders wohlerhaltenes Exemplar der Erstausgabe in der Premium-Bindungsvariante in Leinwand. Innen ganz frisch und ohne Anstreichungen, Anmerkungen o. Ä. Der Original-Leineneinband ebenfalls besonders gut, kaum aufgehellt und der in blauer Farbe geprägte Titeld ist einwandfrei; die Buchrückseite mit geringen Verfärbungen und minimalen Läsuren. - Selten! |
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Schatten der Vergangenheit in psychoanalytischen Institutionen |
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»Die Suche nach der Wahrheit über uns selbst, also die geduldige Selbsterforschung, ist das einzig verlässliche Mittel, um uns Glaubwürdigkeit zu verschaffen und uns zugleich gegen die Inhumanitäten zu wappnen, die uns unter der dünnen Decke der Zivilisation drohen.« - Alexander Mitscherlich 1960 über die Aufgabe der Psychoanalyse in der demokratischen Zivilgesellschaft. Der Autor legt mit diesem Buch, dem seine Dissertation zugrunde liegt, eine wirkliche Fleißarbeit vor, deren Materialfülle beeindruckt, womöglich mit Blick auf ihren detailversessenen Umfang potenzielle LeserInnen auch entmutigen könnte. Als ´Störvariable` könnte sich auch die vom Verlag gewählte absurd kleine Schriftgröße erweisen. Jürgen Straub und Hans-Dieter König haben dem Buch ein ausführliches Geleitwort beigesteuert, was die Frage aufwirft, weshalb diese wissenschaftliche Untersuchung eines so umfangreichen Begleittextes, quasi eines ´Nutzerhandbuches`, bedürfen sollte, wenn in der Arbeit selbst doch die für die Fragestellung relevanten Punkte gut strukturiert und gegliedert dargestellt und abgearbeitet werden? Es geht bei dieser Arbeit im Grunde und insbesondere um die Themen Verlust, Schuld und Scham bei jenem Häuflein deutscher Psychoanalytiker, das kopflos - zwei Drittel ihrer jüdischen KollegInnen mußten vor den Nazis fliehen oder wurden von ihnen ermordet -, verwirrt und orientierungslos der Trümmerlandschaft Deutschlands entstiegen waren und es in ihrer Mehrheit genauso nach dem ´Zusammenbruch` hielten, wie dies Margarete und Alexander Mitscherlich für die ´normalen Deutschen` später in ihrem Buch ´Die Unfähigkeit zu trauern` beschreiben sollten: Mit Reaktionsbildungen in der Kombination von Verleugnung, Verdrängung, Täter-Opferumkehr; Verschiebung. Dàs Odium des 1936 von M. H. Göring gegründeten ´Deutschen Instituts für psychologische Forschung und Psychotherapie (DIPFP), auch als »Göring-Institut« bezeichnet, war weiterhin tief eingeschrieben in den Köpfen und beeinflußte Strukturen, Inhalte und Kommunikation vieler Nachkriegsinstitute ganz entscheidend. Wie Michael Schröter in seiner Untersuchung fand, knüpfte die zum Nazi-Projekt gewendete psychoanalytische Einrichtung in Berlin im Organisatorischen ganz an die freudianische Tradition an. »Es übernahm vom Berliner Psychoanalytischen Institut nicht nur die Räume mitsamt Bibliothek, die Poliklinik und den Dreiklang von Vorlesungen / Seminaren, Lehranalyse und Supervision, sondern auch das Prinzip einer Psychotherapeutenausbildung außerhalb der Universität« (Schröter 2001, S. 734) - Dies deutet auf die unbewußt und fraglos auch nach 1945 weiterhin in arisierter Manier fortgeführte Psychoanalyse, ihre Strukturen, Ausbildungsrichtlinien, die jetzt nicht selten von im Dritten Reich abgetauchten oder mit Nazi-Ideologie kontaminierten Analytikern besorgt wurde(n). Was die Folgen des weitgehend eliminierten ´Jüdischen` in der deutschen Nachkriegs-Psychoanalyse mit dem damit einhergegangenen ´Brain-Drain`, der intellektuellen Leere aufgrund des Verlustes der vielleicht klügsten Köpfe in den folgenden Jahrzehnten - und genau genommen bis heute nachwirkend - mit den Instituten, ihren Strukturen, Verkehrsformen, ihrer Politik bei der Auswahl ´geeigneter` AusbildungskandidatInnen und ihrem Selbstverständnis waren und vielleicht immer noch sind, untersucht der Autor, Lehranalytiker in Dortmund, in seiner Arbeit am Beispiel dusgewählter psychoanalytischer Institute im Rheinland. Das Besondere dieser Arbeit stellt die der ´Oral-History` verpflichtete Herangehensweise auf der Basis tiefenhermeneutischer Interviews dar, die Michael Lacher mit noch lebenden Zeitzeugen zu seinem Thema führen und sorgfältig auswerten konnte. Verlagstext zu dieser Untersuchung Das vorliegende Buch untersucht die Geschichte der Psychoanalyse im Rheinland in der Nachkriegszeit nach dem Nationalsozialismus. Bisher war wenig bekannt, wie sich ihre institutionelle Einbindung, die (regionale) theoretische und methodische Entwicklung vollzog. Diese Forschungslücke möchte die hier vorgelegte erste Oral History-Studie erschließen, die in der Tradition der von der Frankfurter Schule initiierten analytischen Sozialpsychologie angelegt ist. Der Autor arbeitet mit der Tiefenhermeneutik und bleibt dabei in seiner Geschichtsforschung und Historiografie nicht bei einer narrativen Rekonstruktion der institutionell getragenen Objektivationen der Geschehnisse stehen. Vielmehr greift seine wissenschaftliche Oral Historyauf diese sozial- und kulturwissenschaftliche Methodik zurück, um hinter dem offensichtlichen, manifesten Sinn der reichhaltigen Dokumente und Erzählungen auch verborgene, latente Bedeutungen zu erforschen. Dabei zeigte sich, dass die rekonstruierte regional-rheinländische Entwicklungsgeschichte im Forschungsprozess zugleich als eine prismatische Brechung deutscher Psychoanalysegeschichte verstehbar wird. So zeigt der Autor auf, dass im Geschichtsverständnis der Zeitzeugen bisher verborgene konflikthafte Brüche in den Nachkriegsnarrativen auf Brücken zum NS-Erbe und zu folgenden Generationenkonflikten verwiesen, die auf eine latente Ebene verschoben und unbewusst gemacht worden waren. Der Autor: Michael Lacher, Dr. rer. soc. Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut; Lehranalytiker (DPV/IPV), Gruppenlehranalytiker (D3G). Arbeitet niedergelassen in eigener psychoanalytischer Praxis in Dortmund. Lehranalytiker und Supervisor an der Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft Köln-Düsseldorf (Institut der DPV/IPV). |
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SFB - MEHR als Bücher |
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NARZISSMUS u. GESELLSCHAFT - ›Vom unersättlichen Selbst ...‹ |
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"(...) Daß der Narzißt kein Interesse an der Zukunft hat, liegt zum Teil daran, daß er so wenig Interesse an der Vergangenheit hat. Es bereitet ihm Schwierigkeiten, glückliche Assoziationen zu verinnerlichen oder sich einen Grundstock von liebevollen Erinnerungen aufzubauen, mit dem er für seine zweite Lebenshälfte gewappnet ist, die für ihn auch im besten Falle stets Trauer und Schmerz bereithält. In einer narzißtischen Gesellschaft - einer Gesellschaft, die narzißtische Charakterzüge fördert und ihnen zunehmend Bedeutung gibt - spiegelt die kulturelle Entwertung der Vergangenheit nicht nur die Dürftigkeit der herrschenden Ideologien, denen die Wirklichkeit entglitten ist und die es aufgegeben haben, sie zu meistern, sondern auch die innere Armut des Narzißten. (...) Dieser historische Befund bekräftigt die psychoanalytische Erkenntnis, daß liebevolle Erinnerungen für die menschliche Reife ein unerläßliches psychologisches Kraftfeld bilden und daß, wer sich nicht auf solche positiven Erinnerungen aus der Vergangenheit berufen kann, in der Folge an schwersten Störungen leidet. Die Überzeugung, daß die Vergangenheit eine in mancher Hinsicht glücklichere Zeit gewesen sei, beruht keineswegs auf einer sentimentalen Illusion, noch führt sie zu einer rückwärtsgewandten, reaktionären Lähmung des politischen Willens." Christopher Lasch, in: ´Das Zeitalter des Narzissmus` |
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Narzissmus ist allgegenwärtig – als Modewort, moralischer Vorwurf, Gesellschaftsdiagnose oder klinischer Befund. Doch was verbirgt sich dahinter? Und warum sind narzisstische Menschen nicht zufriedenzustellen – unersättlich? Thomas Arnold und Thomas Fuchs entwerfen in ihrem grundlegenden Buch eine neue, phänomenologisch-existenziale Sicht des Narzissmus. Das narzisstische Selbst- und Weltverhältnis erweist sich hier als Ausdruck einer existenziellen Leere: eines leiblich gespürten Mangels an Selbstwert, der durch äußere Bestätigung, Attraktivität oder Macht nie dauerhaft gestillt werden kann. Zugleich ist der Narzissmus
ein Spiegel der spätmodernen Seele, und gerade in einer Kultur der
Individualisierung – von Social Media bis Therapie, von Echo bis
Instagram – gilt es zu verstehen, warum Bestätigung von außen niemals
satt macht. Arnold und Fuchs führen philosophische, soziologische,
psychologische und psychodynamische Erkenntnisse zusammen, um zu einem
tieferen Verständnis für die Strukturen narzisstischer Subjektivität in
Individuum und Gesellschaft zu gelangen. Gibt es auch gesunden Narzissmus?
Wieso sind echte Begegnungen für Narzissten so schwierig? Und was haben
Virtualität, Verschwörungstheorien und extreme Politik mit Narzissmus zu
tun? Ein hochaktuelles Buch, das uns den Spiegel vorhält. "(...) Unser Interesse an dem Thema hat dabei mehrere Ursprünge Einerseits speist es sich aus dem praktischen Bedürfnis, klinische Zusammenhänge phänomenologisch besser zu begreifen.Andererseits ist die zunehmende gesellschaftliche Bedeutung des Narzissmus (unabhängig von seiner Epidemiologie) nicht zu leugnen. Er mag ein Modethema sein, das viele mehr oder weniger fundierte Beiträge stimuliert, doch das dahinterliegende Bedürfnis, eine Subjektivierungsform besser zu verstehen, die unsere Zeit wesentlich zu prägen scheint, teilen wir.Die grundlegende narzisstische Problematik des Selbstwerts und Status, der an das leibliche Erleben und Erscheinen gebunden ist, betrifft uns darüber hinaus alle auf existenzielle Weise: Unser Selbstwert ist wesentlich ein leiblich-affektives Selbstverhältnis, das unser Leben ursprünglich prägt und bestimmt. Zugleich hat kein Mensch einen völlig stabilen Selbstwert - und niemand von uns geht mit dessen Schwankungen immer optimal um: Auch Menschen ohne narzisstische Persönlichkeitsstörung greifen mitunter zu narzisstischen Strategien der Bewältigung von Selbstwertmangel. Es ist nicht immer leicht, wirklich »mit sich selbst befreundet zu sein«, wie Aristoteles es ausdrückte. Mit anderen Worten: Die narzisstische Problematik betrifft uns als Menschen – und daher ist sie auch zwischen den Fächern angesiedelt. Sie gehört weder der Philosophie, der Psychologie, der Psychiatrie noch der Soziologie alleine an. So betrachten wir die folgenden Ausführungen auch als den Versuch, den Narzissmus »an der Wurzel zu fassen«, nämlich ihn aus einer leibphänomenologisch-existenziellen Perspektive zu verstehen, die in den Blick nimmt, was uns letztlich allen gemeinsam ist. (...)" Die Autoren: Thomas Arnold ist Akademischer Rat am Philosophischen Seminar der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg - Thomas Fuchs ist Karl-Jaspers-Professor für Philosophische Grundlagen der Psychiatrie und Psychotherapie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Für sein Werk wurde er u. a. mit dem Erich-Fromm-Preis ausgezeichnet. |
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„Was, um Himmels willen (oder: zum Teufel), bringt einen Menschen – in der Regel sind es Männer – dazu, die absolute, diktatorische Macht in einem Staat zu übernehmen oder auch nur übernehmen zu wollen?“ Fritz B. Simon, Dr. med., Professor für Führung und Organisation / Universität Witten/Herdecke; Psychiater, Psychoanalytiker und systemischer Familientherapeut, übernimmt es, sich nach seiner Psychobiografie ´Stalin und der Apparat` und ´Wie Diktaturen funktionieren`, in seinem neuen Buch nun geradezu in die Rolle eines ´Profilers` zu versetzen, der nach typischen Unterscheidungsmustern in der Sozialisation und daraus sich entfaltender Eigenschaften der Persönlichkeit späterer Diktatoren forscht. Was sind die persönlichen Qualitäten, die man besitzen muss, um erfolgreich Diktator zu werden oder zu sein, absolute Macht zu ergreifen und zu erhalten? Mit Blick etwa auf das frühe Dreieck besonders dramatischer Beziehungen zu Mutter und Vater, auf Peers und Statuskämpfe und sich daraus entwickelnde Formen von Scham, Neid und Eifersucht wird erkennbar: Derlei Erfahrungen zeichnen in Beziehungsmustern von Diktatoren den Pfad von Graumausigkeit zu Grausamkeit. Aus früh erworbener Rachsucht und sich immer neu beweisen müssender, aber nie wirklich erfahrener Grandiosität wird der Diktator zum existenziellen Risiko für alle, die ihn umgeben – und ihn merkwürdigerweise unterstützen Die Kapitel: Die Frage nach dem Motiv (Vorbemerkung) - Das Wunschkind / der Muttersohn - Der überwältigende Vater / Dreiecksbeziehung - Peerbeziehungen / Statuskämpfe - Mittelmäßigkeit / Notwendige Organisationen - Minderwertigkeitsgefühle / Scham - Neid / Eifersucht - Graumausigkeit / Weg zur Macht - Absolute Macht / Umbau des Staats - Jenseits des Realitätsprinzips / Willkürherrschaft -Selbst-Idealisierung / Personenkult - Säuberungen / Rachsucht - Freundschaftsdienste / Korruption - Pomp / Grandiositätsversprechen - Paranoia / Kontrollzwang - Spaltung / Entsolidarisierung - Macho vs. Pantoffelheld / Frauenbeziehungen - Humor / Sadismus - Gewalt / Ultimatives Machtmittel - Größe / Größenwahn - Mythologische Muster (statt einer Zusammenfassung) - Anmerkungen - Literatur - Über den Autor. Aus dem Vorwort des Autors "(...) Auch wenn rein phänomenologisch die Beschreibung der typischen Verhaltensweisen, die als Symptome des Narzissmus bzw. des »malignen Narzissmus« gedeutet werden, stimmig ist, ist deren Erklärung mit Hilfe klinischer Konzepte problematisch. Denn was dabei leicht aus dem Blickfeld gerät, ist die Tatsache, dass so der jeweilige soziale Kontext »weggedacht« wird, in dem diese Verhaltensweisen gezeigt und entwickelt werden. Die Person wird isoliert betrachtet, pathologisiert, diagnostiziert und aus dem Netz ihrer Be-ziehungen und der Spielregeln der Institutionen und Organisationen gelöst, in denen sie agiert und sich ihr Aufstieg vollzieht. Dennoch erscheint es sinnvoll, das psychologische Profil potenzieller Diktatoren genauer zu studieren, um sich und die Gesellschaft vor solchen Typen zu schützen, auch wenn ihre Psychodynamik sicher nicht die Entstehung von Diktaturen erklären kann (...) Als Autor bin ich mir trotzdem bewusst, dass ich mich mit meinem Versuch, ein Profil »des« Diktators zu erstellen, auf fachlich dünnes Eis begebe. Aber da ich mich nun mehrere Jahre mit der Entstehung, Erhaltung und Beendigung von Diktaturen als Staatsformen beschäftigt habe, war ich unvermeidlich auch mit den dazugehörenden Diktatoren, ihrem Lebensweg und ihren Verhaltensmustern konfrontiert, so die Frage nach dem Motiv, dass ich der Versuchung nicht widerstehen konnte, die typischen Muster ihrer Psychodynamik aus einer psychoanalytischen Perspektive zu charakterisieren. Dass dies mit einer Menge an Spekulation verbunden ist, muss wohl nicht extra erwähnt werden. Einschränkend sei auch noch angemerkt, dass hier die Diktatoren aus einem tendenziell christlich-europäisch geprägten Kulturkreis in den Blick genommen sind. In Ostasien und in Afrika, aber auch im Nahen Osten bestehen andere kulturelle Muster, andere Familienformen, manchmal auch Stammesstrukturen, spezielle religiöse Gebote und Verbote usw., die jeden Einzelnen (auch den späteren Diktator) in anderer Weise sozialisieren als in Europa oder im christlich geprägten Südamerika oder auch in Russland. Dass - die Psychodynamik des Möchtegern-Diktators hin oder her - charakteristische gesellschaftliche und organisationale Bedingungen nötig sind, um einen Diktator an die Macht zu bringen, sei zur Warnung noch einmal betont. Welche das sind, ist an anderer Stelle ausführlich analysiert und dargestellt (siehe Stalin und der Apparat9 und Wie Diktaturen funktionieren (...)" Der Autor: Fritz B. Simon, Dr. med., Professor für Führung und Organisation / Universität Witten/Herdecke; Systemischer Organisationsberater, Psychiater, Psychoanalytiker und systemischer Familientherapeut; langjähriger Vizepräsident des Europäischen Familientherapie-Verbands (EFTA) |
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PSYCHOANALYTIKERIN von Format - ›MARIE LANGER‹ |
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»Wenn wir [PsychoanalytikerInnen] uns der unbewußten Phantasien annehmen, so leugnen wir nicht die Realität und die gesellschaftlichen Verhältnisse. Im Gegenteil, wenn wir in der Welt sind, um diese zu verändern, dann müssen wir uns und die Welt genau ansehen.« Marie Langer »… [D]u wirst in einem bestimmten historischen Moment geboren, du reihst dich ein in das, was vorher gewesen ist, und du lebst deinen Zyklus mit der Geschichte oder gegen sie. Zu einem gewissen Zeitpunkt ist die Reihe an dir zu sterben, aber wenn du mit der Geschichte gelebt hast, stirbst du mit dem Gefühl, in ihr eingeschlossen zu bleiben, daß du jenseits deines persönlichen Lebens weiterexistierst und daß du etwas zur Zukunft beigetragen hast, auch wenn es nur minimal ist.« Marie Langer |
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Marie Langer zählt zu den bedeutendsten Psychoanalytikerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie erlebte ihre Kindheit und Jugend in Wien, das damals auch Wirkungsstätte Sigmund Freuds und Gründungsort der Psychoanalyse war. Als an den gesellschaftlich-politischen Verhältnissen interessierter Mensch ließ Marie Langer sich ab den dreißiger Jahren psychoanalytisxch ausbilden (ihr Lehranalytiker war Richard Sterba, 1898-1989), und sie wurde Mitglied der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung. Mit dem ihrer Auffassung nach leisetreterischen Agieren der Sozialdemokratischen Partei in Österreich, mit der sie lange sympathisierte, trat sie vor dem Hintergrund des um sich greifenden Faschimus in Deutschland, Spanien und Italien, der Kommunistischen Partei Österreichs bei. Ihre KPÖ-Mitgliedschaft ließ Marie Langer die WPV ebensowenig wissen wie umgekehrt die KPÖ ihre laufende Ausbildung zur Psychoanalytikerin. Nach ihrer Flucht nach Argentinien Ende der dreißiger Jahre gründete Marie Langer gemeinsam mit fünf anderen PsychoanalytikerInnen 1942 die Argentinische Psychoanalytische Vereinigung. Ende der sechziger Jahr trat sie aus der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung im Zusammenhang mit ihrer Solidarität für Proteste der AusbildungskandidatInnen aus, die sich Transparenz und demokratische Abläufe gerade auch in ihren psychoanalytischen Instituten wünschten. Marie Langer befasst und versuchte sich an neuen Vermittlungsformen der Psychoanalyse, die zu betreiben ihr ohne ein Mindestmaß an gesllschaftskritischer Kompetenz und politischem Verständnis obskur anmutete. Die Kapitel des Buches: Wien. 1910 geboren - Köln. Die enthaupteten Frösche - Doppelter Untergrund. Psychoanalyse und Kommunismus - Colmenar. Für Spaniens Freiheit - Argentinien. Zweite Heimat - Die analytische Familie. Marie Langer und die psychoanalytische Institution - Das argentinische Experiment. - Psychoanalytische und politische Praxis - Mutterschaft und Sexus. Theorie der Weiblichkeit - Mexico. Ein halbes Exil - Nicaragua. Im Dienste des Volkes - Buenos Aires. Noch einmal ihr Leben - Spurensuche. Statt einem Nachwort. |
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Sie gilt als eine der bekanntesten lateinamerikanischen Psychoanalytikerinnen, in Europa ist sie heute nicht nur bei jüngeren PsychoanayltikerInnen nahezu unbekannt; die Rede ist von Marie Langer. Ein Glück, also, dass Marie »Mimi« Langer ihre Erinnerungen an ihr aufregendes Leben in herausfordernden Zeiten selbst aufgeschrieben hat und so die Nachwelt in ihr eine ganz außergewöhnliche Frau wiederentdecken kann, deren Vermächtnis und Beitrag heute so aktuell wie lange nicht ist. 1910 in eine wohlhabende und liberalen jüdische Familie geboren, geht sie rasch ihren eigenen Weg: zunächst in die fortschrittliche Wiener Schwarzwaldschule, eine Reformschule, und dann auf die Universität, um als eine der ersten Frauen Medizin zu studieren. Mit dreiundzwanzig Jahren, 1933, tritt Marie Langer in die Kommunistische Partei Österreichs KPÖ ein; 1936 schließt sie sich im spanischen Bürgerkrieg den Internationalen Brigaden an und emigriert vor dem Hintergrund der Situation in Nazi-Deutschland und in Österreich schließlich nach Südamerika, wo ihr Leben aber keineswegs ruhiger wird. Fesselnd und anhand zahlreicher Anekdoten erzählt Marie Langer in ihren Erinnerungen über ihre Kindheit und Jugend in Wien, über ihre Familie, ihren Werdegang als Ärztin, engagierte und innovative Psychoanalytikerin und über soziales und politisches Engagement. Marie Langer, die in 1935 mit ihrer psychoanalytische Ausbildung begann, schreibt an einer Stelle: „Mit der Psychoanalyse und der Partei gleichzeitig zu leben, war nicht immer einfach. Manchmal schaute ich während einer Versammlung auf die Uhr, stand auf und entschuldigte mein plötzliches Weggehen mit einer angeblich unumgänglichen Verabredung oder einer Stunde usw.; die Genossen dachten, ich würde Stunden geben, um etwas Geld zu verdienen. Es wäre mir peinlich gewesen einzugestehen, wieviel ich für meine Analyse zahlte. […] Einige Monate nach dem Februar 1934 geschah etwas, was eine Weiterführung meiner psychoanalytischen Ausbildung sehr erschweren sollte. In Berlin hatte die Gestapo Edith Jacobson festgenommen, nachdem sie einem ihrer Patienten gefolgt war. Um die Psychoanalyse und ihre Patienten zu schützen, beschloß der Stab um den ,Herrn Professor‘, wie alle Freud nannten, daß kein Analytiker sich in einer verbotenen Partei betätigen und schon gar nicht deren Mitglieder als Patienten behandeln durfte. […] Bald darauf hielt [der Psychoanalytiker] Richard Sterba meine Analyse für beendet. […] Mir tat dieses Ende nicht gut, aber ich wollte - in dieser weltpolitisch so brisanten Situation - auch nicht länger nur meinen eigenen Nabel betrachten (...).“ Wollte die Psychoanalyse, so wie Marie Langer diese verstand und praktizierte, die Welt verbessern, gar retten? In ihrem ausführlichen zeithistorischen Überblick kommt die Herausgeberin zu dieser Einsicht: Marie Langer "(...) wollte ihre Analysanden nicht zur Militanz bekehren, aber dazu bringen, die gesellschaftliche Realität und ihre Mechanismen zu erkennen. Während es Freud nur darum ging, dass es dem Patienten gelingt, besser zu lieben und besser zu arbeiten. An Arbeiter am Fließband hatte Freud damals [allerdings eher] nicht gedacht." Die Herausgeberin: Ulrike Schmitzer, 1967 in Salzburg geboren, Studium der Publizistik und Kunstgeschichte; Redakteurin bei Ö1, freie Filmemacherin und Autorin in Wien; zahlreiche Preise. |
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Auf SFB-Online, der Internetseite für die Literaturen der Psychoanalyse und Kulturwissenschaften im Netz, ist als Hauptdatenquelle die offizielle Datenbank des deutschsprachigen Buchhandels (VLB - Verzeichnis lieferbarer Bücher) mit rund 2.000.000 Titeleinträgen hinterlegt, in der Sie bibliografieren und jederzeit daraus bestellen können. Darüber hinaus bietet die Sigmund-Freud-Buchhandlung weitere Arbeitsbereiche und Abteilungen, die wir Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit empfehlen, etwa
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GESELLSCHAFT - Fragile Demokratie und ihre Verschlimmbesserer |
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»Wenn es Menschen gibt, die eine traditionelle Meinung bestreiten oder das tun wollen mit Billigung des Gesetzes oder der Öffentlichkeit: lasst uns ihnen danken, unseren Geist sich öffnen und lauschen! Freuen wir uns, daß noch jemand da ist, der für uns tut, was wir eigentlich mit viel größerer Mühe selbst tun müssten, sofern uns an der Gewißheit und der Lebenskraft unserer Überzeugungen etwas gelegen ist.« J.John Stuart Mill, Über die Freiheit |
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Zunehmend wird in den öffentlichen Diskursen über eine ›Krise der Demokratie‹ gesprochen. - Aber was ist denn (ideal-)typischerweise gemeint, wenn von ´Demokratie` die Rede ist? Offenbar gibt es keine hinreichende Kurzdefinition und daher auch keinen Konsens bezüglich der Frage, was sie denn sei, ausmache und wie sie beschaffen sein müsse, um (nicht nur) die Erwartungen derjenigen zu erfüllen, die ihren schleichenden Verfall beklagen. Der renommierte Historiker Jörg Baberowski erzählt eine andere Geschichte der Demokratie. Eine, die hinter die Kulissen, in ihre Maschinenäume blickt und zahleiche Schwachstellen und Illusionen offenlegt. Dazu gehört etwa die Erkenntnis, dass alle Beziehungen zwischen Menschen immer von Macht und Abhängigkeitsverhältnisse durchzogen sind; so auch in der Demokratie, und nicht zuletzt die banale Tatsache, dass das Volk zwar der Souverän sein mag, sich aber eben nicht selbst regieren kann und also - nach klaren und transparenten Regeln - repräsentiert werden muß. Und diejenigen,die sich gerne und so wortreich auf das Wahlvolk berufen, sehen sich zunehmender Skepsis und dem kritischen Blick jener gegenüber, welche sie doch zu vertreten vermeinen oder dies zumindest vorgeben. Im Modell demokratischer Repräsentation ist der Populismus daher als Möglichkeit immer schon enthalten. Statt das Murren, den Widerspruch von unten als lästige Regung eines begriffstutzigen oder führungsbedürftigen «Pöbels» zu sehen, sollten sich die gewählten VertreterInnen an die größte Stärke der Demokratie erinnern: dass sie es erlaubt, auch im Streit mit anderen im Einklang zu sein. Gegner dürfen nicht zu unerbittlichen Feinden werden, die Demokratie sollte unbequemen Meinungen deshalb einen weiten Raum zu ihrer Entfaltung geben. Aus der Einleitung des Autors "Die Demokratie ist in der Krise, heißt es allenthalben, und jeder würde dieser Diagnose sofort zustimmen. In einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2023 beklagten mehr als die Hälfte der Bürger in Deutschland, daß die Demokratie nicht mehr leiste, wozu sie einst auf die Welt gekommen sei. Und nur zwanzig Prozent der Befragten gaben bekannt, noch Vertrauen zum Parlament zu haben. Offenbar trauen die Bürger der repräsentativen Demokratie in ihrem gegenwärtigen Zustand nicht länger zu, die allgegenwärtige Krise zu bewältigen. Populistische Bewegungen feiern ungeahnte Triumphe, in den USA und in Italien haben sie erfolgreich nach der Macht gegriffen, andere Staaten könnten ihrem Beispiel folgen. Manche sprechen inzwischen vom Verfall der Demokratie, die zur Beute einer entrückten, unkontrollierbaren Elite geworden und nicht mehr zu retten sei, andere warnen vor Populisten und der autoritären Versuchung.1 Was tun? Eine Entscheidung ist fällig, aber noch nicht gefallen, die gewohnte Ordnung scheint nicht mehr zu leisten, was man sich von ihr erwartet, Neues aber ist noch nicht in Sicht. Ein Gefühl der Unsicherheit und des Unbehagens legt sich über das Leben. Die Demokratie ist in einem kritischen Zustand, sie kann überleben oder sterben. In jedem Fall aber scheint sie nicht bleiben zu können, was sie ist. Es muss etwas geschehen. (...)" Inhalt: 1. Am Volk vorbei? Demokratie und Populismus / 2. Macht, Herrschaft, Staat / 3. Was ist Demokratie? / 4. Souveränität und Repräsentation / 5. Demokratie im Zeitalter der Massen / 6. Alles Ständische und Stehende verdampft. / 7. Die Krise der repräsentativen Demokratie / 8. Der Kampf um Anerkennung / 9. Die Wiedergewinnung der Souveränität // Anmerkungen; Literaturverzeichnis; Personenregister 207 Der Autor: Jörg Baberowski ist Professor für die Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin und Autor zahlreicher Bücher und Aufsätze zur russischen und sowjetischen Geschichte. 2012 erhielt er für sein Werk "Verbrannte Erde. Stalins Herrschaft der Gewalt" den Preis der Leipziger Buchmesse. Bei C.H.Beck sind von ihm lieferbar: "Der Sinn der Geschichte" (3. Aflg. 2014), "Verbrannte Erde" (4. Aflg. 2022), "Der sterbliche Gott" (2024) und "Die letzte Fahrt des Zaren" (2. Aflg. 2025). |
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BESSER LESEN - Geschichten von der Couch |
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»Die Geschichten, die wir über uns selbst erzählen, mögen nicht wahr sein, aber sie sind alles, was wir haben.« Der Literaturnobelpreisträger J. M. Coetzee |
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Vermag eine einzige Therapiestunde eine entscheidende Wende für das künftige (Er-)Leben von PatientInnen auszulösen und einzuleiten? - Das Urgestein psychoanalytisch orientierter Psychotherapie in den USA, Irvin D. Yalom, erzählt in seinem jüngsten Buch von solchen geglückten Wendepunkten, die er als erfahrener, weise gewordener Psychotherapeut immer wieder in seiner psychotherapeutischen Praxis hat erleben dürfen. Das Leben ist kostbar, die den Menschen gegebene Zeit kurz; kaum zu Verstand gekommen, geht es viel schneller als gedacht, auch schon wieder zur Neige. Darüber werden sich viele nie wirklich, manche auch nie, bewußt. - Irving. Yalom war dreiundneunzig, als er sich nach dem Verlust seiner geliebten Ehefrau Marilyn Yalom, mitten in der Pandemie, mit einem zunehmenden Gedächtnisverlust konfrontiert sah. Die inneren wie äußeren Beschränkungen zwangen ihn dazu, die Form seiner Sitzungen mit seinen Patienten grundlegend zu überdenken und einen ganz neuen Ansatz zu wählen: Würden sich mit nur sehr wenigen Behandlungsstunden, gar mit einer einmaligen Sitzung, dennoch erkennbar-positive Veränderungen bei den PatientInnen anschieben und eine ähnlich tragfähige Arzt-Patienten-Beziehung aufbauen lassen, wie dies in Langzeittherapien üblicherweise der Fall ist? Aus der Einleitung des Autors "Einst hatte ich die kühne Idee, meine wichtigsten Erkennt nisse zur praktischen Anwendung der Psychotherapie zusammenzutragen, und daraus entstand das nützliche Buch Der Panama-Hut oder Was einen guten Therapeuten ausmacht. Im hohen Alter von damals siebzig Jahren schrieb ich in der Einleitung, dass mich zwei Dinge motivierten: Erstens, meine Patienten hatten angefangen, sich Sorgen zu machen, wie lange ich noch für sie da sein könnte. Würde ich in Urlaub fahren und nie mehr zurückkommen? Würden sie demnächst mein Grab besuchen? Zweitens, angesichts meines scheinbar unmittelbar bevorstehenden Ablebens wollte ich unbedingt weitergeben, was ich in damals vier Jahrzehnten als Psychotherapeut gelernt hatte, und zwar so schnell wie möglich. Doch die Befürchtungen haben sich als ein ganz klein wenig verfrüht erwiesen, denn mehr als zwanzig Jahre später überlege ich immer noch, wie ich Patienten und Therapeuten gleichermaßen am besten helfen kann. Da ich mich altersmäßig mittlerweile an die Dreiundneunzig eranschleiche, ist es wohl tatsächlich dringend geworden, Überlegungen zu meinem Tod und dem Verlangen nach Weitergabe hart erarbeiteter Lektionen anzustellen. Sicher bin ich mir da aber nicht (...)" Stimmen zu diesem Buch "Heraus kommen literarisch-philosophische Miniaturen, die dem Leser eine Metaebene zu bieten haben, auf der er über sein eigenes Leben nachdenken kann. (...) Mit Sicherheit eines der besten (Bücher) in einem großen Lebenswerk." - in: BÜCHER Magazin Ausgabe 2/2026 Der Autor: Irvin D. Yalom wurde 1931 als Sohn russischer Einwanderer in Washington, D.C. geboren. Er gilt als einer der einflussreichsten Psychoanalytiker in den USA und ist vielfach ausgezeichnet. Seine Fachbücher gelten als Klassiker. Seine Romane wurden international zu Bestsellern und zeigen, dass die Psychoanalyse Stoff für die schönsten und aufregendsten Geschichten bietet, wenn man sie nur zu erzählen weiß. |
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In ihrem neuen Buch beschäftigen sich die beiden Psychoanalytiker, Broadcaster und erfolgreichen Autoren mit den ´prägenden` Einflüssen, welche das Leben von Menschen entscheidend beeinflussen oder leiten. Die Gene, der Einfluß der Eltern, ihrer Erziehungs- und wertvorstellungen, die soziale Zugehörigkeit, das Geschlecht, die Geschwisterfolge, Bildung ... - Was hinterläßt all das an Spuren, an Aus- und Nebenwirkungen auf das Leben von Menschenie, und was geben diese von diesen Einflüssen bewußt oder unbewußt an die Folgegeneration weiter? Anhand zahlreicher Beispiele aus dem Alltag und ihrer therapeutischen Praxis zeigen Cécile Loetz und Jakob Müller, wie all diese Einflüsse in Menschen nachwirken - in der Sprache, in Einstellungen und Gefühlen. Wie bestimmen solche Prägungen das Denken, Handeln und damit das Leben von uns Menschen? - Ohne zu werten und mit Einfühlungsvermögen erläutern die beiden Psychoanalytiker, wie eingeschliffene alte Handlungs- und Reaktionsmuster überwunden und Beziehungen freier gestaltet werden können - zu den eigenen Kindern, zu den Eltern und zu uns selbst. Ein lesenswertes Buch für Laien und interessierte Therpeuten, das Orientierung bietet und hilft, den Faden der eigenen Geschichte möglichst in der Hand zu halten, statt sich von ihm einwickeln zu lassen. Die AutorInnen Cécile Loetz, geboren 1987, ist Psychoanalytikerin und in eigener Praxis tätig. Gemeinsam mit Jakob Müller hat sie den erfolgreichen Podcast „Rätsel des Unbewußten" gegründet, für den die beiden 2018 den Förderpreis der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung erhielten und 2025 mit dem Deutschen Psychodynamik Preis ausgezeichnet wurden. - Jakob Müller, geboren 1985, ist Psychoanalytiker und arbeitet am Institut für Psychosoziale Prävention, Universitätsklinikum Heidelberg, und am Psychiatrischen Zentrum Nordbaden. Parallel forscht er für seine Habilitation. Loetz und Müller leben in Heidelberg. |
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TagungskalenderUnser überregionaler Kalender zu Tagungen, Konferenzen und Symposien aus dem Bereich der Psychoanalyse |
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