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Novitätenschau Psychoanalyse / Kulturwissenschaften - JANUAR 2026 |
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Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser der Novitätenschau, Auch in 2026 möchte die SFB in bewährter Manier ihren Leserinnen und Lesern mit den monatlich erscheinenden Literaturinformationen der ›Novitätenschau‹ dienlich sein. Die Januar-Ausgabe bietet Ihnen Themenfenster zum Konstrukt ›Fortschritt‹ und zur ›KI - Künstlicher Intelligenz‹ aus psychoanalytischer Sicht. Im kulturwissenschaftlichen Teil findet sich eine Arbeit des italienischen Psychoanalytikers Massimo Recalcati, welche mögliche Schnittmengen zwischen Psychoanalyse und Judentum in den Blick nimmt; gefolgt von einer (erst) jetzt erschienenen frühen Vorlesung Michel Foucaults, in der er seine Theorie der Sexualität darlegt. Nicht nur Lacan-FreundInnen dürfte ein weiteres Themenfeld interessieren, in dem wir u. a. seinen Vortrag ›Einige Überlegungen zum Ich‹ vorstellen. Literaturwissenschaftliche und psychoanalytische Untersuchungen über ›Das Unheimliche‹, sowie beispielhafte Literaturen (von Stephen King) schließen sich an. - Den Abschluß bilden aus aktuellem Anlaß einige Romane des Schriftstellers J. M. Coetzee, Träger des Literaturnobelpreises 2003, und sein gemeinsam mit der englischen Psychoanalytikerin Arabella Kurtz geschriebenes Buch ›Eine gute Geschichte - Ein Gespräch über Wahrheit, Erfindung und Psychotherapie‹ welche wir Ihrer Aufmerksamkeit - und Lektüre empfehlen. ► VORSCHAU - Im Februar 2026 erwarten Sie u. a. Themenfenster zu ›Betroffenheit und Resonanz‹ aus der Sicht der Selbstpsychologie, und wir gehen der Frage nach, ›WAS (und WER?) es eigentlich gestattet, ´Psychoanalyse` zu praktizieren?‹ u.a.m. |
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In dieser Ausgabe
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Der kurze
Weg zur SFB: Bestelltelefon (D) 0800 588 78
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AUF EIN GUTES 2026: Mit (schwarzem) Humor durchs neue Jahr ... |
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Zu dieser boshaften Publikation eines offenbar Untherapierbaren: Gegen Zwangsvorstellungen, Irrsinn, Albträume, Bindungsangst kann eventuell Chaos-, Licht-, Glücks- und Aromatherapie helfen. Und wenn das alles versagt? Dann gibt es nur noch eins: Cartoons von Nicolas Mahler! Die sind garantiert billiger und einfacher in der Anwendung. Ein Versuch lohnt sich. - Starten Sie das Jahr mit einem witklich guten Vorsatz: `Das will ich haben! Dieses Buch hat mir bestimmt gerade noch gefeht` Der Künstler: Nicolas Mahler lebt und arbeitet als Comiczeichner in Wien. Seine Comics und Cartoons erscheinen aktuell in Zeitungen und Magazinen wie DIE ZEIT, NZZ am Sonntag, Titanic. Presestimmen zu diesem Werk: »Wer Mahler bisher nicht kannte: Bitte hier eintreten!« - Michael Freund, im (Wiener) ´Der Standard` |
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PSYCHO-ANALYSE: Zeitenwende ›Mit uns zieht die neue Zeit‹ |
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Wenn man in die Menschheitsgeschichte zurückblickt, finden sich immer wieder imposante, großartige Zeugnisse menschlicher Kreativität und kultureller Entwicklungen, die nicht zuletzt angetrieben wurden in dem Bestreben, dem in den überall lauernden Todesgefahren - Kriege, Seuchen, Naturgewalten - ganz entschieden das Leben in seinen vielen lebensbejahenden Formen entgegenzusetzen: In den Künsten, in der Architektur, in der permanenten Verfeinerung der zu Gebote stehenden Überlebensmittel; nicht zuletzt in tragfähigen Gemeinschaften. Das habe sich inzwischen radikal geändert, konstatiert die in München wirkende Psychoanalytikerin Carola Hesse-Marx in ihrem Buch: Mittlerweile setze der postmoderne Mensch dem Leben den Tod entgegen. Dass der Mensch nicht länger nur stolz auf die immer ausgetüftelteren Werkzeuge und Handhaben sei, sondern sich vielmehr mit eben diesen Werkzeugen identifiziert, habe es niemals zuvor in der Menschheitsgeschichte gegeben. Es ist das Unheimlichste, das dem Menschen auf seiner langen evolutiven Suche nach sich selbst bisher eingefallen ist. Warum konstruieren Menschen Maschinen, die wie Menschen aussehen, technisierte Puppen, sogenannte »Humanoide Roboter« und sogenannte »Androide«, und technisierte Bilder, sogenannte »Avatare«, und behaupten, diese seien in nächster Zukunft der bessere Mensch? Warum löscht der postmoderne Mensch seine Natur, die das Leben ist, aus und ersetzt Leben durch – biologisch, psychisch und geistig – Totes? Die Psychoanalytikerin Carola Hesse-Marx geht der Frage nach, wie es dazu kommen konnte, dass sich Menschen anstatt mit dem Leben, mit lebloser Materie identifizieren. Und sie geht der Frage nach, warum das technisch konstruierte Wahngebilde destruktiver Narzissten gesellschaftlich als Fortschritt anerkannt wird. Inhalt (ohne die Unterpunkte) TEIL A - GEGENWART: Beschreibung unserer psychischen Wirklichkeit: Der tödliche Hass gegen die Natur, die das Leben ist: I. Künstliche »Intelligenz« und Klimakatastrophe, die beiden Seiten eines und desselben Phänomens: des vollständigen Verlustes des Empfindens von Ehrfurcht vor dem Leben TEIL B - DIE IDENTITÄT DES MENSCHEN: I. DIE MENSCHLICHE PSYCHE TEIL C - VERGANGENHEIT: EINBLICK IN UNSERE GRAUE VORZEIT: I. UNSERE GESCHICHTE VOR UNSERER GESCHICHTE // II. DER WEITE BLICK ZURÜCK INS PALÄOLITHIKUM – MENSCHWERDUNG: DIE CONDITIO HUMANA // III. DER BLICK ZURÜCK IN DIE ÄGYPTISCHE UND GRIECHISCHE ARCHAISCHE ANTIKE WELT Die Autorin: Carola Hesse-Marx, Psychoanalytikerin für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und Gruppenanalytikerin, niedergelassen in eigener Praxis, Lehrtätigkeit in verschiedenen Münchener Ausbildungsinstituten, Spezialisierung als psychoanalytische Psychosentherapeutin auf dem Gebiet der psychogenen schizophrenen Erkrankungen bei Prof. Gaetano Benedetti, Basel; zuvor fünfjährige psychotherapeutische Tätigkeit im Sozialpsychiatrischen Dienst, Weiterbildung in Ego-State-Therapie. Verschiedene Artikel in Fachzeitschriften. |
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Der dritte Band des Jahrbuchs für klinische und interdisziplinäre Psychoanalyse nähert sich unter dem Titel »Kunst und Künstlichkeit« zwei Begrifflichkeiten, die beide Kulturleistungen des Menschen bezeichnen und damit auf Verzicht sowie Aneignung, Anerkennung sowie Beherrschung, Gestaltung und Symbolisierung von Natur, Natürlichem und materiell Gesellschaftlichem setzen. Das Konzept Künstlichkeit erfährt nun insbesondere durch den Diskurs um die Künstliche Intelligenz einen immensen und neuen Auftrieb. Ihr wird eine unglaubliche schöpferische Wirkmächtigkeit zugeschrieben, die in Teilen schon heute unsere Realität prägt. Wir können sie als eine Künstlichkeit verstehen, die sich irgendwie unabhängig entwickelt und etwas Eigenes hervorbringt, von dem wir nicht wissen, was es denn eigentlich ist. Die Beiträge des Bandes (in kleiner Auswahl: David Chalmers: Das Virtuelle und das Reale // Luca M. Possati: Algorithmisches Unbewusstes: Warum die Psychoanalyse zum Verständnis von KI beiträgt // Thomas Fuchs: Was wird aus dem Körper? Digitalisierung und Verkörperung in Psychotherapie und Kultur // Esther Hutfless: »You’re not human until you’re posthuman«. Von Cyborgs, Technokörpern und Prothesengöttern und der Psychoanalyse als Cyborg-Technologie // Alfred Walter; Ljiljana Winkler: Kunst – Künstlichkeit und kreatives Schaffen. Überlegungen dargestellt an der Mono-Oper Nichts hab’ ich gesucht als Dich – Zur Beziehungsgeschichte Heloïses und Abaelards // Herbert Will: Ausgedachte Deutungen oder emotional errungene Deutungen? Künstlichkeit und Kunst in der klinischen Psychoanalyse. Die HerausgeberInnen: Christine Bauriedl-Schmidt, Dr. biol. hum. Dipl.-Psych., Psychologische Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin (DGPT) in eigener Praxis; Mitglied des Vorstands und Dozentin der Münchner Arbeitsgemeinschaft für Psychoanalyse (MAP). - Markus Fellner, Dr. phil. Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut, Psychoanalytiker (DGPT) , Dozent der Münchner Arbeitsgemeinschaft für Psychoanalyse (MAP) - Gregor Luks, Dr. des., Psychologischer Psychotherapeut (Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie), Psychoonkologe (DKG) |
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WORT und SPRACHE in PSYCHOANALYSE und JUDENTUM |
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Rabbi Sussja lehrte:
»„Gott sprach zu Abraham: Geh du aus deinem Land, aus deinem Geburtsort,
aus Gott spricht zum Menschen: Zuvörderst packe
dich aus deinem Land – aus jener Trübung, Sodann aus deinem Geburtsort – aus der
Trübung, die deine Mutter dir angetan hat. Nun erst vermagst du in das Land zu gehen, das ich dir zeigen werde.« Jochanan ben Sakkai (יוֹחָנָן בֶּן זַכַּאי) geboren um 30; gestorben um 90 n. Chr., war ein Gelehrter und Rabbi der ersten Tannaiten-Generation |
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Diese Arbeit des renommierten italienischen Psychoanalytikers handelt von der zentralen Bedeutung des Logos, meint: von der konstitutiven Dimension des Wortes, die sich sowohl in der psychoanalytischen Theorie und Praxis als auch prominent am Anfang der biblischen Erzählung findet. Bei genauerem Hinsehen enthält der biblische Text zahlreiche Erzählungen und Szenen, die tief mit den Theorien des psychoanalytischen Diskurses verwoben sind. Durch dieses Buch soll eindrücklich und nachvollziehbar gezeigt werden, wie und in welchem Maße sich Sigmund Freud und Jacques Lacan in ihrem Werk von den biblischen Erzählungen haben inspirieren lassen. Ja, mehr noch: Massimo Recalcati rekonstruiert konkret und präzise die verschiedenen Dimensionen, in denen die Psychoanalyse das »Erbe« des biblischen Denkens antritt und es in gleichsam säkularer Form fortsetzt. Das jüdisch-biblische und das psychoanalytische Denken treten somit jenseits von Klischees und Vorurteilen in einen neuen Dialog miteinander ein. Um dieses Gespräch fruchtbar zu gestalten, muss, wie Recalcati in seiner Einleitung betont, auf den Anspruch verzichtet werden, den biblischen Text auf krude Weise »psychoanalysieren« zu wollen. Aus dem Vorwort Wolfgang von Hegener und Stefano Vastano "Es mag die eine oder den anderen erstaunen, ein Buch eines Psychoanalytikers vor sich liegen zu haben, das sich auf die Bibel – in diesem Falle die Hebräische Bibel - als eine zentrale Inspirationsquelle bezieht, sie also nicht, wenn überhaupt noch, als ein bloß kulturhistorisch interessantes bzw. antiquarisches Dokument ohne jede bleibende inhaltliche Relevanz betrachtet. Diese verbreitete Haltung scheint bei vielen Psychoanalytiker:innen die geradezu logische Konsequenz eines oft kruden Atheismus zu sein, der jede religiöse Äußerungsform als pathologisch unter Verdacht stellt. Wiewohl diese Position sich wohlfeil auf Freuds scharfen Atheismus beruft, übersieht sie jedoch geflissentlich, welch einen bestimmenden Einfluss die (Hebräische) Bibel auf den Gründer der Psychoanalyse und auf diese selbst hatte. In einem seiner aus Jahr 1925 stammenden »Selbstdarstellung« hinzugefügten Satz betont Freud 1935, also nur wenige Jahre vor seinem Tod, rückblickend auf sein Leben: »Frühzeitige Vertiefung in die biblische Geschichte, kaum daß ich die Kunst des Lesens erlernt hatte, hat, wie ich erst viel später erkannte, die Richtung meines Interesses nachhaltig bestimmt«. Bemerkenswert an dieser Aussage ist Zweierlei: Zum einen hebt Freud hervor, wie stark gerade die schon früh einsetzende Beschäftigung mit der »biblischen Geschichte«, und nicht etwa seine später erworbene und oft herausgestellte klassisch-humanistische Gymnasialbildung, sein ganzes intellektuelles und emotionales Leben maßgeblich »bestimmt« hat; (....) Zum anderen beschreibt er mit diesen Zeilen, dass er die Macht dieses Einflusses erst mit einer charakteristischen Verspätung, also nachträglich (an-)erkennen konnte. (...)" Der Autor: Massimo Recalcati lebt und arbeitet als Psychoanalytiker in Mailand. Er lehrt Dynamische Psychologie an der Universität von Verona und Psychoanalyse, Ästhetik und Kommunikation am IULM in Mailand. Er ist wissenschaftlicher Leiter der Spezialisierungsschule für Psychotherapie IRPA, Forschungsinstitut für angewandte Psychoanalyse. Im Jahr 2003 gründete er Jonas Onlus, ein psychoanalytisches Klinikzentrum für neue Symptome. Zahlreiche erfolgreiche Buchpublikationen, die in mehrere Sprachen übersetzt sind. Bei Turia + Kant ist »Der Stein des Anstoßes. Lacan und das Jenseits des Lustprinzips« erschienen. |
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KLASSISCHES ANTIQUARIAT der SFB - Theodor Reik über Religion |
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(Grinstein, 27031) »(...)Meine Arbeit soll einen Versuch darstellen, von analytischen Gesichtspunkten aus die Erscheinungen der religiösen Feindseligkeit und Intoleranz, psychologisch zu erklären und zugleich den tieferen Ursachen der religiösen Verschiedenheiten nachzuforschen. Woferne die Konvergenz der Ergebnisse in diesen, von verschiedenen hier geführten Untersuchungen einen Schluß auf die Richtigkeit des Ganzen zuläßt, würde ich hoffen, daß die vorliegende Aufsatzreihe dazu beitragen kann, ein wichtiges Stück der religiösen Entwicklung in einem neuen Lichte erscheinen zu lassen.« - Aus dem Vorwort des Autors Die im Band versammelten Beiträge Reiks: Über kollektives Vergessen - Jesus und Maria im Talmud - Der heilige Epiphanus verschreibt sich - Die psychoanalytische Deutung des Judasproblems - Gott und Teufel - Die Unheimlichkeit fremder Götter und Kulte - Das Unheimliche aus infantilen Komplexen Der Autor: Theodor Reik (* 12. Mai 1888 in Wien ; † 31. Dezember 1969 in New York City ), österreichisch Psychoanalytiker jüdischer Religion; emigrierte 1939 in die USA. Zum Erhaltungszustand: das Klassische Fachantiquariat der SFB verfügt über ein bestens erhaltenes Exemplar der Erstausgabe in einer wunderschön gearbeiteten und edlen privaten Halblederbindung. Innen sehr gut und offenbar nur vorsichtig gelesen; ohne Anstreichungen, Anmerkungen oder Stempel., Auf dem Vorsatz ein expressives Exlibris des Erstbesitzeres (s. Foto). - Eine ausnehmend sammelwürdiges Exemplar dieser wichtigen Arbeiten des Autors. Selten! |
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SEXUALITÄTEN - Michel Foucault |
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»Wenn das Wissenwollen heute seine größten Ausmaße annimmt, so nähert es sich nicht einer universellen Wahrheit; es verleiht dem Menschen keine sichere und ruhige Herrschaft über die Natur; im Gegenteil, es vervielfältigt die Gefahren, es zerstört die schützenden Illusionen; es vernichtet die Einheit des Subjekts; es befreit in ihm alles, was auf seine Auflösung hinarbeitet.« Michel Foucault (1926 - 1984, aus: Von der Subversion des Wissens |
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»Im Vergleich zum sexuellen Glück eines Farns sind wir ziemlich armselig, ja völlig inexistent.« In den 1960er Jahren, lange vor seinen berühmten vier Bänden über die Geschichte der Sexualität, von denen der erste 1976 erschien, hielt Michel Foucault in Clermont-Ferrand und Vincennes zwei umfangreiche Vorlesungen über den Diskurs der Sexualität. In ihnen begegnen wir einem weitgehend unbekannten Foucault: Im Gespräch mit den großen Fragen seiner Zeit führt Foucault die Entdeckungen der Biologie gegen die Restriktionen der zeitgenössischen Sexualmoral ins Feld und analysiert das Sexualverhalten im Licht der Kybernetik. Auf dem Höhepunkt der Studentenbewegung problematisiert er aber auch Herbert Marcuses Utopie einer freien Liebe. Denn für Foucault streicht sie gerade das aus, worin er – anders als in seiner späteren Geschichte der Sexualität – den wesentlichen Zug der Sexualität erkennt: ein transagressives, tragisches Begehren. Zur Beachtung: Das Manuskript enthält keine ausgearbeiteten Vorlesungstexte, sondern geordnete Notizen, die von den Herausgebern François Ewald und Claude-Olivier Doron umfangreich kommentiert werden. Inhalt - Vorbemerkung / Regeln der Rexteblierung Sexualität - Vorlesung an der Universität Clermont-Ferrand (1964): Vorlesung 1: Einführung // Vorlesung 2: Die wissenschaftliche Kenntnis von der Sexualität // Vorlesung 3: Das Sexualverhalten // Vorlesung 4: Die Perversionen // Vorlesung 5: Die infantile Sexualität Der Diskurs der Sexualität - Vorlesung an der Universität Vincennes (1969): Vorlesung 1: Der Diskurs der Sexualität // Vorlesung 2: Die Umbrüche des 18. Jahrhunderts // Vorlesung 3: Der Diskurs der Sexualität // Vorlesung 4: Die rechtlichen Formen der Ehe bis zum Code civil // Vorlesung 5: Epistemologisierung der Sexualität // Vorlesung 6: Die Biologie der Sexualität // Vorlesung 7: Die sexuelle Utopie - Sachregister / Namensregister Stimmen zu diesem Beitrag: »Foucaults frühe Vorlesungen liefern uns eine Archäologie jener Sprechweisen, in denen die heutigen Queer- und Transdiskurse ihre Kritik formulieren. Eine notwendige, kontroverse und faszinierende Lektüre, die den Einsatz von Foucaults kritischem Projekt verdeutlicht und zugleich nachvollziehbar macht, warum bestimmte Diskurse über Begehren, Lust und Sexualität uns bis heute prägen.« - Paul B. Preciado Der Autor: Michael Foucault (1926–1984) war ein französischer Philosoph, Historiker und Gesellschaftstheoretiker. Ab 1970 bis zu seinem Tod war er Inhaber des Lehrstuhls für »Geschichte der Denksysteme« am Collège de France in Paris. |
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FREUD / LACAN - ›Einige Überlegungen zum Ich‹ |
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Zuerst erschienen unter dem Titel »Some Reflections on the Ego«, im International Journal of Psychoanalysis, 34, 1953, S. 11-17 Im Zentrum dieses frühen, in englischer Sprache gehaltenen Vortrags von Jacques Lacan steht die Bildung des Ichs. Dieses ist keine gegebene psychische Einheit, vielmehr Effekt imaginärer Identifizierungen, die ihm selbst indes verborgen bleiben. Damit führt Lacan Fäden zusammen, die bei Freud bisweilen unverbunden bleiben: Das Ich steht dem Objekt – oder dem anderen – gerade in dem Maße gegenüber, in dem es verkennt, dass es in dieser imaginären Andersheit ist. Der Vortrag stellt eine Zusammenfassung und Zuspitzung von Lacans frühen Arbeiten zum Spiegelstadium dar, darf jedoch keineswegs als Ausdruck einer bloß vorläufigen oder gar überholten Phase seines Denkens missverstanden werden. Entgegen einer verbreiteten Annahme ist das Imaginäre, das nicht einfach mit dem Illusionären gleichgesetzt werden darf, eine der zentralen Konstanten von Lacans Werk – ein Bezugspunkt, an dem er bis zum Schluss festhalten soll. Dass diese Theorie vor allem auch auf ethologische und entwicklungspsychologische Befunde zurückgreift, zeigt sich hier in aller Deutlichkeit. Die vorliegende zweisprachige Ausgabe liefert so nicht nur eine äußerst zugängliche Darstellung von Lacans Denken, sondern auch den Zugang zu einem prägnanten Moment in seinem Werk, der kurz darauf in das eingeht, was zum Auftakt seines Immerwährenden Seminars werden sollte. Textprobe - EINIGE ÜBERLEGUNGEN ZUM ICH "Die Entwicklung von Freuds Ich-Begriff führte ihn zu zwei scheinbar widersprüchlichen Konzeptionen. In seiner Theorie des Narzissmus vertieft Freud das Konzept der libidinösen Ökonomie, innerhalb dessen er das Ich dem Objekt entgegensetzt. Die libidinöse Besetzung des eigenen Körpers führt zum hypochondrischen Leiden, während der Objektverlust eine depressive Spannung auslöst, die gar in Selbstmord münden kann. Innerhalb der topographischen Theorie hingegen, die die Funktionsweise des Systems Wahrnehmung - Bewusstsein beschreibt, steht das Ich an der Seite des Objekts und versucht dem Es, d.h. den ausschließlich vom Lustprinzip beherrschten Trieben, zu widerstehen. Wenn hier ein Widerspruch vorliegen sollte, so verschwindet er, sobald wir uns von einer naiven Auffassung des Realitätsprinzips frei machen und die Tatsache zur Kenntnis nehmen, dass – Freud mag diesen Punkt zwar klar erkannt haben, jedoch hat er sich zuweilen diesbezüglich nicht besonders klar ausgedrückt - die Realität dem Denken zwar vorausgeht, jedoch unterschiedliche Formen annimmt, je nachdem wie das Subjekt mit ihr umgeht. Die psychoanalytische Erfahrung verleiht dieser Wahrheit eine besondere Kraft und erweist sie als vollkommen frei von Idealismus, da wir die oralen, analen und genitalen Beziehungen, die das Subjekt auf libidinöser Ebene zur Außenwelt aufbaut, konkret bestimmen können. (...)" |
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"(....) Insbesondere in der lacanianischen Schule der Psychoanalyse wird das Glauben sehr hochgehalten und zu einem elementaren menschlichen Akt oder einer elementaren emotionalen Stufe erklärt, woraus folgen könnte, wer nicht oder nicht mehr glaubt, gefährdet seine seelische Gesundheit. Es dürfte kein Zufall sein, dass Jacques Lacan, der französische Psychiater und Analytiker, und der überwiegende Teil seiner Schüler katholischer Herkunft sind. Einige von ihnen sind zudem bekennende Katholiken, andere haben noch in ihren Atheismus etwas von ihrem platonischen Begriffsrealismus hinübergerettet, mit dem sie nun ihre Urteile über die Welt für allgemeingültig halten. (...)" Die Religionsphilsosophin Dr. Gesine Palmer, Jahrgang 1960, in einemm Beitrag für den Deutschlandfunk Kultur vom 24.12.2012 |
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Ausgehend von Lacans siebten Seminar,´ Die Ethik der Psychoanalyse` , rekonstruiert der israelische Philosoph Itzhak Benyamini, wie Lacan aus Freuds Konzept des Monotheismus eine psychoanalytische Ethik entwickelt, in deren Zentrum der Begriff des Realen steht. Dass Moses zwei verschiedenen Göttern begegnet, dem Gott der universellen Vernunft und dem Gott des Zorns, schreibt sich in das Judentum ein. Diese unheimliche Spannung existierte auch in Freuds eigener Psyche. So verwundert es nicht, dass sich Freud vor dem Hintergrund der Krise des europäischen Judentums in den 1930er Jahren erneut der Moses-Figur widmet. Lacan folgend rollt Benyamini den Doppelkomplex „Moses gegen Moses“ und „Freud gegen Freud“ neu auf. Der Autor: Itzhak Benyamini, Jahrgang 1968, ist ein israelischer Philosoph, Kultur- und Religionswissenschaftler; er lehrt an der Universität Tel Aviv sowie an der „Bezalel“-Akademie der Künste in Jerusalem. Auswahlbibliografie: Die israelische Angst. Psychopolitische Analysen der Ära Netanyahu -Drei Essays (2024) // Lacan and the Biblical Ethics of Psychoanalysis (2023) // A Critical Theology of Genesis: The Non-Absolute God (Radical Theologies and Philosophies) (2016) // Mein (sanitärer) Kampf. Psychoanalytische Reflexionen über den sanitären Diskurs in Adolf Hitlers „Mein Kampf“ (2015) // Narzisstischer Universalismus: Eine psychoanalytische Untersuchung der Paulusbriefe mit Freud und Lacan (2013) |
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Auf SFB-Online, der Internetseite für die Literaturen der Psychoanalyse und Kulturwissenschaften im Netz, ist als Hauptdatenquelle die offizielle Datenbank des deutschsprachigen Buchhandels (VLB - Verzeichnis lieferbarer Bücher) mit rund 2.000.000 Titeleinträgen hinterlegt, in der Sie bibliografieren und jederzeit daraus bestellen können. Darüber hinaus bietet die Sigmund-Freud-Buchhandlung weitere Arbeitsbereiche und Abteilungen, die wir Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit empfehlen, etwa
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LITERATUR und PSYCHOANALYSE - Eine ›(Wahl-)Verwandtschaft?‹ |
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Das Verhältnis von Literatur und Psychoanalyse ist seit jeher in beiden Disziplinen Gegenstand zahlreicher kritischer Diskussionen. Schon die Arbeiten Sigmund Freuds zu literaturbezogenen Themen haben nicht selten ein kontroverses Echo hervorgerufen, da immer wieder der Vorwurf der Kritiker im Raum steht, er habe sie meist nur zur Bestätigung eigener Thesen herangezogen. Der mit der psychoanalytischen Theorie bestens Vertraute Literaturwissenschaftler Achim Geisenhanslüke kehrt in seinem interessanten Beitrag den Blick darauf um: Ausgehend von der Literatur fokussiert er auf die Theorie und Kritik der Psychoanalyse bei Freud sowie bei Jacques Lacan, Shoshana Felman, Julia Kristeva und Jean Laplanche. So entstehen neue Perspektiven auf die »unheimliche Nähe« zweier Disziplinen, die sich nicht einfach aufeinander reduzieren lassen. Aus dem Vorwort des Autors: "»Sigmund Freud hat das Lesen verändert.« Verantwortlich für die Veränderungen des Lesens, die Peter von Matt anspricht, ist die Einführung des Begriffs des Unbewussten in der Traumdeutung und anderen frühen Schriften Freuds. Freud hat damit nicht nur die Lesbarkeit von Träumen und das Verstehen von Fehlleistungen ermöglicht. In Frage steht auch die Lesbarkeit seiner eigenen Schriften. Offen bleibt nicht zuletzt, welche Konsequenzen der durch die Psychoanalyse veränderte Begriff des Lesens für die Lektüre Freuds hat. Vor diesem Hintergrund hat Samuel Weber vorgeschlagen, »Freuds Texte zu lesen, wie sie selbst den Traum lesen«, als Produkte einer Entstellung, die die Psychoanalyse theoretisch zu durchdringen versucht, von der sie aber auch selber affiziert bleibt. Die Psychoanalyse ist demnach mehr als nur eine Theorie des Unbewussten. Sie ist selbst eine sprachliche Praxis, die von den Prozessen der Arbeit am Unbewussten betroffen ist, die sie theoretisch zu analysieren versucht. Als Theorie und Praxis der Sprache bildet die Psychoanalyse so eine eigene Poetik aus. Freuds Poetik ist wiederum mehr als eine psychoanalytische Theorie der Literatur. Sie offenbart sich weniger in seinen nicht immer überzeugenden Ausführungen zu literarischen Texten als vielmehr in seinem eigenen Schreiben auf der Schwelle von Wissenschaft und Fiktion. Vor diesem Hintergrund ist die Literatur wiederum mehr als ein beliebiger Gegenstand der Psychoanalyse unter anderen. (....) Wenn seine Texte in ähnlicher Weise zu lesen sind, wie er selbst Träume gelesen hat, dann ist die Literatur so etwas wie das Unbewusste der Psychoanalyse – kein Objekt, das in die Fänge des psychoanalytischen Blicks gerät und so das Unbehagen auslöst, das so viele psychoanalytische Lektüren literarischer Texte begleitet, sondern das Subjekt der Psychoanalyse als sein unbewusster Träger. (....)" Inhalt (Die Kapitel ohne die Unterpunkte: Erster Teil. Freud, das Unbewusste und die Literatur: 1. Freud und die Poetik der Tragödie / 2. Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen. Freud und das Unheimliche / 3. Peinliche Träume. Freud und die Scham / 4. Hässliche Gefühle. Zur Geschichte der Eifersucht in Psychoanalyse und Literatur / 5. ›Journeys end in lovers meeting‹. Die Sprache der Liebe in Literatur und Psychoanalyse / 6. Furcht und Zittern. Trauma und Psychose bei Racine und Shakespeare Zweiter Teil. Freud aus Frankreich. Psychoanalyse und Postmoderne: 1. Freud aus Frankreich / 2. Poetik des Buchstabens. Lacan und die Literatur / 3. Der letzte Dreh der Psychoanalyse. Felman und der Akt des Lesens / 4. Kristeva und die Revolution der psychoanalytischen Sprache / 5. Nachträglichkeit. Laplanche, das Unbewusste und der Rhythmus / 6. Prousts Synkopen. Rhythmus und Trauer in Les intermittences du cœur // Literaturverzeichnis / 1. Quellen / 2. Forschungsliteratur / Nachweise Der Autor: Achim Geisenhanslüke, geb. 1965, ist seit 2014 Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Literaturtheorie und der europäischen Literatur vom 17.-21. Jahrhundert. |
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Das UNHEIMLICHE in Literatur und Psychoanalyse |
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»(...) Das Unheimliche lauert also unter der Oberfläche des Vernünftigen, es liegt verdrängt unter dem, was gut, schön und wahr scheint. Bei Stephen King ist das meist die Kleinstadt, das Kleinbürgertum, die Angepasstheit – man könnte auch sagen: Das Erwachsene. Und es sind bei Stephen King meist die Kinder, die als erste erkennen, dass da etwas nicht stimmt, dass da etwas Schauriges, Schreckliches, Unheimliches unter der Oberfläche lauert. Diese universelle Wahrheit macht Kings Geschichten anschlussfähig: Als Kind wissen wir noch um das Grauen der Welt und verzweifeln an den Erwachsenen, die uns weismachen wollen, es sei alles halb so schlimm. Genau wie das Kind im Märchen Des Kaisers neue Kleider, das als einziges ganz selbstverständlich und wider den absurden Rationalismus der Erwachsenen ausruft: „Er hat doch gar nichts an! (...)" Der tiefenpsychologisch orientierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut Dr. Niklas Gebele in seinem im Juni 2019 in der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Christophsbad, Göppingen, gehaltenen Abendvortrag "Stephen King: Das Unheimliche" |
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Hauptbeitrag des jüngsten Themenhefts der Zeitschrift ´System Ubw` ist die Arbeit von Judith Funke: Das Unheimliche in den Erzählungen von Stephen King (S. 5 - 90) Die Autorin bietet in ihrem 85-seitigen Aufsatz eine interessante psychoanalytische, auch psycho-biografische Analyse ausgewählter Romane Stephen Kings. Textauszug: Kapitel - Wirkweisen des Systems ubw: Überich-Aggression und Identifikation "(...) Die nachfolgend präsentierten Zitate aus Stephen Kings (SKs) Werk illustrieren seine Meisterschaft in der Beschreibung innerpsychischer Vorgänge. Er schöpft dabei sichtlich aus eigenem Erleben, doch faßt er diese Vorgänge als gleichsam persönlichkeitsfremde Mächte auf, deren Zustandekommen er sich nicht erklären kann und denen seine Protagonisten zum Teil, auch wenn sie sich dagegen sträuben, nach heftigen Kämpfen unterliegen. »Schildern« heißt eben noch nicht »verstehen«, ist aber eine Vorstufe dazu, auf der SK freilich stehenbleibt. Die packende, drastische Art seiner Erzählweise ist dazu angetan, als »Vorlust« die in Wirklichkeit unheimlichen, angstauslösenden Abläufe »genießbar« zu machen und den Leser in der Art Anzengrubers in einer (gleichwohl tückischen) Sicherheit zu wiegen: »Es kann dir nichts geschehen« (denn es gibt mich, den Romanhelden, noch; cf. GW VII 2.13sq) (....)" HINWEIS: Im Newsletter-Archiv auf SFB-Online finden Sie in der Ausgabe Januar 2019 unter anderem ein ausführliches Themenfesnster zum Roman ES von Stephen King, die Sie über den folgenden LINK erreichen und nachlesen können: LINK: zentralbuchhandlung.de/getmedia.php/_media/sfb/_archive/20190107152008.html |
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Nur die Tapfersten sollten dieses Buch lesen: In Danse Macabre zeigt der Meister der Horrorliteratur Stephen King, was ein wirklicher Albtraum ist. Aus einer Reihe von Vorträgen, die der ´King des Horrors` seinerzeit an der University of Maine hielt, entstand das vorliegende Kompendium über Horror in Literatur und Film. Eine einzigartige Zusammenstellung der Meilensteine des Genres, geprägt von den persönlichen Vorlieben und Interessen des Meisters. Stephen King analysiert alle Kniffe seiner Kollegen, enthüllt ihre Tricks und beschreibt die Entwicklung des Genres. Wer Danse Macabre gelesen hat, der weiß, warum er keinen Schlaf findet. Ein brillant formuliertes und umfassend recherchiertes Buch. Aus dem Vorwort des
Autors: "(....) In Danse Macabre, einem Buch, das ich vor
fast dreißig Jahren geschrieben habe, behauptete ich, dass Menschen, die
sich von Geschichten über Monster und Katastrophen angezogen fühlen, im
Grunde ziemlich gesund (wenn auch manchmal morbid) sind. Kritiker des
Buches – und es gab einige davon - antworteten wie vorherzusehen war:
»Ja, klar, was sollst du auch sonst sagen? Dass ihr alle ein Haufen
kranker Hunde seid?« Nun, vermutlich sind wir das - aber wir haben auch
übermäßig viel Fantasie (was manchmal ein Segen, zu anderen Zeiten aber
– insbesondere spätnachts, wenn man nicht schlafen kann - ein Fluch
ist). (...) Fantasievolle Menschen haben eine klarere Vorstellung von ihrer Verletzlichkeit; fantasievolle Menschen wissen, dass alles verheerend schieflaufen kann, jederzeit. Fantasievolle Menschen glauben nicht daran, dass es immer nur die anderen trifft, von einem Serienmörder umgebracht zu werden (....) Und es gibt noch viele andere Serienmörder da draußen. Sie tragen Namen wie Krebs, Schlaganfall oder Begegnung mit einem mit Wodka abgefüllten Alkoholiker, der als Geisterfahrer auf der falschen Spur der Autobahn – Ihrer Spur – mit 110 Meilen pro Stunde entlangbrettert und sich einbildet, dass sein beschissener kleiner Honda Accord der Millennium-Falke ist. In einem solchen Fall sind Enthauptung und sofortiger Tod vielleicht das Bester-Fall-Szenario. Der schlimmste Fall? Sie sind querschnittsgelähmt und müssen die nächsten fünfundzwanzig Jahre oder so in einen Beutel pissen, der an ihrer Hüfte hängt. Und der Mensch mit der Fantasie im Übermaß weiß das. (...)" |
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Seltene Erstausgabe des fünften Teils von Freuds ´Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre. - Fünfte Folge` in einem schönen antiquarischen Exemplar der Erstausgabe in einer privaten Leinwandbindung Der Band enthält neben fünf anderen Arbeiten (unter anderem auch ´Ein Kind wird geschlagen`) seinen berühmten Beitrag ´Das Unheimliche` Textprobe aus dem Beitrag ´Das Unheimliche` "(...) Hie und da trifft es sich doch, daß er [der Psychoanalytiker] sich für ein bestimmtes Gebiet der Ästhetik interessieren muß, und dann ist dies gewöhnlich ein abseits liegendes, von der ästhetischen Fachliteratur vernachlässigtes. Ein solches ist das ‚Unheimliche`, Kein Zweifel, daß es ‘zum Schreckhaften, Angst- und Grauenerregenden gehört, und ebenso sicher ist es, daß dies Wort nicht immer in einem scharf ‚zu bestimmenden Sinne gebraucht wird, so daß es eben meist mit dem Angsterregenden überhaupt zusammenfällt. Aber man darf doch erwarten, daß ein besonderer Kern vorhanden ist, der die Verwendung eines besonderen Begriffswortes rechtfertigt. Man möchte wissen, was dieser gemeinsame Kern ist, der etwa gestattet, innerhalb des Ängstlichen ein „Unheimliches“ zu unterscheiden. (....) Das deutsche Wort „unheimlich“ ist offenbar der Gegensatz zu heimlich, heimisch, vertraut und der Schluß liegt nahe, es sei etwas eben darum schreckhaft, weil es nicht bekannt und vertraut ist. Natürlich ist aber nicht alles schreckhaft, was neu und nicht vertraut ist; die Beziehung ist nicht umkehrbar. Man kann nur sagen, was neuartig ist, wird leicht - schreckhaft und unheimlich; einiges Neuartige ist schreckhaft, durchaus nicht alles. Zum Neuen und Nichtvertrauten muß erst etwas hinzukommen, was es zum Unheimlichen macht, (....)" Erhaltungszustand: Das Klassische Antiquariat der SFB verfügt über ein gutes Exemplar in einer prvaten Leinenbindung mit geprägtem Rückentitel, bei dem der broschierte Originaleinband beigebunden ist. Innen (sehr) gut und ohne Anstreichungen, Anmerkungen. Das Papier herstellungsbedingt nachgedunkelt. - Ein gutes und sammelwürdiges Exemplar dieser seltenen Ausgabe. |
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BESSER LESEN! - John Coetzee - Wiederkehr des Barbarischen |
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»Konkurrenz ist eine Sublimierung von Krieg.« -- J. M. Coetzee, aus: ´Tagebuch eines schlimmen Jahres` »Die Sache mit dem Sündenbock funktionierte wirklich, als noch religiöse Kraft dahinterstand. Man lud dem Ziegenbock die Sünden der Stadt auf und trieb ihn hinaus, und die Stadt war gereinigt. Es funktionierte, weil alle, einschließlich der Götter, wussten, wie das Ritual zu verstehen war. Dann starben die Götter, und plötzlich musste man die Stadt ohne göttliche Hilfe reinigen. Statt Symbolen waren richtige Taten gefragt. Der Zensor war geboren, im römischen Sinn. Wachsamkeit hieß die Parole: Die Wachsamkeit aller allen gegenüber. Reinigung wurde ersetzt durch Säuberungsaktionen.« J. M. Coetzee, aus: ´Schande` |
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Jahrzehntelang ist der Magistratsmitarbeiter und Friedensrichter ein loyaler Diener des Staates gewesen und hat seine Amtsgeschäfte in der überschaubar kleinen Marktgemeinde im Grenzdistrikt des Reiches - vielleicht irgendwo im nördlichen Afrika? - nach Recht und Gesetz, mit Anstand, Würde und Vernunft geführt. Das beschaulich-bescheidene Leben der Landbevölkerung an diesem entlegenen Außenposten verlief immer ruhig und ohne große Vorkommnisse. In den angrenzenden, als unterentwicklt geltenden Regionen des Nachbarlandes leben seit jeher ungezähmte Nomadenstämme, mit denen wenig Kontakte bestehen und die im Volksmund der hiesigen Grenzbewohner als die "Barbaren" bezeichnet werden. Politische Veränderungen und strategische Neubewertungen in der entfernten Hauptstadt des Landes sehen in den ´Wilden` jetzt zunehmend eine Bedrohung für die Sicherheit des Landes, ist es in jüngster Zeit doch schon mehrfach zu Überfällen auf grenzüberschreitende Warentransporte gekommen, welche eben diesen ´Barbaren` zugeschrieben werden. ... Daher wird der Grenzschutz verstärkt und eine Spezialeinheit der Staatspolizei quartiert sich in dem kleinen Marktflecken ein. Der sein Amt immer nach dem geltenden Gesetzt und mit menschenfreundlichem Augenmaß betrieb, wird nun Beobachter fragwürdiger Methoden der Sicherheitsorgane, um den Nachweis für kriegerische Absichten der "Barbaren " zu erbringen; er wird Zeuge der grausamen und ungesetzlichen Behandlung von gefangenen "Barbaren" und der dumpfen Hysterie der Bevölkerung. Vom Mitleid mit den Opfern aufgerüttelt, von Zweifeln besselt über die Rechtmäßigkeit der Methoden, will der alte Mann ein Zeichen setzen. Gleichsam in einem Akt privater Wiedergutmachung nimmt er ein schwer misshandeltes "Barbaren"-Mädchen bei sich auf, um es schließlich zu seinem Volk zurückzubringen. Diese Expedition macht ihn in den Augen seiner Mitbürger zum abtrünningen Verräter, und er wird nun seinerseits Opfer von Demütigung und Folter. Der Autor: J. M. Coetzee, der 1940 in Kapstadt geboren wurde und von 1972 bis 2002 als Literaturprofessor in seiner Heimatstadt lehrte, gehört zu den bedeutendsten Autoren der Gegenwart. Er wurde für seine Romane und sein umfangreiches essayistisches Werk mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet, u. a. zweimal mit dem Booker Prize, 1983 für »Leben und Zeit des Michael K.« und 1999 für »Schande«. 2003 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen. Coetzee lebt seit 2002 in Adelaide, Australien. |
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»Die Geschichten, die wir über uns selbst erzählen, mögen nicht wahr sein, aber sie sind alles, was wir haben.« - Der Literaturnobelpreisträger J. M. Coetzee im Werkstattgespräch mit der Psychoanalytikerin Arabella Kurtz Wir alle erzählen Geschichten - Schriftsteller alleine für sich, wir Alltagsmenschen für uns selbst und andere, mitunter erzählen wir sie stockend, gehemmt, widerständig oder mit Verve einem der Einfühlbarkeit fähigen Psychotherapeuten, vielleicht einem Psychoanalytiker, um das Rätsel der eigenem Biographie zu lösen. Wir Menschen sind von Geschichten umstellt und spinnen sie in einem fort. Der aus Südafrika stammende Träger des Literaturnobelpreises 2003 J. M. Coetzee geht in seinem Austausch und Briefwechsel mit der britischen Psychoanalytikerinn Arabella Kurtz diesen Fragen nach. Ausgehend von seiner eigenen Arbeit, mit Exkursen zu Dostojewskij und Cervantes sowie Rückgriffen auf das eigene Leben, diskutieren die beiden Antworten in dem von Sigmund Freud und Melanie Klein abgesteckten Feld. Aus dem Vorwort der beiden Gesprächspartner: "(...) Der folgende Gedankenaustausch befasst sich mit der Praxis der psychoanalytischen Psychotherapie und damit, was diese Praxis in einem weiteren gesellschaftlichen und philosophischen Kontext bedeutet. Es werden psychische Prozesse bei Individuen und Gruppen angesprochen, sowohl im klinischen Kontext als auch außerhalb desselben. Da in unserem säkularen Zeitalter und in der westlichen Welt Psychotherapie und das Ideal des persönlichen Wachstums zum Zeitgeist gehören, hoffen wir, dass diese Themen auch für Leser außerhalb der therapeutischen Berufe von Interesse sind. (...) Die Sprache ist das Arbeitsmittel sowohl von Schriftstellern als auch von Psychotherapeuten. Beide befassen sich mit der Erforschung, Beschreibung und Analyse der menschlichen Erfahrung, mit dem Finden oder Erfinden linguistischer und narrativer Strukturen, in denen Erfahrung gespeichert wird, und mit den äußeren Grenzen der Erfahrung. Die intellektuelle Kooperation, die sich in diesem Austausch widerspiegelt, begann 2008 und spricht (einerseits) für das Interesse einer Therapeutin, die von einem Romanwerk beeindruckt ist, in dem innere Prozesse aus einer Perspektive geschildert werden, die sich radikal von einer psychotherapeutischen unterscheidet (z. B. der knappe, lebhafte Bericht von Michael K's innerem Widerstand gegen Unterdrückung in Leben & Zeit des Michael K); und (andererseits) für das Interesse eines Schriftstellers an der Vertiefung seines Verständnisses für eine postreligiöse Form des therapeutischen Gesprächs. (....) Dieser Gedankenaustausch erfolgt in einem interdisziplinären wie auch forschenden Geist. Er folgt nicht immer einem geradlinigen Gedankengang. Es gibt manchmal Wiederholungen und Widersprüche, man kommt immer wieder auf hartnäckige Fragen zurück oder verfolgt einen Gedankengang, ohne zu wissen, wohin derselbe führt. Das alles geschieht in der Hoffnung, dass sich hier und da eine neue Sicht auf die Praxis der psychoanalytischen Psychotherapie und auf das psychotherapeutische Projekt in seinen weiteren gesellschaftlichen Ausprägungen öffnet. (...) " - AK & JMC Stimmen zu diesem Buch »Coetzees Stil ist wie immer eindringlich und konzentriert ... Kurtz erweckt die psychoanalytischen Konzepte und Praxis mit einer seltenen Präzision und Unmittelbarkeit zum Leben.« - Literary Review Die Gesprächspartner: Arabella Kurtz st Psychoanalytikerin und Fachärztin für klinische Psychologie und Dozentin am Lehrstuhl für Psychologie der Universität von Leicester. Sie lebt in England. J. M. Coetzee, der 1940 in Kapstadt geboren ist und von 1972 bis 2002 als Literaturprofessor in seiner Heimatstadt lehrte, gehört zu den bedeutendsten Autoren der Gegenwart. |
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ZEITGESCHICHTE - SFB aktuell: ›Im Westen nichts Neues‹ ? |
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In den Trümmern der Kriege in der Ukraine und in Gaza zeichnen sich die Konturen einer wirklichen globalen Zeitenwende ab. Donald Trump, der die USA wieder ´groß` machen wollte, gebärdet sich seit seiner Wiederwahl als imperialer Möchtegern-Alleinherrscher und hat mit seinen zahlreichen Aktionen bereits im ersten Jahr seiner neuen Amtsperiode im In- und Ausland für Irritation, Chaos und wirtschaftlichen Niedergang gesorgt. Das insbesondere zum Leidwesen und Nachteil eines verzagt anmutenden Europas, das sträflich naiv, vorgeblich ahnungslos und entsprechend unvorbereitet in diese neue, multipolare Welt, im Würgegriff Rußlands, Chinas und der USA, hineinstolpert. Der Politikwissenschaftler Daniel Marwecki spricht über die aktuelle weltpolitische Lage, wie sie sich gerade vor aller Augen abspielt und verändert. Er beschreibt entlang der Befunde und Faktenlage die aktuelle weltpolitische Situation, in der die drei weltpolitisch einflußreichsten Player - USA, China, Rußland - hegemoniales Denken und das Prinzip der ´Macht des Stärkeren` zu den neuen, aber altbekannten Standards erheben, während das von der Zeitenwende überraschte und in jeder Hinsicht überforderte ´Alte Europa`, das sich jahrhundertelang als Mittelpunkt der Welt sah, in seiner anhaltenden Uneinigkeit und Konzeptlosigkeit wohl auf einen bitteren Abstieg einstellen müsse. Wenig wahrscheinlich, daß das wirtschaftlich derzeit noch starke, politisch und vom strategischen Denken her aufgrund seiner schwerfälligen Entscheidungsfindungsprozesse verzwergte Europa, dessen militärische Kapazitäten zudem durch Ineffizienzen, mangelnde Kompatibilität und die Abhängigkeit vom größten Waffenhändler, den USA, konterkariert werden, in kürzester Zeit aus seinem selbstzufriedenen Dornrösschenschlaf erwacht. - Sollten die Europäer diese Bewährungsprobe nicht bestehen, bleibt nur der Weg in die Unbedeutenheit. - Dieser Weg möge zumindest mit Würde beschritten werden und mit strategischer Intelligenz geschehen, um nicht ganz von der Weltbühne in der Bedeutungslosigkeit verschwinden zu müssen. Gelänge selbst dies nicht, drohten nicht nur Niedergang und Zerfall: das dann zu erwartende wiedererwachte Kleinstaatenwesen werde folgerichtig blutig geführte Verteilungskämpfe und Stellvertreterkriege zwischen Vasallenstaaten heraufbeschwören. Aus der Einleitung des Autors:" (...) Dieses Buch ist ein Versuch, die Umbruchsmomente und Übergänge, die Häutungen und Erneuerungen, die Katastrophen der Gegenwart einzukreisen, zu bezeichnen, sie historisch herzuleiten und ihre potenziellen Zukünfte zu ertasten. Es geht um die Welt, wie sie sich gerade vor unseren Augen ausformt – zumindest, wenn wir uns dazu entscheiden, hinzusehen. Der Untergang des Abendlandes wurde schon oft verkündet. Hier nicht. Statt um Untergangsprophetie geht es um historisch informierte Gegenwartsanalyse. Im Mittelpunkt steht dabei ein Gedanke, der aus der Doppeldeutigkeit des kleinen Wörtchens »nach« im Buchtitel spricht. Einerseits steuern wir auf eine immer weniger westlich dominierte Welt zu. Anderseits bildet sich diese Welt nicht zuletzt nach dem Vorbild des Westens aus und arbeitet sich am Westen ab. Aus diesem Grund muss die Welt nach dem Westen der gerade vergehenden gar nicht so unähnlich sehen. Vielleicht entgleitet die Welt uns sanft. Es wäre nicht das Schlechteste, was die Zukunft bereithalten könnte. (...)" - Daniel Marwecki Der Autor: Daniel Marwecki, geb. 1987 in Bremen, ist Politikwissenschaftler und lehrt Internationale Beziehungen an der University of Hong Kong. Sein vieldiskutiertes Buch »Absolution? Israel und die Deutsche Staatsräson« erschienen 2024 auf Deutsch. Er schreibt u.a. für Le Monde Diplomatique, taz, Unherd, Jacobin, Berlin Review of Books. |
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Der amerikanische Kulturhistoriker Peter Gay untersucht in seiner in diesem Buch veröffentlichten Vorlesungsreihe das Spannungsverhältnis zwischen Freuds Atheismus, seinen jüdischen Wurzeln einerseits und Freuds Begründung der Psychoanalyse andererseits. Nach Peter Gays Auffassung konnte nur ein Atheist wie Freud, der zwischen Wissenschaft und Religion keine nennenswerten Gemeinsamkeiten sah, Denkverbote überwinden, das Ungedachte denken und als stimmige Konzeption darlegen und fortentwickeln. Eine Stimme zu diesem Beitrag »(…) Die Selbstbeschreibung als ›gottloser Jude‹ verwendete Freud 1918, gegen Ende des 1. Weltkrieges, in einem Brief an den Schweizer Pfarrer und Psychoanalytiker Oskar Pfister. Zehn Jahre zuvor hatte er eben diesem Katholiken Pfister geschrieben: »Ganz nebenbei, warum hat keiner von all den Frommen die Psychoanalyse geschaffen, warum mußte man da auf einen ganz gottlosen Juden warten?« An die Existenz eines unser Seelenleben trostgebenden Gottes vermochte der überzeugte Atheist Freud nicht zu glauben. Illusionen waren nicht seine Sache. Seine leidenschaftliches Erkenntnisinteresse galt den uns unangenehmen Wahrheiten, der Wahrheit über die Abgründe des menschlichen Seelenlebens, einschließlich unserer Fähigkeit zur äußersten Destruktivität. - Seiner Identität als Jude war sich Freud bereits früh bewusst - sie wurde ihm von seiner ganz überwiegend katholischen Umwelt aufgenötigt. Immer wieder kam er in seinen Briefen und Studien auf seine Zugehörigkeit zum Judentum zu sprechen - eine Identität, welche zunehmend die Haltung eines stolzen Trotzes einnahm. (…)« - Roland Kaufold Der Autor: Peter Gay, 1923 in Berlin geboren, emigrierte 1939, als Jude von Verfolgung bedroht, in die Vereinigten Staaten. Er war Professor für Geschichte an der Yale University in New Haven und ist derzeit Direktor des Center for Scholars and Writers an der New York Public Library |
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TagungskalenderUnser überregionaler Kalender zu Tagungen, Konferenzen und Symposien aus dem Bereich der Psychoanalyse |
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