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Novitätenschau Psychoanalyse / Kulturwissenschaften - FEBRUAR 2026 |
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Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser der Novitätenschau, Die Februar-Ausgabe der ›Novitätenschau‹ biete ihren LeserInnen eine Fülle an interessanten und für die Profession hilfreichen Neuerscheinungen; darüber hinaus im zweiten Teil einmal mehr spannende Themenfenster zu aktuell relevanten gesellschaftlichen und öffentlichen Diskursen. Neue Titel zur bevorstehenden Einführung der ›ICD 11‹, die aktualisierte und auf die geänderten Anforderungen der Approbationsprüfung Psychotherapie abgestimmte Handreichung, die KandidatInnen und ihre DozentInnen gleichermaßen kennen und nutzen sollten, neue Bücher zum professionellen Umgang mit Werte- und Sinnfragen in Psychotherapien, der jüngste Band des Jahrbuchs Selbstpsychologie, der sich dem Thema ´Resonanz` widmet, gefolgt von weiteren Titelvorstellungen zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen, zur Kunst (Psychoanalyse und DADAISMUS), sowie empfehlenswerte Bücher der polnischen Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk runden diese Ausgabe ab. Ihnen eine angenehme Lektüre - Wie freuen uns auf Ihre Resonanz. |
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In dieser Ausgabe
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Der kurze
Weg zur SFB: Bestelltelefon (D) 0800 588 78
30
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Zum Thema PSYCHODIAGNOSTIK im vollrevidierten ICD 11 |
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›Diagnose: Persönlichkeitsstörung. Typ eins: Narzissmus. Typ zwei: Zwanghafte Persönlichkeit. Typ drei: Dissoziale Persönlichkeit. Typ vier: Paranoide Persönlichkeit. Typ 5: Borderline. Und so weiter. Mit all dem soll Schluss sein. (....)‹ .... so eröffnete der Deutsxchlandfunk im September 2022 einen ausführlichen Beitrag, in dem die Neuerungen und Änderungen an der vollrevidierten ICD 11 vorgestellt wurden |
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Im Fokus dieses Bandes steht mit Blick auf die bevorstehende Einführung der vollrevidierten ICD 11 durch die WHO (Weltgesundheitsorganisation der UN) nun auch im deutschsprachigen Raum ein breiter gefasster diagnostischer Ansatz, der psychologische Mechanismen und Prinzipien unabhängig von der Fachdisziplin betont - als integraler Bestandteil klinischer Praxis und differenzierter Fallkonzeption. Die Kapitel des Buches behandeln systematisch alle psychischen Störungen sowie dazugehörige Themenfelder wie sexuelle Funktionsstörungen, Schlaf-Wach-Störungen und Entwicklungsstörungen. Jedes Kapitel bietet differenzierte Darstellungen von Erscheinungsformen und Symptomkonstellationen, Spezifizierungen und Subtypen, Kriterien zur Abgrenzung zwischen Normalität und psychischer Störung, Differenzialdiagnosen, häufigen Komorbiditäten, Erkrankung im Lebensverlauf, sowie kulturgeprägten und geschlechtsspezifischen Aspekten. Ergänzende und weiterführende Inhalte wie psychologische Modelle zur Symptomerklärung sowie praxisnahe Empfehlungen zur psychologischen Beurteilung ermöglichen darüber hinaus einen besonderen Zugang aus psychologischer Perspektive. Aus dem Vorwort des für diese deutschsprachige Ausgabe verantwortlichen Herausgebers Andreas Maercker: "(...) Warum heißt das vorliegende Buch nun „ICD-11: ein psychologischer Ansatz“? Dazu wird bereits im Geleitwort vom Psychiater Michael B. First von der Columbia University in New York sowie im ersten Buchkapitel etwas gesagt. Hier nur ein paar Zusatzgedanken: Nach Jahrzehnten, in denen die DSM-Versionen III und IV (Diagnostisches und Statistisches Manual psychischer Störungen) der American Psychiatric Association immer im viel größeren Umfang wissenschaftlich begründet waren und die ICD bis zur Version 10 hauptsächtlich aus Gründen der allgemein bekannten Ressourcenknappheit der WHO wissenschaftlich mit diesen DSM-Versionen nicht mithalten konnte, wurde das mit der ICD-11 erfreulicherweise anders. Hier wurde erstmals in größerem Umfang wissenschaftlich gearbeitet und zwar sowohl grundlagenbezogen als auch im Sinne einer auf den größtmöglichen klinischen Nutzen abzielende Implementierungsforschung. In allen diesen Forschungsgebieten spielt die Psychologie eine hervorragende Rolle. (....) Oft werde ich gefragt: „Wann wird denn die ICD-11 nun endlich in den Gesundheitssystemen der deutschsprachigen Länder offiziell eingeführt?“ Das ist ein leidiges Thema, denn die Gesundheitspolitik der einzelnen Länder hat beschlossen, diese Einführung mit einer gleichzeitigen, erneuten Tarif- und Abrechnungsreform für Gesundheitsleistungen umzusetzen. Bis diese Finanzpauschalen für alle Diagnosegruppen aller körperlichen und psychischen Erkrankungen politisch überhaupt neuverhandelt werden, was lange brauchen wird, müssen wir klinsch Tätige wohl noch mit einem „Zwitterzustand“ leben (...)" - Zürich, im Herbst 2025, Andreas Maercker |
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In diesen Tagen erscheint die fünfte vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage des gefragten Repetitoriums Jene, die die alte Approbation (Modell »Klausur«) anstreben, leitet Das Repetitorium auch in der Neuauflage weiterhin in der seit über zehn Jahren bewährten Weise durch die Prüfungsphase. Zugleich begleitet Das Repetitorium nun auch die Absolvent:innen der neuen Approbation (Modell »Parcours«) effizient auf ihrem Weg. Das Repetitorium ist in seiner Gesamtkonzeption mehr als eine rein systematische Wiederholung von Wissen mit dem Ziel, die Approbationsprüfung effizient zu bestehen. Es bietet zugleich auch eine methodische Anleitung zur Prüfungsvorbereitung und vermittelt konkrete Strategien für den Umgang mit verschiedenen Aufgabenformaten in der Prüfungssituation. Die maßgeblichen Inhalte werden in einem Kompromiss aus notwendiger Ausführlichkeit und möglicher Prägnanz dargestellt. Besonders prüfungsrelevante Inhalte sind hervorgehoben und werden in ausführlichen Beispielen veranschaulicht. Damit ist Das Repetitorium zugleich hilfreiches Lernmittel und praxisorientiertes Kompendium, welches nicht nur vor, sondern auch nach der erfolgreichen Approbation gute Dienste zu leisten vermag. Neben einer Neustrukturierung des Buches im Hinblick auf die wachsende Kompetenzorientierung von psychotherapeutischen Ausbildungen und Prüfungen, enthält die Neuauflage unter anderem neue Kapitel mit Empfehlungen zur Vorbereitung auf die Parcoursprüfung und eine ausführliche Darstellung der für Klausur und Parcours gleichermaßen wichtigen Leitlinien. Zudem wird bereits auf wesentliche Neuerungen der ICD-11 eingegangen. Die AutorInnen Miki Kandale, Dipl.-Psych., Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie), Zusatzqualifikationen in Kinder- und Jugendlichentherapie Dozentin, Supervisorin und Lehrtherapeutin an der Berliner Akademie für Psychotherapie und der Psychologischen Hochschule Berlin; staatlich bestellte Prüferin für die Approbationsprüfung Psychotherapie. Kai Rugenstein, Dr. phil., Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut (Tiefenpsychologisch fundierte und Analytische Psychotherapie), Psychoanalytiker (DPG, DGPT); Lehrbeauftragter an der International Psychoanalytic University. Zahlreiche Publikationen zur Theorie und Methode der Psychoanalyse sowie zur psychodynamischen Ausbildungs- und Konzeptforschung. |
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PSYCHOTHERAPIEN - Zum Thema ›Sinnfragen in der Therapie‹ |
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Dieses Buch bietet einen kompakten Überblick zu wissenschaftlichen Konzepten und Ansätzen beim Thema ´Sinn- und Wertefragen`, welche immer häufiger zum zentralen Bestandteil von Psychotherapien,egal welcherr Therapieschule, zu werden scheinen; dies ganz unabhängig von den primären Konflikten, mit denen die PatientInnen in Therapie kommen. Neben theoretischen Modellen und Diagnostik werden in diesem Reader konkrete Methoden zur werteorientierten Gesprächsführung und Intervention beschrieben – von der Exploration zentraler Lebensbereiche über Metaphernarbeit bis hin zu Lebensrückblicken und dem Umgang mit Reue. Zahlreiche Übungen, Anregungen und Werkzeuge ermöglichen eine vielseitige Anwendung. Menschen, die ihr Leben nicht an den eigenen Werten orientieren, haben ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung psychischer Störungen und erleben häufig Gefühle der Sinnlosigkeit und Einsamkeit. Auf die Bedeutung einer werteorientierten Lebensführung für die psychische Gesundheit verweisen zahlreiche psychotherapeutische Ansätze, so z.B. die Logotherapie von Viktor Frankl oder die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Dieser Band liefert einen Überblick über wissenschaftlich fundierte Konzepte, die sich auf die Themen Werte, (Lebens-)Ziele und Sinn beziehen, und über bewährte Methoden für die Arbeit an der Ziel- und Werteklärung sowie Sinnorientierung. Zunächst werden verschiedene Modelle und Erklärungsansätze zu den Themen Werte und Sinn vorgestellt und diagnostische Methoden zur Erfassung von Zielen und Werten beschrieben. Anschließend wird auf die Grundprinzipien einer wertezentrierten Gesprächsführung eingegangen und es werden verschiedene prospektive und retrospektive Interventionen erläutert, die die Arbeit mit Werten, Sinn und Lebenszielen unterstützen können. Hierzu werden u.a. die Exploration wichtiger Wertebereiche, imaginatives Arbeiten, der Umgang mit Ziel- und Wertekonflikten sowie der Einsatz von Metaphern und einer Lebenslinie in der therapeutischen Arbeit dargestellt. Zudem wird Bezug auf Ansätze zur Bilanzierung genommen, z.B. im Rahmen eines Lebensrückblicks, sowie auf den Umgang mit Reue über verpasste Lebenschancen eingegangen.I Die Autoren Prof. Dr. Alexander Noyon, Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, abgeschlossene Ausbildungen in Verhaltenstherapie und Logotherapie/Existenzanalyse, Dozent und Supervisor in verschiedenen Ausbildungsinstituten. Prof. Dr. phil. Thomas Heidenreich, 1994 bis 1997 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Psychologie der Universität Frankfurt. 1997-2004 Wissenschaftlicher Mitarbeiter/Assistent in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsklinik Frankfurt. |
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PSYCHOANALYTISCHE SELBSTPSYCHOLOGIE - ›Resonanzen‹ |
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»Resonanz bleibt das Versprechen der Moderne; Entfremdung aber ist deren Realität.« Hartmut Rosa Die Beiträge des jüngsten Bandes des Jahrbuches Selbstpsychologie gehen von der Grundannahme aus, dass menschliche Entwicklung auf intakte Resonanzräume angewiesen ist, also auf lebendige, emotionale Verbindungen zu anderen. Doch Konflikte, Krisen und Kriege, zunehmend autokratisch geführte Staaten mit autoritär agierenden Herrschaftssystemen, und befeuert von (a)soziale Medien, bedrohen diese Achsen der Mitmenschlichkeit und befördern Rückzug, innere Erstarrung, politischer Apathie und Fanatismus. Immer häufiger haben wir es im psychoanalytischen Prozess mit einer eingeschränkten Resonanzfähigkeit zu tun, die sich etwa in gehemmter Vitalität oder verlorener Selbstwirksamkeit äußert. Der Ansatz der Selbstpsychologie, weiterentwickelt durch intersubjektive und relationale Konzepte, eröffnet hier ein kontextorientiertes therapeutisches Verstehen und Arbeiten. Der Fokus liegt dabei sowohl auf »der inneren Erlebniswelt des Individuums als auch auf deren Eingebettetsein in andere derartige Welten und die kontinuierliche Beeinflussung, die zwischen ihnen besteht« (Stolorow & Atwood). Die Beiträge in diesem Buch beleuchten aus unterschiedlichen Blickwinkeln, was dies konkret für Theorie und Praxis bedeutet. Die Beiträge (in Auswahl): 1. Teil: Neue Perspektiven: Chris Jaenicke: Neue Perspektiven zum Thema der Bedürfnisse der Psychotherapeut*innen / Margarethe Maria Lindner; Die Suche nach einer relationalen Heimat - Kommentar zum Vortrag von Chris Jaenicke / Michael Blattny: Zur Befreiung des Diktums von Abstinenz. - Kommentar zum Vortrag von Chris Jaenicke / Ebba Schmitz-Hübsch: Wenn die Resonanz zu singen beginnt - Verstehen und Wandel aus Betroffen-Sein / Gianni Nebbiosi: Kohuts Vermächtnis: »The Tragic Man«. Die Bedeutung des körperlichen Ausdrucks für das Verstehen des tragischen Menschen 2. Teil: Zeitdiagnosen: Franz Resch: Betroffenheit – eine Zeitdiagnose? Versuch einer ökosozialen Perspektivierung. Optimierung des Selbst als individualisierte Abwehr gesellschaftlicher Krisendynamiken. Eine kritische Verortung mithilfe von Hartmut Rosas Resonanztheorie / Christa Paulinz / Martin Gossmann: Cyberspace und Körperlichkeit: Wie den Körper mitnehmen bei der Reise durch den Cyberspace? Über die Auswirkungen der schwerelosen Bewegung in der virtuellen Welt als Jugendlicher (anhand zweier Fallstudien) / Jacqueline Gotthold: Entwicklungspsychologische und klinische Überlegungen zur Erkundung des Cyberspace durch Kinder und Jugendliche / Penelope Starr-Karlin: Die Zeit, in der wir leben, unser Selbst und die Öko-Krise: Plädoyer für eine zukunftsorientierte Psychoanalyse / Susanna Federici: Umwelt ist Psyche. Anima Mundi 3. Teil: Identität: Marco Bernabei: Das Selbst eines musikalischen Jugendlichen und eine »tragische« Mutter: nach dem traumatischen Verlust des Vaters / Barbara Zach: Die cis Analytikerin als Resonanzkörper. Eine Analyse des Übertragungs-Gegenübertragungs-Geschehens in der Arbeit mit queeren und transbinären und nichtbinären Analysand*innen / Thomas Prior: Jenseits des Wiederholungszwangs – oder: »Wenn ich groß bin, möchte ich leiden«. Wiederholungsphänomene aus dem Blickwinkel der Selbstpsychologie und der Intersubjektivitätstheorie: Sind die »Angst vor der Wiederholung« (Ornstein) und die »Angst, nicht zu wiederholen« (Brandchaft) kompatibel? HINWEIS: Die bislang erschienenen Bände dieser Reihe erreichen Sie zum Sichten und Bestellen jederzeit HIER auf SFB-Online |
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Einstimmung zu diesem im April erscheinenden Buch von Jill P. Gardner: »In Selbstpsychologie: Bewegungen von der Theorie zur Praxis hilft Jill Gardner, die eine herausragende Lehrmeisterin ist, sowohl psychoanalytischen Berufsanfängern als auch erfahrenen Therapeuten, die Selbstpsychologie zu verstehen, eine der wichtigsten Theorien und Methoden der modernen Psychoanalyse. Sie entscheidet sich nicht zwischen Theorie und Praxis, sondern zeigt, wie diese sich gegenseitig anregen und bereichern. Ihr einladender Schreibstil hilft dem Leser, sich auf das lebenslange Lernen einzulassen. Ich liebe dieses Buch.« Donna M. Orange, Dozentin, New York University Postdoc und Institute for the Psychoanalytic Study of Subjectivity, New York |
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SFB - MEHR als Bücher |
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Sehen - urteilen - umsichtig handelnNutzen Sie für die Erfüllung Ihrer persönlichen (Fach-)Literaturwünsche und /oder in Ihrer Eigenschaft als für die Literaturbeschaffung Ihrer Einrichtung Zuständige(r) naheliegenderweise die mit den Angeboten und Dienstleistungen der Sigmund-Freud-Buchhandlung sich bietenden Möglichkeiten einer umfassenden, nachhaltigkeitsbasierten und auch betriebswirtschaftlich betrachtet sinnvollen Zusammenarbeit rund um den Bezug benötigter (Fach-)Literaturen, Fachzeitschriften und Testmaterialien. UNSERE POSITION als (Fach-)buchhändler: Wer sein wohlverdientes Geld aus den diversen Kassen des Öffentlichen Gesundheitssystems, aus Beiträgen oder aus Steuermitteln finanziert erhält, könnte eine gewisse Sensibilität dafür entwickelt haben oder zu entwickeln bereit sein, mit eben diesem Privileg auch eine persönliche Einsicht und Haltung über die zuträgliche Verwendung dieser Mittel zu verbinden. Was die Beschaffung von Büchern anlangt, stellt sich in der Tat die Frage, ob marktbeherrschende internationale Versandkonzerne mit ihren effizient-legalen Steuervermeidungsstrukturen wirklich eine so schlaue Bezugsquelle darstellen? - Für steuer- und beitragsfinanzierte öffentliche oder gemeinnützige Einrichtungen sollten derlei prekären Besorgungsquellen u. E. ein absolutes NO-GO darstellen. |
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PSYCHE GLOBAL - Autoritarismus und Faschisierung im Aufwind |
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»Dass du die Wahrheit schauest ohne Hüllen, sie, die auf Erden man mit solchen Worten verwirrt, verschleiert, offen und im Stillen.« - Dante: Das Paradies - Ges. 29 »Denn dies eben heißt Verkommenheit: |
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Vor dem Hintergrund des aktuellen weltpolitischen Geschehens - Kriege in Europa, dem Kongo, Jemen; dem blutigen Dauerkonflikt zwischen Israel und den Palästinensern und einer insgesamt immer fragiler werdenden weltpolitischen Lage, in der inzwischen die drei Großmächte ihre hegemonialen Bestrebungen unverblümt bekunden und praktizieren - fragen sich die Herausgeber dieses Readers, wie sich in ihren jeweiligen Theorieaussagen Psychoanalyse und Kritische Theorie zum Problem menschlicher Aggression und den kriegerischer Ambitionen (nach innen und außen) der Herrschenden positionieren undwie diese Positionen begründet werden. Diese theoretischen Erwägungen ändern dabei nichts an dem ernüchternden Befund, daß sich der Großteil des sich selbst ´irgendwe psychoanalytisch` verortenden Personals für grundlegende politisch-systemische Fragen, die über die alltägliche Behandlungs- oder Lehrpraxis hinausweisen, als überfordert, desinteressiert und völlig sprachlos erweist, wenn es um klare fachlich begründete Positionierungen und substanzielle Stellungnahmen zu aktuell problematischen und kontrovers bewerteten nationalen wie internationalen Konflikten geht: Etwa in den USA, in Israel, in Deutschland und anderswo, wo das Gros ihrer Repräsentanten unbekümmert und mit sich zufrieden an den reich gefüllten Trögen äst. Die Beiträge und Kommentare (in Auswahl): Christoph Türcke, Steffen Elsner, Charlotte Höcker; Oliver Decker: Einleitung - Todestrieb oder neue Entsublimierung? / Bernd Nitzschke: Krieg und Frieden - Regression oder Progression? Kritische Anmerkungen zu Sigmund Freuds Überlegungen zur »Kulturentwicklung« / Heinz Weiß: Dynamit in den Taschen«. Krieg, Propaganda und Todestrieb bei Sigmund Freud und seinen Nachfolgern // Kommentar zum Beitrag von Heinz Weiß von Marie-Kristin Müller: Zur Bedeutung von Schamabwehr und narzisstischer Kränkung für die Affinität zu Propaganda und Krieg. / Bernard Görlich: »Warum Krieg?« - Warum »Todestrieb«? Freuds Antwort im Briefwechsel mit Einstein und Botschaften der »mythologischen Trieblehre« // Kommentar zum Beitrag von Bernard Görlich von Markus Kumpfmüller: Die »konstitutionelle Intoleranz« und das Schuldgefühl. / Robi Friedman: Eine neue Sichtweise auf Joseph und seine Brüder. Geschwister als potenzielle Rettung vor elterlicher Destruktivität / Roman Dubasevych: Heldentum, Männlichkeit, Krieg. Die Geschichte einer traumatischen Wiederholung // Kommentar zum Beitrag von Roman Dubasevych von Johanna Maj Schmidt: Sublimierte und entsublimierte Sehnsüchte nach dem Heroischen / Katharina Rothe: Transgenerationales Trauma und gesellschaftliche Gewalt. Klinische Szenen im soziopolitischen Kontext // Kommentar zum Beitrag von Katharina Rothe von Sabrina Klein: Psychotherapie zwischen Entwicklungsförderung und Unterdrückung – eine kritische Auseinandersetzung mit Marcuse und Saketopoulou.u. a. |
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Dieses Buch des italienischen Kulturwissenschaftlers Fabio Vighi, Forschungsschwerpunkte kritische Theorie und Psychoanalyse, diskutiert den fortschreitenden Zerfall der globalisierten Welt aus drei unterschiedlichen Blickwinkeln: der Eliminierung von Arbeit durch technologische Automatisierung, der Auflösung unserer gemeinsamen sozialen Narrative und der subtilen Durchsetzung einer zunehmend alles durchdringenden ideologischen Ordnung, die kein ´Außen` mehr zu tolerieren bereit ist. In dem Bestreben, den „verlorenen Grund“ dieses Zersetzungsprozesses zutage zu fördern, kehrt Fabio Vighi über Denker wie Georg Friedrich Hegel, Jacques Lacan, André Gorz, Robert Kurz, Jean Baudrillard und andere, die über die komplexe Struktur der Moderne und ihre verborgenen Grundlagen nachgedacht haben, zu Karl Marx zurück. Vighi argumentiert, der Kapitalismus habe die Bedeutung von Arbeit grundlegend neu definiert und das Entstehen alternativer, sozialverträglicher Lebensformen verhindert. Seiner Analyse zufolge sind die Vorstellung von Arbeit und die daraus abgeleiteten Werte, die das Leben im Kapitalismus bestimmen, in unserer Zeit unbrauchbar geworden, da die Verwertung der Arbeit trotz aller bis ins Sinnlose gesteigerten Produktivitätszuwächse und damit die Verwertungslogik selbst an ein Ende gelangt sind. In einer zunehmend „arbeits-losen“ Gesellschaft halten wir uns weiterhin an die gleichen Gesetze von Produktivität und Profit – mit den desaströsen Folgen einer nicht endenden Serie von Krisen und Notständen. Der Autor: Fabio Vighi, Jg. 1969 in Reggio Emilia (Italien), ist Professor für Kritische Theorie an der Universität von Cardiff, Wales. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Feldern Marxismus, Ideologiekritik und theoretische Psychoanalyse. Zuletzt erschien von ihm: „Emergency Capitalism: Financial Hubris, Economic Collapse and Systemic Manipulation“ (Sublation Media 2024). |
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Die Leitideen einer egalitären Demokratie und eines egalitären Völkerrechts zählen zu den bedeutendsten zivilisatorischen Errungenschaften zur Sicherung des gesellschaftlichen Friedens und des Friedens zwischen den Völkern. In unserer Epoche sind beide in einer endlosen Folge von Zivilisationsbrüchen in derart gravierender Weise verletzt worden, dass heute von ihrem faktischen Verlust gesprochen werden muss. Rainer Mausfeld zeigt nun historische Kontinuitäten hinter schweren Zivilisationsbrüchen der Gegenwart auf. Im Zentrum stehen dabei die Funktionslogik des globalisierten Finanzkapitalismus sowie der westliche Exzeptionalismus, der westlichen Machteliten seit Jahrhunderten dazu dient, ihren globalen Machtanspruch hinter der moralistischen Maske eines Kampfes für "zivilisatorische Werte" zu verbergen. Der westliche Exzeptionalismus führt in den Abgrund der Barbarei und der Kapitalismus als Gesellschaftsform in den Abgrund neuartiger Formen totalitärer Herrschaft. Wie können wir zu der Leitidee des egalitären Völkerrechts zurückfinden? Der Autor: Rainer Mausfeld ist Professor an der Universität Kiel und hatte bis zu seiner Emeritierung den Lehrstuhl für Wahrnehmungs- und Kognitionsforschung inne. In seinen gesellschaftspolitischen Beiträgen beschäftigt er sich mit der neoliberalen Ideologie, der Umwandlung der Demokratie in einen autoritären Sicherheitsstaat und psychologischen Techniken des Meinungs- und Empörungsmanagements. Im Frankfurter Westend Verlag erschienen zuletzt seine Bestseller "Warum schweigen die Lämmer?" (2018), "Angst und Macht" (2019) und "TamTam und Tabu" (gemeinsam mit Daniela Dahn, 2020). |
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"Neumann und Schneider zeigen in analytischer Schärfe anhand von sechs Staaten, wie der Parlamentarismus von innen erodiert und was den Populisten dabei hilft." - "Ein besonders kluges Buch über die Ursachen und Mechanismen des politischen Populismus." beide Stimmen publiziert in der Süddeutsche Zeitung SZ Überall in Europa, längst nicht nur an ihrer östlichen Flanke und mit Trump mit Vehemenz und ohne auf wirksame Gegenwehr zu stoßen, inzwischen insbeondere auch in den USA, gewinnen Rechtspopulisten massiv an Zustimmung und drängen an die Schalthebel der Macht. Absicht ist die schrittweise Aushöhlung der demokratischen Institutionen und ihre systematische Delegitimierung mit dem Kalkül, die eigene Agenda durchzusetzen: gegen ´Fremde`, gegen die vermeintlichen «Eliten» und ´Altparteien`, für einen autoritär geführten Nationalstaat, Dies unter anderem auch, indem die freiheitliche Rechtsordnung und die Judicative als Hüterin der Verfassung und als unabhängige Kontrollinstanz infrage gestellt wird. Gezielt erodieren diese machtbewußten und finanziell bestens aufgestellte Kreise, die inzwischen auf die Dienste einflußreicher Vordenker und Thinktanks zurückgreifen können, das Vertrauen der verunsicherten Menschen in die liberalen Elemente und Errungenschaften des demokratischen Systems. Peter R. Neumann, einer der international gefragtesten Extremismusexperten, und der vielfach ausgezeichnete Fernsehjournalist und Dokumentarfilmer Richard C. Schneider haben sich dazu unter anderem in Ungarn, Frankreich, den Niederlanden, Italien und den USA umgesehen. Ihre Recherche zeigt wie unter einem Brennglas, welcher Gefahr gerade auch Deutschland gegenübersteht, dessen politische Führungsleute erst jetzt, zaudernd und zögernd, aus ihren Parallelwelten heraus den Ernst der Lage endlich zu begreifen begonnen. Die Autoren Richard C. Schneider, Jg 1957, ist vielfach ausgezeichneter Journalist, Buchautor und Filmemacher. Er war von 2006 bis 2017 ARD-Studioleiter und Chefkorrespondent in Tel Aviv und Rom und arbeitete bis Ende 2022 als Editor-at-Large für die ARD. Seit 2021 ist er Spiegel-Autor, seit 2025 schreibt er für die Neue Zürcher Zeitung. Peter R. Neumann, Jg. 1974, ist Professor für Sicherheitsstudien am King’s College London. Als international gefragter Experte war Neumann Sonderbeauftragter der OSZE und berät die Europäische Kommission zum Thema Extremismus. |
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KLASSISCHES ANTIQUARIAT der SFB - ›American Psycho‹ is back |
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Extrem seltene deutschsprachige Erstausgabe des geradezu prohetischen Romans des ersten us-amerikanischen Literaturnobelpreisträgers Sinclair Lewis’ Roman aus dem Jahr 1935 führt seinen LeserInnen einen verkrachten, von Geltungssucht und Größenwahn durchtränkten und im Grunde bemitleidenswerten Antihelden vor, der sich zum Ziel gesetzt hat, Präsident der USA zu werden. Mit seinen großmäuligen Tiraden, Hetzreden, Schuldzuweisen und Versprechungen und von einflußreichen reaktionären Netzwerken gepampert, entfacht der Mann mit seinen schlichten Botschaften eine um sich greifende Begeisterungswelle bei Millionen unzufriedener Wähler. Seine Demagogie und eine Rhetorik des Populismus und der Ressentiments wird er tatsächlich zum Präsident der Vereinigten Staaten gewählt. - Dieser Mitte der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erdachte Plot klingt für heutige Zeitgenossen erstaunlichvertraut ....? Bei seinem erscheinen 1935 in den USA war dieser Roman des Literaturnobelpreisträgers Sinclair Lewis ein aufsehenerregender Bestseller und in aller Munde. Im niederländischen Exilverlag QUERIDO erschien im Folgejahr, 1936, die deutschsprachige Erstausgabe in einer kleinen und in Nazi-Deutschland natürlich verbotenen Edition. Erst in 1984 brachte der Gustav-Kiepenheuer-Verlag, Leipzig, eine Neuauflage des Romans, die in der DDR große Verbreitung fand. In der BRD dauerte es bis zum Jahr 2017, bis sich ein Verlag - Die Büchergilde Gutenberg - fand, der den Roman in der Übersetzung des bekannten Exilautors und Kleist-Preis-Trägers Hans Meisel – und versehen mit einem Nachwort von Jan Brandt, in einer schönen Buchausgabe vorlegte. Sinclair Lewis wusste durch seine Frau Dorothy Thompson, Auslandskorrespondentin in Berlin, über den Aufstieg der Nazis Bescheid. In den USA beobachtete er, wie die Populisten nach Wirtschaftskrise und Sozialreformen des New Deal immer weiter an Einfluss gewannen. Der radikale Senator Huey Long versuchte Präsident Roosevelt aus dem Amt zu drängen, bevor Long 1935 einem Attentat zum Opfer fiel. Lewis diente er als Vorbild für den fanatischen Verführer Buzz Windrip in seinem Roman. Buzz Windrip, für seine Gegner ein „ungebildeter Lügner mit idiotischer Weltanschauung“ und ein gefährlicher Populist, will Präsidentschaftskandidat werden. Er gibt vor, sich für die kleinen Leute einzusetzen, und verspricht, „aus Amerika wieder ein stolzes Land zu machen“. Trotz völlig unglaubwürdiger Versprechen laufen ihm die Wähler zu, und er zieht ins Weiße Haus ein. Sogleich regiert er wie ein absolutistischer Herrscher, beschneidet die Freiheiten der Minderheiten, legt sich mit Mexiko an und lässt seine Kritiker rabiat verfolgen. Einer davon ist der liberale Zeitungsherausgeber Doremus Jessup, der sich nicht mundtot machen lassen will. Stimmen zur Neuausgabe des Romans: „Eine unheimliche Vorwegnahme der aktuellen Ereignisse.“ - The Guardian, London Der Autor: Sinclair Lewis (1885–1951) reiste durch Europa, besuchte das Deutschland der erstarkenden Nazis, arbeitete als Journalist und Übersetzer in New York und als Privatsekretär von Jack London. Für seine scharfsichtigen sozialkritischen Romane erhielt er 1930 als erster Amerikaner den Nobelpreis für Literatur. Erhaltungszustand: Das Klassische Antiquariat der SFB verfügt über ein (sehr) gut erhaltene Exemplare dieser weltweit dezeit nirgends sonst angebotenen dt. Erstausgabe. - Innen gut und ohne Anmerkungen, Anstreichungen, Stempel etc. - |
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DADAISMUS und PSYCHOANALYSE - Hugo Ball - Richard Huelsenbeck |
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›Wir kennen jeden, nur uns selbst kaum.‹ - Hugo Ball “New York 1955, an einem Sonntagabend. Der Psychoanalytiker Richard Huelsenbeck sitzt in seiner psychoanalytischen Praxis und träumt ein wenig vor sich hin. Er imaginiert und läßt ein Gespräch mit seinem verstorbenen Freund Hugo Ball revue passieren: „Wir litten nicht nur an der Zeit“, so lässt er ihn sprechen, „sondern wir litten hauptsächlich an uns selbst. … [E]s ist das, was man Persönlichkeitsentwicklung nennt, mein lieber Richard, um das es sich beim Dadaismus drehte. Hier ist das Geheimnis. … Der Dadaismus war ein Notschrei, ein Aufschrei und eine Aufforderung, sich die in Gefahr geratene Persönlichkeit anzusehen. Sieh dich selbst an, sagte unser Ulk, wenn Du nicht eine Nummer, ein Börsenbericht, ein Maschinenteil, ein Proletarier werden willst. … In Deinem Manifest ‚Der neue Mensch‘ hast Du das ausgedrückt, aber es braucht noch viel Zeit, bis die Leute begreifen, dass der Dadaismus seine Scherze für einen neuen Humanismus gebrauchte.“ R. Huelsenbeck (1957), Dada heute, S. 13-17 |
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Zu dieser Neuausgabe des erstmals 1921 im Verlag Kurt Wolff erschienenen Romans »Billig blickt dem Leben ins Gesicht! Anders als so viele seines akademischen Standes schafft der unerhörte Dr. phil. sich ein Schicksal: Er entzieht sich dem bürgerlichen Spießertum, nur um am Ende an der organisierten Dummheit und Brutalität einer Gesellschaft des Krieges zugrunde zu gehen.« - Fasste seinerzeit die Hörspielredaktion beim Deutschlandfunk Kultur die Einstellung Dr. Billigs knapp auf den Punkt Textprobe "DASS die Angelegenheit sehr seltsam ist, fällt einem bald auf, mag man zu dem Leben stehen wie man will. Es ist wahrscheinlich, daß du Beamter bist, 3000 Mark verdienst, eine Frau unterhalten mußt, mit ihr in Ehren drei Kinder (zwei Mädchen und einen Knaben) gezeugt hast und in politischer Hinsicht eine liberale Anschauung vertrittst. Es wird dir schwer, einen Augenblick den gewohnten Trott zu unterbrechen Deine Frau droht schon mit allen Mitteln ihrer eingefetteten Seele, die Kinder schreien (Papi, Papi), der Vorgesetzte schert sich den Teufel um deine intellektuellen Zustände - tausendmal magst du bereit sein, immer treibt die Angst dich wieder an - aber einmal, einmal kommt auch für dich, Geliebter, die Stunde, die du mit unberechtigter Sentimentalität deine Stunde nennen wirst: Du erkennst dies Leben und insbesondere dein Leben als einen wüsten Taumel, eine Brutalität ohne Ende, als einen ewigen Kampf, sich und alles zu verschlechtern. Und du bist nicht mal erstaunt, ordnest sogleich eine Erkenntnis so wichtiger Art deinem bourgeoisen Glaubensbekenntnis ein und hast schon wieder die Geste: wo bleibt mein Kaffee - oder jetzt laßt Vater in Ruhe, er muß die Zeitung lesen. (....) Du fluchst, frißt und fluchst — das Leben hat dich wieder. Dem Dr. Walter Billig ging es ähnlich, aber doch ganz anders. Es gehört schon eine gewisse Intelligenz dazu, einen Ekel zu empfinden, wenn man von den Leuten mit Herr Dr. angeredet wird. Die Wirtin tut es aus Berechnung, der Bettler aus Berechnung, die offiziellen Stellen aus Dummheit und die Leute aus Gleichgültigkeit. Jemand schreit auf der Straße: „Einen Augenblick, Herr Dr.!" Billig dreht sich um. Er ist sehr nervös. Da ruft ein Lahmer einen Buckligen. Sie hassen das Leben und sind bereit, mit ihren Krückstöcken alle Kinder der Straße zu töten. Aber der Titel hält sie hoch und der gute Wahnsinn findet in ihm ein Hindernis. Der Titel ist ihre Wollust und ihr Freudenhaus - er kürzt die Zeit und ersetzt die Frau. Billig, der sich durch sich selbst mit den Dingen beschäftigt, versteht alles und rast. Er rast durch die Straßen, findet in ihnen das nächste Objekt seiner Wut, stößt gegen die elektrischen Straßenbahnen, stolpert vor den Pferden der hochbeladenen Omnibusse, landet endlich in der dritten Klasse der Untergrund, wo er erschöpft und wütend sitzen bleibt. Durch einen reinen Zufall kommt er in seine Wohnung, wo ihn die Wirtin mit gespreizten Beinen und hohnlachendem Gesicht empfängt. Er gleicht dem Mann bei Poe, dort wo einer atemlos nächtelang London durchkreuzt, sich mit verzerrtem Gesicht, fast kotzend in die idiotische Menge stürzt, mit wütenderem Gesicht hochkommt, sich der Träume erinnert, wo man gezwungen war, mit stumpfem Arm gegen Giganten zu kämpfen, weiterrast, stolpert und brüllt. (...)" Der Autor: Carl Wilhelm Richard Huelsenbeck, (seit 23.11.1939 Charles R. Hulbeck), 1892-1974 war ein Reiseschriftsteller, Schiffsarzt und seit 1936 Psychiatter und ausgebildeter Psychoanalytiker in seinem us-amerikanischen Exil, Er war Mitbegründer des Dadaismus, Verfasser des Dadaistischen Manifests (1918), Mitbegründer von Berlin Dada 1920; |
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W.-G. 1, 604, 12. - Seltene Erstausgabe des 1921 im Verlag Kurt Wolff erschienenen Romans Erhaltungszustand Das Klassische Fachantiquariat der SFB verfügt über ein vergleichsweise noch gut erhaltenes Exemplar dieser seltenen Erstausgabe mit den hochwertigen, dem Band beigegebenen Reproduktionen der Illustrationen von George Grosz; innen gut und ohne Anmerkungen, Anstreichungen. Der Einband alterungs- und gebrauchsbedingt mit entsprechenden Spuren; das Papier minimal nachgedunkt. - Ein utes Exemplar dieser seltenen Erstausgabe. |
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Dämonologie und Therapie „Exorzismus und Psychoanalyse“ lautet der Titel eines geplanten, aber nicht mehr realisierten Buches von Hugo Ball. Ball war nach abgebrochenem Philosophiestudium und Theaterengagements mit seiner Partnerin Emmy Hennings in Zürich eine der zentralen Gründerfiguren des Dadaismus – bald wandten sie sich jedoch ab und wählten einen religiösen Lebensweg, bis zu Balls frühem Tod. Skizzen, Dispositionen und Notate zu dem Buchprojekt aus dem Nachlass liegen nun erstmals transkribiert und im Faksimile editiert vor. Ball war überzeugt, dass die Psychoanalyse einer Erweiterung durch exorzistisches Wissen bedarf. Sein Ziel war eine kritische Gegenüberstellung moderner Therapieformen mit historischen Austreibungspraktiken. Balls Aufzeichnungen geben Einblick in seine obsessive Beschäftigung mit Dämonologie und Teufelsglauben. Das kleine Büchlein bietet Einblick in das nie realisierte Buchprojekt von Hugo Ball (1886–1927), Autor und zentrale Gründerfigur des Dadaismus. Aus dem Nachlass herausgegeben. - Mit Listen von Vokabeln, Namen, Begriffen, Terminologien; eine Litanei des Satans lexikografischer Art. Der Autor: Hugo Ball, geb. 1886 in Pirmasens, war während des Ersten Weltkrieges Mitbegründer der Dada-Bewegung in Zürich, überzeugter Pazifist und scharfer Zeitkritiker. Der enge Freund Hermann Hesses war dessen erster Biograph. Hugo Ball starb 1927 in Montagnola/Schweiz. HINWEIS: Eine herausragend gemachte Neuausgabe der Werke HUGO BALLS besorgt derzeit der Göttinger Wallstein Verlag; die aktuell lieferbaren Bände entdecken und bestellen Sie auf SFB-Online HIER |
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BESSER LESEN - Von Geistern und Wahn in Breslau ... |
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»Wer […] das Werden einer späteren Nobelpreisträgerin nachvollziehen will […], sollte sich dringend auf eine Séance mit Erna Eltzner einlassen.« - Michael Schleicher im/ Münchner Merkur Breslau 1908: Als eine der mittleren Töchter einer kinderreichen deutsch-polnischen Familie führt Erna Eltzner ein eher unauffälliges Leben. Alles ändert sich, als sie wenige Tage nach ihrem fünfzehnten Geburtstag am Mittagstisch ohnmächtig wird. Nicht nur hört sie Stimmen, auch ein Geist erscheint ihr. Frau Eltzner ist in heller Aufregung: Zeigen sich in ihrer Erna, der sie sich am nächsten fühlt von allen Kindern, die medialen Fähigkeiten, über die auch sie zu verfügen meint? Ernas Vater Friedrich Eltzner gehen die Belange seiner Kinder nicht wirklich etwas an. Doktor Löwe besucht die Kranke, wenngleich er für Übersinnliches wenig übrig hat, und rät, nach einem Exorzisten zu schicken. Der wundersame Walter Frommer wird zurate gezogen, seines Zeichens Okkultist und bewandert in esoterischen Belangen. Und Joachim Vogel, zweifellos ein Experte auf seinem Gebiet, der sehr modern über psychische Krankheiten denkt. Wenn Frau Eltzner nun zu Séancen lädt, herrscht feierliche Stille in der Wohnung. Tritt die Tochter mit den Seelen der Verstorbenen in Kontakt, ist die verwitwete Frau Schatzmann, die ihren Mann vermisst, ebenso fasziniert wie ihr Sohn Arthur, der ein großer Physiologe werden will. Handelt es sich um eine Gabe, oder ist Erna dem Wahnsinn verfallen, gar hysterisch? Die Fünfzehnjährige wird zum Phänomen, zum Fall E.E.
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Professionell werden - professionell arbeiten - professionell bleiben: Die Sigmund-Freud-Buchhandlung unterstützt Sie gerne dabei
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Raoul Hausmann, der 1918 zu den Gründern von Dada Berlin zählte, ab 1922 mit den osteuropäischen und holländischen Konstruktivisten zusammenarbeitete und seit 1927 als Fotograf tätig war, hat mit seinen revolutionären Ideen und Theorien die künstlerische und literarische Avantgarde im Berlin der 20er Jahre unmittelbar und nachhaltig beeinflußt. Mit diesem Auswahlband liegt ein großer Teil des Raoul-Hausmann-Archives der Berlinischen Galerie in publizierter Form vor. Bisher unbekannte Briefe und Texte des Dadasophen Hausmann, von Johannes Baader, Adolf Behne, Otto Freundlich, Werner Gräff, Franz Jung, Ludwig Mies van der Rohe, László Moholy-Nagy, Hans Richter, Franz Roh, Kurt Schwitters, Arthur Segal, Franz Wilhelm Seiwert, Jan Tschichold u.a. werden hier zum erstenmal veröffentlicht, ausführlich kommentiert und mit vielen Bildern illustriert. - Unter den Texten Hausmanns finden sich auch bisher unbekannte Dada-Manifeste, Reflexionen zur Kunst, zur Optik und Optophonetik, zu Mode, Tanz und Fotografie, zu Sexualität und Psychoanalyse Der Künstler: Raoul Hausmann (*1886 in Wien, †1971 in Limoges); 1901 Übersiedlung nach Berlin, 1918 Mitbegründer von Dada Berlin; 1933-1938 Emigration nach Spanien und Teilnahmeam spanischen Bürgerkrieg; Übersiedlung nach Paris. Ab 1944 lebt und arbeitet er in Limoges. 1974/75 große Retrospektive im Musee National d’Art Moderne de la Ville de Paris. Lieferbarkeitshinweis: Das Archiv der SFB verfügt über eine Anzahl verlagsfrischer und folienverschweißter Exemplare dieses umfassenden und materialreichen Bandes, den wir aktuell zum Angebotspreis anbieten,. |
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TagungskalenderUnser überregionaler Kalender zu Tagungen, Konferenzen und Symposien aus dem Bereich der Psychoanalyse |
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