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Novitätenschau Psychoanalyse / Kulturwissenschaften - OKTOBER 2025 |
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Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser der Novitätenschau, Themen dieser Oktoberausgabe der ›Novitätenschau‹ sind diesmal das ›Erstinterview‹, Neues zur Behandlungstechnik, verhandelt unter dem Begriff ›Enactment‹, gefolgt von einem in England von Peter Fonagy und KollegInnen entwickelten psychodynamischen Verfahrens zur strukturierten ›Kurzzeittherapie bei Depressionen und Angststörungen (DIT)‹. - Der neue Auswahlband der Schriften von Erwin Bartosch, einem renommierten Vertreter der ›Selbstpsychologie‹, leitet zum gesellschaftspolitischen Teil über, in dem der Blick sich auf die weithin überforderte ›Psychoanalyse in Deutschland‹ richtet, die ihre Vergangenheit nicht wirklich bearbeitet zu haben scheint, wenn mit Blick auf die hilflosen und überfordert klingenden Bekundungen zu Israel, Nahost und dem Gazakrieg, Grund zur Annahme besteht, daß anscheinend nur in den seltensten Fällen das nationalsozialistische (Familien-)Erbe eine grundhafte Bearbeitung erfahren hat. - Eine enorm positive Alternative zum Leisetretertum gilt es demgegenüber zu entdecken: eine analysierte Frau von Welt, die sich mit ihren Romanen und Essays kraftvoll-kompetent in die gesellschaftlichen Diskurse einbringt: Die Rede ist von der österreichischen Schriftstellerin Marlene Streeruwitz - Ihr demnächst erscheinendes Buch ›Prinzessinnenkunde‹ sollte auf keinem Nachttisch, ob Frau oder Mann, fehlen. Sie sind noch nicht an Bord des SFB-Bücherschiffes? - Nur Mut, HIER erwartet Sie nicht die TITANIC ... |
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In dieser Ausgabe
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Der kurze
Weg zur SFB: Bestelltelefon (D) 0800 588 78
30
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NEU aufgelegt - Das psychoanalytische ERSTINTERVIEW |
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Das Erstgespräch wird von der Autorin als ein offener, unstrukturierter Handlungsdialog gesehen, dessen Ziel es ist, die unbewusste Persönlichkeit, die aktuellen unbewussten Konflikte der Patientin, des Patienten für die Analytikerin, den Analytiker zur Darstellung zu bringen, zumindest andeutungsweise zur Sprache kommen zu lassen. Das therapeutische Moment steht für Annemarie Laimböck damit bereits in dieser ersten Begegnung im Mittelpunkt. Das Erstgespräch ist so um ein einzigartiges Moment der psychoanalytischen Methode zentriert: der schwierigen Passage. Diese zentrale Stelle ist ein Kulminationspunkt, ein Matchpoint, an dem sich eine unbewusste Dynamik dahingehend zuspitzt, dass eine Veränderung, eine kreative Leistung oder eine Wiederholung bzw. ein Rückfall stattfindet. In diesem Zusammenhang geht es um das Veränderungspotential bereits oder gerade in dieser ersten Begegnung, die damit verbundene Erfahrung des Patienten mit der Methode und seiner für eine mögliche spätere Behandlung nötigen Motivation. - Eine wichtige Handreichung für erfahrene Praktiker und für motivierte Beginner. Die Autorin: Annemarie Laimböck, Dr. phil., Dipl.-Psych., von 1977 bis 1982 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychoanalyse der J. W.-Goethe-Universität in Frankfurt, ab 1988 Psychoanalytikerin (DPV) in freier Praxis, seit 1994 Lehranalytikerin im Innsbrucker Arbeitskreis für Psychoanalyse und Leiterin der Ambulanz. Zahlreiche Veröffentlichungen v. a. zur psychoanalytischen Methode und ihren Anwendungen. |
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PSYCHODYNAMIK - ›Enactment‹: Die Szene begreifen |
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Der jüngste Band der Reihe Analyse der Psyche und Psychotherapie ´Enactment`.... ... befasst sich und schreibt das erneute In-Szene-Setzen früher emotionaler Modellszenen und Beziehungsmuster, die nicht selten auf paradoxe Weise eine biografische Bedeutung für Patient*in und Therapeut*in haben. Letztere werden in einer Weise involviert, die sie nicht beabsichtigt hatten. Trotz bester Absichten verfangen sie sich nicht selten in eben jenem relationalen Netz, das zu erforschen anzuregen sie eigentlich angetreten sind. Das Konzept Enactment taucht in nahezu allen zeitgenössischen psychodynamischen Schulen auf, insbesondere in der relationalen Psychoanalyse steht es im Zentrum des theoretischen und klinischen Interesses. Die subtile Interdependenz von Übertragung und Gegenübertragung wird in dieser ko-konstruierten Beziehung neu gedacht. Jens Tiedemann betrachtet das Enactment aus der Perspektive der zeitgenössischen Psychoanalyse und veranschaulicht anhand verschiedener Fallbeispiele seine klinisch-praktische Relevanz. Der Autor: Jens L. Tiedemann ist psychologischer Psychotherapeut, Psychoanalytiker und Körperpsychotherapeut, Supervisor, Lehranalytiker und Dozent (DGPT) an mehreren psychoanalytischen/psychotherapeutischen Ausbildungsinstituten. Alle Bände dieser Reihe mit den vollständigen Inhalstangaben finden Sie zum Sichten und Bestellen auf SFB-Online HIER Wer die Reihe (mit jährtlich zwei bis drei neuen Bänden) bei der SFB praktischerweise zur Fortsetzung bestellen möchte, gelangt HIER zu Abobestellung Die beiden jüngst erschienen Bände: |
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PSYCHODYNAMISCHE KURZPSYCHOTHERAPIE - Eile ohne Weile? |
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Ein neues, im britischen Königreich von führenden Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytikern (Alessandra Lemma, Peter Fonagy, Deborah Abrahams u. a.) entwickeltes Verfahren, gilt es im deutschsprachigen Raum bekannt zu machen. Im Herkunftsland wird es gemäß der dort gesprochenen Sprache bezeichnet als ›Brief Dynamic Interpersonal Therapy (DIT)‹, und es nimmt für sich in Anspruch, ein enorm wirksames psychodynamisches Verfahren bei der Behandlung von Depressionen und Angststörungen zu sein, welches mit einem Stundendeputat von 16 Sitzungen auszukommen und dabei signifikant-positive Ergebnisse zu zeitigen vermag. Gut möglich, daß dem so ist. - Wenig geschickt scheint uns indes, dieses hier noch unbekannte Verfahren dem deutschsprachigen Fachpublikum unter dem etwas obskur wirkenden englischsprachigen Titel bekannt und schmackhaft machen zu wollen, bei dem allein der schriftkleine Untertitel in deutscher Sprache Erhellung über das verspricht, was der unverständliche Titel eher nicht leistet. Wir haben uns daher erlaubt, für die Vorstellung dieses innovativen Verfahrens den Titel und Untertitel des Buches der besseren Verständlichkeit wegen kurzerhand auszutauschen. |
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Vor dem Hintergrund eines permanent steigenden Behandlungsbedarfs, angesichts knapper Behandlungskapazitäten, wachsendem Kostendruck und nicht zuletzt der smart-eloquenten Konkurrenz anderer abrechnungsberechtigter Therapierichtungen (VT), die für sich beanspruchen, effizente Kurztherapien mit hoher Wirksamkeit anbieten zu können, geraten psychodynamische Therapieansätze zunehmend unter Erfolgs- und Rechtfertigungsdruck. Zwar sind seit langem schon verschiedene bewährte psychodynamisch fundierte Kurzzeit- und Fokaltherapiekonzepte bekannt und in Gebrauch, aber ein klar strukturiertes und manualisiertes psychodynamisches Kurzzeittherapieverfahren gab es im deutschsprachigen Raum bislang nicht. Das solle und könne sich nach Überzeugung der AutorInnen durch das am Anna Freud-Centre (London) entwickelte Verfahren der ´Brief Dynamic Interpersonal Therapy` (DIT`), welches in Großbritannien bereits flächendeckend und erfolgreich eingesetzt wird, entscheidend ändern. Das vorliegende Buch stellt die ins Deutsche übertragene und an die Rahmenbedingungen der deutschsprachigen Länder hin ausgerichteten zentralen Elemente der ´Brief Dynamic Interpersonal Therapy` in einem benutzerfreundlichen und praktischen Manual vor. Das Handbuch informiert über den theoretischen Hintergrund der Methode und die Strategien in der praktisch-therapeutischen Anwendung. Es illustriert an Fallbeispielen die neue Methode und die spezifische Anwendung des DIT. Sylke Andreas, der Herausgeberin, ist es zu verdanken, daß dieses hilfreiche Verfahren jetzt auch in einer deutschsprachigen Version verfügbar ist. Ein Handbuch, welches für den therapeutischen Alltag der Praktikerin /des Praktikers und ebenso auch für die noch in Ausbildung sich befindenden jüngeren KollegInnen nach Ansicht der englischen Autorinnen und der Herausgeberin enorm hilfreich sein und bald ein Standrwerk werden dürfte. Aus dem Vorwort zur deutschsprachigen Erstausgabe "(...) Im Gegensatz zu den im deutschsprachigen Raum weit verbreiteten fokaltherapeutischen psychodynamisch-orientierten Ansätzen zur Kurzzeitbehandlung, weist die DIT einige Besonderheiten auf. Der Rahmen der Behandlung bei Patient:innen mit Angststörungen und Depressionen ist mit 16 Sitzungen vorgegeben und wird dadurch entsprechend strukturiert. Der interpersonell-affektive Fokus (IPAF ) wird mit den Patient:innen gemeinsam erarbeitet, besprochen und verhandelt. Dies ermöglicht sowohl einen gemeinsamen Austausch vor allem zum Behandlungsziel als auch die Möglichkeit, explizit mit den Patient:innen ihre psychodynamischen, interpersonellen und pathogenen Beziehungsmuster zu erörtern und bewusst zu machen. Eine weitere Besonderheit im Vergleich zu anderen fokaltherapeutischen Ansätzen ist der explizite und systematische Einsatz von Instrumenten zur Erfassung der Schwere der psychischen Symptomatik. Hier entstehen oft Missverständnisse, da diese Instrumente nicht nur zur Evaluation gedacht sind, sondern vielmehr diese bereits Bestandteil der Therapiestunde sind und die Werte mit den Patient:innen im Hinblick auch auf Ereignisse der vergangenen Woche besprochen werden. An dieser Stelle ist es auch wichtig zu betonen, dass wir es mit einem psychodynamisch-orientierten Kurzzeittherapieverfahren zu tun haben, welches mentalisierungsbasierte Inhalte enthält, die in der Arbeitsphase, also in der Mitte der Behandlung, zur Anwendung kommen. Es sind vor allem die mentalisierungsbasierten Basistechniken, wie neugierige, wertschätzende, kollaborative Haltung und empathische Validierung, die zum Einsatz kommen. (...)" Die Herausgeberin: Sylke Andreas, Prof. Dr., ist Universitätsprofessorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie am Institut für Psychologie, an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Sie ist Psychotherapeutin, psychoanalytisch-orientierte Therapeutin und Lehrtherapeutin beim Arbeitskreis für Psychoanalyse Salzburg sowie zertifizierte MBT- und DIT-Supervisorin. |
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DGPT-Tagung 2024 - Überall SCHMERZEN .... |
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Leiden und Schmerz sind jedem Menschen vertraut und verbindende Elemente des Menschseins insgesamt. Die psychische Belastung der Schmerzerfahrung kann zu Depressionen und sogar Suizidalität führen. Überhaupt eröffnet das psychosomatische Nachdenken über Schmerzstörungen einen weiten Raum komplexer Gefühle, traumatischer Erfahrungen, bestimmter Sprechweisen oder sehr konkreter Dimensionen therapeutischer Ansätze. - Jenseits des Klinischen kann in soziokultureller Hinsicht nicht nur das Individuum Schmerz empfinden, sondern in einem übertragenen Sinne auch eine Gesellschaft oder Gruppe, die etwa von kollektiven Traumata oder schmerzhaften Verlusten betroffen ist. Gerade das Erleben von Vulnerabilität kann so Ausgangspunkt für individuelle und gesellschaftliche Veränderungen sein. Die Beiträge (in Auswahl) I Grundlegendes zum Schmerz: Donna M. Orange: Schmerz und Leiden: Sinnlos und sinnvoll / Jeanne Wolff Bernstein: Facetten des Schmerzes: Leid und Lust vereint / Timo Storck: Entleiblichende Verkörperung. Über die Präsentation des Schmerzes / Reinhard Plassmann: Die Transformation von Emotion in Schmerz / Kamyar Nowidi: Der Schmerz (in) der Moderne. Vom Übermenschen zum Transhumanismus II Der Schmerz in psychoanalytischen Behandlungen besonders komplex erkrankter Patient:innen: Sylvia Schulze: Wortloser Schmerz und die Gefahr des Verstehens / Mathias Hirsch: Der Schmerz als »alter Freund« und treuer Begleiter / Christian Maier: Seelischer Schmerz - körperlicher Schmerz. Psychotische Angst - traumatische Angst / Stefanie Sedlacek: Vom körperlichen zum seelischen Schmerz - und dann? / Sarit Kreutzer: Schmerz, Leere und Lebendigkeit in der Gegenübertragung III Spezielle behandlungstechnische Aspekte: Sebastian Leikert: Verkapseltes Körperengramm und somatische Narration. Durcharbeiten körperlicher Traumaspuren und Reduktion der Symbolisierungsstörung / Wolfgang Krieger: Bemerkungen zur Behandlungstechnik des Fragenstellens IV Klinik des Schmerzes verbunden mit Phänomenen der Kultur: Johannes Döser: Zur Bedeutung des Schmerzes im Zeitalter von Social Media und Künstlicher Intelligenz / Elisabeth Imhorst: Trans und der Schmerz, nicht im eigenen Körper wohnen zu können V Schmerz aus kultureller Perspektive: Hans-Jürgen Wirth: Die Fähigkeit, seelischen Schmerz zu ertragen. Horst-Eberhard Richters psychoanalytisches und sozialphilosophisches Menschenbild VI Schmerzvolle
Aspekte in gesellschaftlichen Entwicklungen: Reiner Dilg, Andrea Ide; Beate Sohns: Nach Corona: Was hat sich in
unserer psychoanalytischen Praxis und der Gesellschaft verändert? Die
Verarbeitung der Folgen zwischen Abwehr und Krisenbewältigung |
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ERWIN BARTOSCH - Pionier der Selbstpsychologie |
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Erwin Bartosch begann bereits 1976, mit 31 Jahren, zu publizieren: Damals noch als aktives Mitglied und später als Lehranalytiker des Wiener Arbeitskreises für Tiefenpsychologie. Nachdem er bereits 1974 den Schriften Heinz Kohuts begegnet war und dafür bei seinen damaligen KollegInnen kein Gehör fand, gründete er 1987 den »Wiener Kreis für Psychoanalyse und Selbstpsychologie« (WKPS), den er bis 2006 persönlich geleitet hat. Die frühe Überzeugung, mit der Selbstpsychologie auf einem guten Weg zu sein, hat ihn nie verlassen und gab ihm die Klarheit, Kraft und Ausdauer, »seinen« Wiener Kreis zu gründen und auch über seine Publikationen den Weg für eine Zukunft grundzulegen. - Der vorliegende Band bietet die wichtigsten Beiträge von Erwin Bartosch aus fünf Jahrzehnten. Die im Band versammelten Beiträge des Autors: Vom Umgang mit der Zeit in der Psychoanalyse - Orthodoxie, Selbstmitleid, Selbstkritik - Das narzisstische Negativ - Strafbedürfnis, Sadismus, Schuld- und Unwertgefühl als ich-psychologisches Problem - Affektentwicklung als Handeln in der Personalisation - (Psycho)Analyse von Macht und Ohnmacht - Die Entwicklung der Selbstpsychologie in Europa - Ein selbstpsychologisches Verständnis von Dissoziation: Zum Problem der »Abwehr« Andrea Harms / Erwin Bartosch / Michael Blattny / Gerhard Delpin / Silvia Turinsky: Über die Anwendbarkeit der psychoanalytischen Selbstpsychologie - Trauer und Perversion - Die selbstpsychologische Psychoanalyse - 100 Jahre Heinz Kohut – Über symbiotisches Erleben - Ein Überblick über die Theorie der Praxis im »Wiener Kreis für Psychoanalyse und Selbstpsychologie« - 30 Jahre »Wiener Kreis für Psychoanalyse und Selbstpsychologie« - Was ist mir (E. Bartosch) heute, nach 48 Jahren psychoanalytischer Praxis, wichtig? Ein Essay - Wir essen unsere Ahnen. Der selbstpsychologische und der objektbeziehungstheoretische Ansatz // Vita« Dr. Erwin Bartosch // Chronologisches Gesamtverzeichnis aller Veröffentlicheungen Der Autor: Erwin Bartosch, Dr. theol., geb. 1945 in Wien, seit 1972 Psychoanalytiker in freier Praxis. Gründer des Wiener Kreises für Psychoanalyse und Selbstpsychologie. Veröffentlichungen: Auf dem Weg zu einer neuen Psychoanalyse (1999), Vorlesungen zur Selbstpsychologie (2004). Zahlreiche Beiträge im Jahrbuch Selbstpsychologie. Die Herausgeberin: Andrea Harms, Dr. phil, Klinische Psychologin, Gesundheitspsychologin, Psychotherapeutin in Wien, psychoanalytische Selbstpsychologin, Leitung des Jahrbuch Selbstpsychologie. |
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PSYCHOANALYSE in Selbstdarstellungen: Der jüngste Band |
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Der fünfzehnte Band der Buchreihe Psychoanalyse in Selbstdarstellungen versammelt psychoanalytische Autobiografien von Ute Auhagen-Stephanos, Volker Friedrich, Marianne Leuzinger-Bohleber, Regine Lockot, Franz Wellendorf und Ralf Zwiebel. Drei Psychoanalytikerinnen und drei Psychoanalytiker berichten im fünfzehnten Band dieser Reihe über ihren Lebensweg und über das, was sie jeweils bis zur Psychoanalyse brachte, welche Ihnen zum Beruf, gar zur Berufung wurde. Frühe Kriegserfahrungen, Engagement in der 68er-Bewegung, später dann in diversen psychoanalytischen Institutionen und in der wissenschaftlichen Forschung zur Psychoanalyse und ihrer Geschichte kommen in den jeweiligen Texten in den Blick. Die persönlichen Entwicklungsgeschichten bringen den Leserinnen und Lesern die individuellen Biografien und damit die Eigenheiten dieser Psychoanalytikerschicksale näher, die sonst hinter dem Werk unsichtbar blieben. Alle bis lang erschienenen Bände der Reihe mit den vollständigen Inhaltsangaben finden Sie zum Nachlesen und Bestellen jederzeit HIER auf SFB-Online Anschließend sehen Sie beispielhaft einen relevanten lieferbaren Buchtitel von vier der im Band vorgestellten PsychoanalytikerInnen: |
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PSYCHOANALYSE (deutsch): ›DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER‹ |
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Gestillt mit Tränen?Der deutsche Bundeskanzler, Friedrich Merz, mit gebrochener Stimme, weinend, bei seiner Rede anläßlich der Wiedereröffnung der Synagoge an der Reichenbachstraße, München - Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck angefaßt, Tränen in den Augen, bei einem Fernsehinterview, als das Thema Israel und Gaza angesprochen wird ... ... ergreifend, mag mancher gedacht haben. Wer tiefer - oder gar tiefengeschärft - zu blicken vermag und nachdenkt, wird womöglich mehr entdecken als anrührendes Sentiment. Merz, der sich seiner durchaus prekären Familiengeschichte mit einem Nazi-Großvater bislang nie wirklich gestellt zu haben scheint (*1); Gauck, der gerade seines hyperidealisierten Israel-Bildes verlustig geht und vielleicht darüber erschüttert ist?: Denn da ist ja gar kein über alle Zweifel erhabener Idealstaat, erfüllt von Gerechtigkeit, Umsicht und Güte; da ist ja doch kein von höheren Mächten gecoachtes Gemeinwesen von Per-se-Gutmenschen, das als Heimstatt der Nachkommen der von den Deutschen in die Gaskammern getriebenen Vorfahren immunisiert und daher reifer, umsichtiger und menschenfreundlicher als anderswo wäre. Nein, natürlich nicht: in Israel mit seiner enorm heterogenen Bevölkerung, seinen krass divergierenden und extremen religiösen und politischen Strömungen, geht es zu wie überall sonst in der Welt: Edelmütiges und Dreistes, Ehrbares und Verruchtes, Bewußtes und Unbewußtes; verantwortungsvolles und verantwortungsloses Verhalten, Kriegstreiberisches und Friedfertiges - all dies gibt es natürlich auch dort nebeneinanderher; selbst Neo-Nazis sind fidel unterwegs (*2) ... - Könnten die Tränen des Altbundespräsidenten auch deshalb geflossen sein, weil sein verklärt-surrealistisches Israel-Bild vor den nicht länger zu verleugnenden Befunden der Realitäten kollabiert ist; ein kindliches Bild ohne Tiefenschärfe, das vielleicht hauptsächlich der Selbstentlastung diente? ... Und da ist ja auch noch ´die` PSYCHOANALYSE
Über 50 Jahre später könnte es in einem noch zu schreibenden Buch vielleicht heißen: ›80 Jahre nach Kriegsende und 75 Jahre nach Gründung der DPV muß konstatiert werden, daß es weder in der deutschen Nachkriegsgesellschaft eine durchgreifende und nennenswerte, Teile der Bevölkerung einschließende Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit gegeben haben dürfte und dies analog ebenso für die institutionelle Psychoanalyse in Deutschland nach 1945 zu gelten scheint. Nicht daß es an Forschungsbeiträgen einzelner und schon gar nicht an hochkarätigen Vorträgen mangelt(e): die intensive, schmerzhafte Bearbeitung in den je einzelnen individuellen Psychoanalysen wurde wohl nur in seltenen Einzelfällen wirklich ernsthaft angegangen und geleistet. Insbesondere in den (Lehr-)Analysen scheint es weitverbreitete Praxis gewesen - und immer noch- zu sein -, in einem pervertierten ´Arbeitsbündnis` zwischen KandidatInnen und PsychoanalytikerInnen diese Terra incognita nach Kräften zu meiden, das vermiente Terrain wegen möglicher ´Explosionsgefahren` eben nicht zu betreten und mithin die kathartische Erinnerungsarbeit, die Bearbeitung von Scham und Schuld, erwachsen aus den so häufig malignen Wurzeln der eigenen transgenerativ überkommenden (Familien-)Geschichte eben gerade nicht unternehmen zu müssen.‹ Quellen u.a. (*1) Beitrag in der TAZ vom 8.05.2025, ´Kann Merz als Bundeskanzler dazu weiter schweigen?`; https://taz.de/Friedrich-Merz-und-sein-Naziopa/!6086702/ - (*2) Neo-Nazi-Banden Jugendlicher in Israel, die sich insbesondere aus jüdischen Einwanderern aus der ehemalige Sowjetunion rekrutieren; vgl. u.a. DIE ZEIT, https://www.zeit.de/online/2007/37/neonazis-israel-einwanderer |
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Im Spätherbst des Jahres 1941 ermorden die SS und ihre Helfer über 27000 Juden im Wald von Rumbula. Die Gruben, in denen die Menschen erschossen werden, konstruiert der SS-Offizier Ernst Hemicker. Verurteilt wird er dafür nie. Lorenz Hemicker wächst Jahrzehnte später mit einer vagen Ahnung auf, welches Verbrechens sich sein Großvater schuldig gemacht hat. Er kennt nur ein paar Sätze, die sein Vater bei jeder sich bietenden Gelegenheit im Freundes- und Bekanntenkreis wiederholt. Als beide nach Lettland reisen wollen, um mehr über die Taten von Ernst Hemicker zu erfahren, stirbt der Vater unerwartet. Für Lorenz Hemicker wird diese Zäsur der Beginn einer jahrelangen Suche nach den Spuren seines Großvaters. Sie führt ihn an den Ort des Massakers, zu Überlebenden des Holocaust in Riga und in die Tiefen deutscher Weltkriegsarchive. Dabei entsteht das Bild eines Mannes, der – wie viele andere mit ihm – vom Jedermann zum Täter wird und dessen Taten seinen Sohn und seinen Enkel noch lange über seinen Tod hinaus wie ein Schatten begleiten. Pressestimmen "(...) Dürfte in seiner schonungslosen Ehrlichkeit und Zielstrebigkeit zu den besten Arbeiten dieses Sujets gehören.(...)" - tageszeitung TAZ "Es gibt Momente größter Intensität in Hemickers Erzählung (...) Ein notwendiges, ein wichtiges Buch." - in: Welt am Sonntag Der Autor: Lorenz Hemicker wurde 1978 in Gummersbach geboren und ist im Sauerland aufgewachsen. In Aachen studierte er zunächst Architektur, dann Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre. Von 2008 bis 2014 war er Chef vom Dienst des sicherheitspolitischen Magazins «Loyal». 2014 wechselte er zur «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» und schrieb seit 2017 in der Politikredaktion. Seit Juli 2023 ist er Chef vom Dienst vonFAZ.NET. |
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.... Erinnern und nicht vergessen: Das Vergangene ist nicht vergangen |
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Der renommierte israelische Historiker Shlomo Sand bietet mit diesem Buch einen komprimierten Überblick über die Idee des Binationalismus in der zionistischen Bewegung seit dem späten 19. Jahrhundert. Die frühen binationalen Zionisten traten für ein jüdisches kulturelles und geistiges Zentrum in Abstimmung mit den palästinensischen Araber:innen ein und warnten vor dem Ziel des politischen Zionismus eines Theodor Herzl, einen ausschließlich jüdischen ethnischen Nationalstaat schaffen zu wollen. Obwohl der Binationalismus nie eine politische Kraft von großem Gewicht war, ist er dennoch eine Option, die immer mehr Menschen anspricht, die sich für Gleichheit und Menschenrechte in Israel und in Palästina engagieren. Weiterhin untersucht Shlomo Sand, inwieweit die Idee des Binationalismus im Denken einiger arabisch-palästinensischer Intellektueller verfängt und findet dort diskutierenswerte Ansätze. Er ist sich dabei völlig im Klaren, dass er eine Minderheitenposition sowohl in Bezug auf den jüdischen als auch den arabischen Mainstream vertritt. Nichtsdestotrotz argumentiert er angesichts der Alternativen von Vertreibung oder Apartheid ähnlichen Besatzungsverhältnissen dafür, Israel neu zu denken, denn die sog. Zweistaatenlösung hält er für ein vollkommen unrealistisches Feigenblatt der internationalen Politik. Inhalt - Vorwort 1. Das »Land der Vorfahren« oder das Land der Einheimischen?: Das Land der Vorfahren - Zur Nation - Ethnozentrismus - Binationalismus? // 2. »Wenn ein Knecht zur Herrschaft kommt«: Die verborgene Frage: Liebhaber der Anderen? - Ein spirituelles Zentrum? - Den Anderen ignorieren // 3. Der Friedensbund gegen die ›Eiserne Mauer‹: Die Anfänge der Allianz - Die ›Extremisten‹-Fraktion - Hans Kohn und das Ende der Allianz // 4. Martin Buber, Hannah Arendt und das ungeteilte Land: Vom ›völkischen Denken‹ zum »Ich und Du« - Auf dem Weg zur binationalen Idee - Hannah Arendt und der Antisemitismus - Ein jüdischer Nationalstaat? // 5. Theopolitik und die pazifistische Ihud: Der unruhige Amerikaner - Der prophetische Kanzler - Ihud (Einheit) - Der letzte Mohikaner // 6. Die Linke und die »Brüderlichkeit zwischen den Völkern«: Zionistischer Marxismus - Kommunist:innen in Palästina - Das Ende einer Idee // 7. Die Semitische Aktion und eine arabisch-hebräische Föderation: Der ›kanaanitische‹ Hintergrund - Eine ›semitische‹ Linke? - Das Hebräische Manifest // 8. 1967 – Ein zu teilendes oder ein zu vereinigendes Land?: Drei Petitionen - Menachem Begin gegen die Apartheid - Die Notlage der weißen Sabra - Risse auf der linken Seite - Die Desillusionierung geht weiter - Erhöhte Sensibilität // 9. »Mit einer Hand kann man nicht klatschen«: Neugierde und Versöhnung - Die palästinensische Nationalidee - Ein einziger demokratischer Staat? - Das binationale Paradigma // 10. Die Alternativen: Apartheid, Umsiedlung - oder eine binationale Lösung?: Das Heimatland dehnt sich aus - Die neuen Pioniere - Hegemonie vor Ort - Stychia und Katastrophe - Die verborgene Option - Denkbare Möglichkeiten - Utopien und Kalamitäten // Nachwort Der Autor: Shlomo Sand, wurde 1946 in Linz, Österreich geboren und verbrachte die ersten beiden Lebensjahre mit seinen Eltern in einem DP-Lager bei München. Im Jahr 1948 gelangte die Familie nach Jaffa, Israel. Nach dem Sechstagekrieg im Sommer 1967 war Sand viele Jahre in der anti-zionistischen Gruppierung Matzpen aktiv, verließ sie aber, nachdem sie u. a. auch das Existenzrecht Israels infrage gestellt hatte. Mitte der 1970er Jahre setzte Sand sein in Israel begonnenes Studium an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris bei der Historikerin Madeleine Rebérioux- Nach der Rückkehr nach Israel beschäftigte er sich mit der Geschichte des Kinos, der Geschichte der Intellektuellen und der Geschichte des Nationalismus. Sein Bestseller Die Erfindung des jüdischen Volkes löste 2010 hitzige Kontroversen nicht nur unter israelischen und jüdischen Historiker:innen aus. |
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BESSER LESEN - Marlene Streeruwitz |
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Österreichische Literatur vom Feinsten - tiefengeschärft: Entdecken, lesen Sie MARLENE STREERUWITZ Geboren in Baden bei Wien (Niederösterreich), Studium der Slavistik und Kunstgeschichte. Freiberufliche Autorin und Regisseurin. Literarische Veröffentlichungen ab 1986. Lebt in Wien, London und New York. "Im Dezember 2024 fragte die Redaktion des Magazins der Süddeutschen Zeitung an, ob ich ein Gedicht zur Inauguration von Donald Trump schreiben wollte. Das habe ich getan und schreibe seither die „Texte der Verzweiflung über die Armseligkeit der Wahrheiten.“ in Gedichtform. In solche Gedichten kann durchaus naiv die Komplexität der Umstände erfragt und beschrieben werden. Es ist poetischer Erkenntnisgewinn, der sich so verdichtet formulieren läßt, den die Form des Essays nicht leisten kann. Die literarische Bearbeitung all dieser Sinneinheiten, die auf uns derzeit eindringen, bleibt die gültige ästhetische Lösung. Die indirekte Erzählung des Politischen in der Literatur zielt aber auf eine archivarische Langzeitwirkung. Die Gedichte sind Aufschreie im Augenblick. (...)" /vgl. HP der Autorin: https://www.marlenestreeruwitz.at »(....)
Der König. Prinzessinnen. Der König handelt nur nach seinem Bauch. (...)« |
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Nominiert für den Österreichischen Buchpreis 2025 New York im März 2024, wenige Monate vor der Wiederwahl Donald Trumps. Die Wiener Lyrikerin Nina Wagner hat die Sorgen um den richtigen Umgang mit ihrer Tochter und die Lügen ihres Ex-Mannes in Wien zurückgelassen und unterrichtet für ein Semester an einer New Yorker Universität. Sie kommt in ein anderes New York, eine Stadt die sie zu kennen, zu lieben meinte: Die Umstände in dieser Metropole und überall in den USA haben sich mit und seit der Pandemie immer weiter zugespitzt. Die Freunde und KollegInnen dort sehen sich einem noch schärferen Lebenskampf ausgesetzt, der das Kulturelle, die Kultur immer weiter an die Seite drängt, verdrängt. Und jetzt, Ende 2024, hockt auch noch ein entfesselter und medial viel besser als beim ersten Anlauf aufgestellter Trump in den Startlöchern, gierig, diesmal richtig an die Macht zu kommen, - und das verheißt nichts Gutes ... Marlene Streeruwitz Roman 'Auflösungen.' ist ein ernüchternder Nachruf auf verloren gegangene Wünsche und die Bestandsaufnahme zerstörter Hoffnungen und kollabierender Illusionen. Stimmen zu diesem Roman: "Mit ´Auflösungen` ist Streeruwitz ein Roman gelungen, der politische Sachlagen mit den persönlichen Gegebenheiten ihrer Heldin geschickt miteinander verwebt. (...)" - Andreas Puff-Trojan, im Österreichischen Rundfunk Ö1 (Ex libris) "Wie so oft gelingt es Marlene Streeruwitz [...] meisterinnenhaft, das Innenleben ihrer Protagonistin erfahrbar zu machen. (...)" - Frauke Steffens, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung FAZ Die Autorin: Marlene Streeruwitz, in Baden bei Wien geboren, studierte Slawistik und Kunstgeschichte und begann als Regisseurin und Autorin von Theaterstücken und Hörspielen. Für ihre Romane erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter zuletzt den Bremer Literaturpreis und den Preis der Literaturhäuser. Ihr Roman »Die Schmerzmacherin.« stand 2011 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Zuletzt erschienen der Roman »Flammenwand.« (Longlist Deutscher Buchpreis 2019), die Breitbach-Poetikvorlesung »Geschlecht. Zahl. Fall.« (2021), der Roman »Tage im Mai.« (2023), die Essays »Handbuch für die Liebe.« und »Handbuch gegen den Krieg.« (2024). (Quelle: Verlag) |
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»Mittlerweile
bezeichnet Trump sich ja selbst in Superlativen und erhebt sich zum ersten
der Söhne. Was bedeutet es, daß Donald J. Trump sich König nennt und nennen lässt? Heißt dies, daß er der einzige Mann ist? Daß alle anderen, zuerst und insbesondere die Männer, je toxischer sie sind und je großmäuliger sie sich als Cowboys auch geben mögen, gleichwohl unter seinem Regime in Prinzessinnen verwandeln, als Kastrierte zu ›Pussies‹ werden? Marlene Streeruwitz geht in ihrer literarischen Kulturgeschichte, der ›Prinzessinnenkunde‹, der Konstuktion von Weiblichkeit unter der Fuchtel des Patriarchats, der Priesterschaft und der Renaissance absolutistischer Herrscher - stets sind es Männer - weltweit nach. Die Autorin deckt mit analytischer Akribie auf und beschreibt entlang ihrer eigenen Biografie die Wirkmechanismen des Prinzessinnenwesens. Sie enthüllt, wie die politisch vielerorts gewollte Rückabwicklung der Emanzipationsbemühugen von Frauen letztendlich ganz entscheidend auch gegen die Männer geht, jedenfalls die erwachsen sind oder sich auf den Weg dorthin begeben - und nicht zu Kastraten werden möchten. Zurück: Nun, der selbsternannte, flötenstimmige König ist männlich, jedenfalls vermeint er das. Alle anderen sind unter seinem Regime nicht länger selbstbestimmte, frei wählende Staatsbürger; sie sind jetzt einfach Höflinge, Vasallen, Untertanen, Leisetreter; allenfalls Abgetauchte. Denn der König bestimmt jetzt kompetenzfrei-großmäulig über alle Aspekte des Lebens, wie es ihm gerade gefällt. Das natürliche Geschlecht dient nur mehr der Reproduktion der Untertanenschaft. So werden im Königreich alle in schwindelerregendem Tempo zu Verfügten und müssen sich also zur Verfügung halten. Das entspricht ganz der Position der Prinzessin, über die der Königsvater zu seinem Vorteil bestimmt; man kennt das aus der Geschichte - und aus den Märchen. Keine Fiktion: Wir sitzen gerade in einer obskuren Zeitmaschine und befinden uns inzwischen im Jahr 1740, vor der Französischen Revolution: Alle Errungenschaften der Aufklärung sind im Nu hinweggespült und vergessen, werden vom König genichtet und vernichtet. In rasender Hurtigkeit tauchen überall im Land der Freien dienstbeflissene Schleimer, Speichellecker und Hofschranzen auf. Und rückgratlose Opportunisten und Kriecher-Fürsten (fast) aller Länder tuen es ihnen gleich, beeilen sich, katzbuckelnd ihre ergebendste Aufwartung zu machen, um - wie sie hoffen, den König bei Laune zu halten .... Textprobe "(...) Die Prinzessin kann großzügig geliebt werden. Sie wird keine Gefahr werden. Sie wird durch Ausheirat ohnehin verschwinden. Eine kleine Abschiedsmelancholie kann sich in so eine Vatersliebe einschleichen. Dem kleinen Mädchen kann schon immer wehmütig zugesehen werden. Sie wird weggehen. Sie wird einem anderen Mann gehören. Die Prinzessin des Vaters wird einmal die Königin eines anderen Kleinkönigs werden. Der Kleinkönigsbaustein in der posthausväterlichen Männlichkeit ist grundlegend. Der davon hegemoniale Blick auf den Kosmos der Pflege betrifft alle Beziehungen da. Und. Wenn der Kosmos der Pflege nach der Art eines Königreichs organisiert ist. Und das ist mittlerweile sehr diskret so und niemandem unbedingt bewusst. Aber. Das so gesehene kleine Prinzesschen. Oder. Das nie so gesehene kleine Mädchen, das sich selbst zur Prinzessin denken muss. Ihre Möglichkeiten zu lieben werden in dieser Konstellation geformt. Ein demokratischer Vater? Er denkt nicht in den Kategorien des ersten Geschlechts als Sohn oder Tochter. Er hat Personen zu Kindern, deren Lebensweg behutsam diese Personen selbst entlang zur Selbstbestimmung führen soll. Der melancholische Blick des Vaters auf seine kleine Tochter? Ideologievermittelnder Kitsch ist das. Vorverurteilung in das vom Vater vorgestellte Frauenschicksal. Meist ist das unbewusstes Wirrwarr unerforschter Geschlechtskonstruktion. Das ist die Selbstauslieferung an die vererbten Triebschicksale. In den Forderungen rechter Ideologien werden solche PrinzessinnenSchicksale wieder zum Ideal erhoben. Trad wives [In den 2010er Jahren in den USA aufgekommene Bezeichnug für die tarditionelle Küche-Kindef-Kirche-Hausfrau, Anm. d. Red.] berichten dieses Ideal. (...)" - (Seiten 69/70) |
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Wahrheit ist ein schwieriger Punkt in allen schillernden Lebensgeschichten. Diese hier handelt von dem bewegten Leben einer irdischen Heiligen, die manche für eine ganz normale Verrückte hielten. Oder war sie nur eine adlige Frau, die mit den widrigsten Bedingungen zu kämpfen hatte? Prinzessin Alice erzählt vom bewegten und überraschenden Leben der hochadligen Alice von Battenberg, der Großmutter des britischen Königs Charles III. Ihre faszinierende Intelligenz – sie, die gehörlos geboren wurde, las in fünf verschiedenen Sprachen von den Lippen ab –, aber auch ihre überbordende erotische Lust in Verbindung mit ihrer nahezu fanatischen Beziehung zu Gott ließen Alice von Battenberg zur Bedrohung für all jene werden, die ein traditionelles Frauenbild in Königskreisen konservieren wollten. Ihre Familie wandte sich ab und brachte sie in einer der frühen Psychiatrien unter, der sie unter größter Gefahr entkam. Fortan lebte sie unter größter Einsamkeit in Griechenland, wo sie eine Suppenküche für die Ärmsten unterhielt. Doch auch dieses dem Höheren gewidmete Streben wurde hinweggespült, als Griechenland Ende der 1960er Jahre einen Militärputsch erlebte. Die große Charakterkünstlerin Irene Dische, die die Historie niemals ihrer Aktualität entkleidet, lässt Prinzessin Alice greifbar auferstehen. Sie erzählt von einer Frau, deren Intellekt, Lebenslust und Konsequenz an den eisigen Mauern einer königlichen Familiendynastie kratzten – und Spuren hinterließen, über die wir noch heute unsere Hände gleiten lassen können. Die Autorin: Irene Dische wurde in New York geboren. Heute lebt sie in Berlin und Rhinebeck. Zu ihren gefeierten Romanen und Erzählungen zählen unter anderem ihr Roman ´Großmama packt` aus (2005), der Erzählungsband Lieben (2006), die Neuausgabe ihres gefeierten Debüts ´Fromme Lügen` (2007). |
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DER GALERIST - F. Schröder-Sonnenstern: ›Fluchscharen zu Schwertern‹ |
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Eine fantastische, vom Thema her höchst aktuelle Arbeit des Ausnahmekünstlers Friedrich Schröder-Sonnenstern [1892-1982] Der in Berlin geborene Friedrich Schröder-Sonnenstern schöpfte aus den Urgründen des Kreatürlichen, des Menschlichen und Allzumenschlichen; er war einer jener ´besonderen` Künstler, den viele Kunstinteressierte und gerade auch Künstlerkollegen liebten. Zu seinen Bewunderern, Fans und Käufern zählten Bellmer, Dubuffet, Max Ernst, Picasso, Hundertwasser. Auch der Schriftsteller Henry Miller und der spätere französische Staatspräsident Georges Pompidou schätzten das eigen-artige Werk Schröder-Sonnensterns. "Sonnenstern ist stärker als wir alle auf der Welt. Seine Revolution ist nicht brutal und zerstörerisch wie jene, die wir kennen, seine Revolution kommt von den Sternen und geht in unser Innerstes", bekundete etwa Friedensreich Hundertwasser. Details der Arbeit
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